DKB Kontoeröffnung wurde abgelehnt – was kann ich tun?

Rainer Hellstern2. Januar 2019 in Allgemein

Stop cc Knerri61 / Pixabay.com

Das kostenlose DKB-Cash Girokonto ist mit über 4 Millionen Kunden eines der populärsten Girokonten in Deutschland. Allerdings gelingt die Kontoeröffnung nicht bei allen Antragsstellern reibungslos. Ca. 30 bis 50 Prozent der Kontoanträge werden von der DKB abgelehnt. Hierfür kann es verschiedenste Gründe geben, die von der Bank nicht öffentlich kommuniziert werden. Wer von einer Kontoablehnung betroffen ist, sollte einen Blick auf die folgenden (möglichen) Ursachen werfen und sich zudem nach Alternativen umsehen:

1. Schlechter Schufascore

Bei der Kontoeröffnung nimmt die DKB automatisch eine Bonitätsprüfung (=Prüfung der Kreditwürdigkeit) des Antragsstellers vor. Diese Prüfung entscheidet wesentlich darüber, ob das DKB-Cash Konto eröffnet werden kann oder nicht. Dabei greift die DKB auf die Daten der Schufa zurück. Die Schufa ist die führende Auskunftei in Deutschland und besitzt kreditrelevante Informationen von allen Bundesbürgern. Auf Basis der bisherigen finanziellen Transaktionen nimmt diese eine Bewertung vor. Jeder Bürger besitzt einen Schufascore, der zwischen 0 und 100 liegt. Je höher der Schufascore, desto kreditwürdiger ist eine Person. Bei einem schlechten Schufascore wird die Kontoeröffnung automatisch abgelehnt. Ein negativer Schufascore kann eine Vielzahl von Ursachen haben, hier einige Beispiele:

  • Eine Person hat viele Schulden
  • Eine Person hat aufgrund von Überschuldung eine eidesstattliche Versicherung, früher Offenbarungseid, abgeben.
  • Eine Person hat Zahlungsverzug bei bestehenden Krediten

Neben den genannten Gründen können allerdings auch weniger offensichtliche Dinge den Schufascore negativ beeinflussen:

  • Wer in einem schlechten Wohnviertel wohnt
  • Wer häufiger umzieht / den Wohnort wechselt
  • Wer viele Girokonten / Kreditkarten besitzt
  • Wer bei vielen Banken Kreditanfragen stellt, erhält eine schlechtere Bewertung (selbst Kreditanfragen werden bei der Schufa gespeichert).
  • Wer viele Handyverträge besitzt
  • Selbst wenn Minibeträge verspätet bezahlt werden (z.B. eine Mobilfunkrechnung), kann sich dies negativ auf Schufascore auswirken

Niedriger Gehaltseingang, geringes bzw. unregelmäßiges Einkommen

Neben der Schufabewertung kann es aber noch weitere Ablehnungsgründe geben. Gerade Azubis, Studenten und Praktikanten mit niedrigem bzw. unregelmäßigem monatlichen Einkommen werden gerne abgelehnt, selbst wenn sie noch nie im Leben Schulden gemacht haben. Auch Personen die Arbeitslosengeld beziehen, sind häufig von einer Ablehnung betroffen. Gleiches gilt für Selbstständige, bei denen das Einkommen bekanntermaßen sehr stark schwanken kann.

Zu jung

Auch das Alter kann ein möglicher Ablehnungsgrund sein. So gibt es besonders viele Ablehnungen bei den unter 30-jährigen, wobei dieser Grund auch mit dem niedrigen bzw. unregelmäßigem Einkommen zusammenfällt.

Was kann ich bei einer Ablehnung tun?

Ein Hauptgrund für die Ablehnung ist sicherlich die Schufa. Wer der Meinung ist, das einen die Schufa falsch bewertet hat, sollte eine Selbstauskunft bei der Schufa einholen. Vielleicht ist ja doch irgendetwas, von dem man nichts weiß. Fehler sind bei der Schufa außerdem nicht auszuschließen (z.B. eine Verwechslung mit einem Namensvetter, so dass einem falsche Transaktionen zugwiesen wurden bis hin zum Identitätsdiebstahl). Eine Schufa-Abfrage ist auf der Website www.meinschufa.de möglich und kostet nur 3,95 Euro.

Anschließend sollte man ein Telefonat mit dem Kundenservice der DKB führen. Freundlich nachfragen warum der Kontoantrag abgelehnt wurde, hat in einigen Fällen schon geholfen (aber keine Garantie!).

Alternativen zur DKB

Wenn das DKB-Cash Konto dennoch nicht eröffnet werden kann, muss man sich nach einer anderen Bank umschauen. Allerdings ist es mit einer schlechten Bewertung bei der Schufa schwierig ein Konto in Deutschland zu eröffnen. Die meisten Banken prüfen vor der Kontoeröffnung ähnlich wie die DKB die Bonität. Es gibt allerdings auch kostenlose Girokonten bei denen ohne Bonitätsprüfung ein Konto eröffnet werden kann. 

Norisbank

Zu nennen ist hier insbesondere das kostenlose Girokonto der Norisbank. Bei dem Konto fällt keine monatliche Kontoführungsgebühr an und auch ein Mindestgeldeingang ist nicht erforderlich. Kunden können kostenlos Bargeld abheben an über 9.000 Geldautomaten in Deutschland (Cash-Group u.a. Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank). Eine kostenlose Mastercard Kreditkarte ist ebenfalls inklusive, für die kein Jahresbeitrag anfällt. Das Konto hat einige sehr gute Bewertungen (u.a. Handelsblatt) erhalten. Die Stiftung Warentest hat den Tarif Top-Girokonto der Norisbank als eines von lediglich zwei Kontomodellen ausgezeichnet, die von Direktbanken ohne Bedingungen kostenlos angeboten werden (Finanztest 10/2016).

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N26

Schnell und unkompliziert eröffnen lässt sich zudem ein Girokonto bei der Online-Bank N26. Das Konto ist ebenfalls kostenlos (0 Euro Monatsgebühr) und kostenlose Abhebungen am Geldautomaten in Euro sind ebenfalls enthalten. Vorausgesetzt wird allerdings eine Bonitätsprüfung der Bank. Wer deren Mindestanforderungen an die Bonität nicht erfüllt, dem wird mit dem Kontenmodell N26 Flex Konto ein Girokonto ohne Bonitätsprüfung angeboten, für welches eine monatliche Kontoführungsgebühr von 6 Euro berechnet wird.

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One Comment on “DKB Kontoeröffnung wurde abgelehnt – was kann ich tun?”

  1. Bernd Freudinger

    Es gilt doch auch die Verpflichtung der Banken jedermann auf Guthabenbasis ein Girokonto, das sogar einklagbar ist, zu gewähren. Auf Grund es neuen Zahlungskontengesetz hat jeder, selbst Flüchtlinge, Arbeitslose, Obdachlose Anspruch auf ein sog. Basiskonto. Ohne wenn und aber. So sieht es jedenfalls das Gesetz vor, dass alle Banken dazu verpflichtet.

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