DKB Kontoeröffnung wurde abgelehnt – was kann ich tun?

Rainer HellsternVorbereitung2 Kommentare

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Das kostenlose DKB Girokonto ist mit über 5 Millionen Kunden eines der populärsten Girokonten in Deutschland. Allerdings gelingt die Kontoeröffnung nicht bei allen Antragstellern reibungslos. Die Ablehnungsquote bei der DKB ist hoch, ca. 30 bis 40 Prozent der Kontoanträge werden abgelehnt. Wer von einer Kontoablehnung betroffen ist, sollte einen Blick auf die folgenden (möglichen) Ursachen werfen und sich zudem nach Alternativen umsehen:

Gründe, warum Girokonto Anträge bei der DKB abgelehnt werden

Für die Ablehnung kann es verschiedene Gründe geben, die von der Bank nicht öffentlich kommuniziert werden. D.h. es gibt keine Begründung für die Entscheidung und es werden auch keine Angaben gemacht, welche Kriterien nicht erfüllt wurden. Enttäuschten Kunden bleibt nichts anderes übrig, als selbst Nachforschungen zu möglichen Problemen anzustellen.

Schlechter SCHUFA-Score

Mit der Eröffnung des Girokontos erhalten Neukunden der DKB (Deutsche Kreditbank AG) automatisch einen Dispokredit (Überziehungskredit), auch wenn auf dem Konto noch kein Geld eingegangen ist. Die Höhe des Dispos ist abhängig von der Bonität (=Kreditwürdigkeit) des Kunden. Entsprechend ist für die DKB eine gute Bonität der Kunden bei der Eröffnung des Kontos Voraussetzung.

Bei der Kontoeröffnung nimmt die DKB automatisch eine Bonitätsprüfung des Antragstellers vor. Diese Prüfung entscheidet wesentlich darüber, ob das DKB-Girokonto eröffnet werden kann oder nicht. Dabei greift die DKB auf Daten der SCHUFA zurück. Die SCHUFA ist die führende Auskunftei in Deutschland und besitzt kreditrelevante Informationen von allen Bundesbürgern. Auf Basis der bisherigen finanziellen Transaktionen nimmt diese eine Bewertung vor. Jeder Bürger besitzt einen SCHUFA-Score, der zwischen 0 und 100 liegt. Je höher die Punktzahl, desto kreditwürdiger ist eine Person. Bei einem schlechten SCHUFA-Score wird die Kontoeröffnung automatisch abgelehnt. Ein negativer SCHUFA-Score kann eine Vielzahl von Ursachen haben, hier einige Beispiele:

  • Eine Person hat viele Schulden
  • Eine Person hat aufgrund von Überschuldung eine eidesstattliche Versicherung, früher Offenbarungseid, abgegeben.
  • Eine Person hat Zahlungsverzug bei bestehenden Krediten

Neben den genannten Gründen können allerdings auch weniger offensichtliche Dinge den SCHUFA-Score negativ beeinflussen:

  • Wer in einem schlechten Wohnviertel wohnt
  • Wer häufiger umzieht / den Wohnort wechselt
  • Wer viele Girokonten / Kreditkarten besitzt
  • Wer bei vielen Banken Kreditanfragen stellt, erhält eine schlechtere Bewertung (selbst Kreditanfragen werden bei der SCHUFA gespeichert).
  • Wer viele Handyverträge besitzt
  • Selbst wenn Minibeträge verspätet bezahlt werden (z.B. eine Mobilfunkrechnung), kann sich dies negativ auf SCHUFA-Score auswirken

Die SCHUFA besitzt keine Daten

Ausländer, die kürzlich nach Deutschland eingewandert sind, stehen zudem vor einer weiteren Herausforderung. Die SCHUFA besitzt in dem Fall gar keine Daten über den Antragsteller, was ebenfalls dazu führen kann, dass ein Kontoantrag abgelehnt wird. Erst wenn auf Basis eines ersten Einkommensnachweises ein Mobilfunkvertrag o. ä. geschlossen wird, werden Personen von der SCHUFA erfasst. Davon können auch Auswanderer betroffen sein, die schon vor Jahrzehnten Deutschland verlassen haben und ggf. die Rückwanderung planen.

Niedriger Gehaltseingang, geringes bzw. unregelmäßiges Einkommen

Neben der SCHUFA-Bewertung kann es aber noch weitere Ablehnungsgründe geben. Personen mit niedrigem bzw. unregelmäßigem monatlichen Einkommen (z. B. Hausfrau/Hausmann) von unter 500 Euro monatlich werden gerne abgelehnt, selbst wenn sie noch nie im Leben Schulden gemacht haben. Auch Personen, die Arbeitslosengeld beziehen, sind häufig von einer Ablehnung betroffen. Gleiches gilt für Selbstständige, bei denen das Einkommen bekanntermaßen sehr stark schwanken kann. Auch hier kann es an dem enthaltenen Dispokredit des Kontos liegen. Jemandem ohne regelmäßiges Einkommen einen Überziehungskredit zu gewähren, ist eben ein gewisses Risiko für die Bank. Entsprechend wird die Kontoeröffnung bei diesem Personenkreis häufiger abgelehnt.

Tipp: Wer wenig verdient, aber der Lebenspartner über ein regelmäßiges Einkommen verfügt, für den empfiehlt es sich zunächst ein Gemeinschaftskonto zu eröffnen und die bessere Bonität des Partners für die Kontoeröffnung zu nutzen. Auf Basis des Gemeinschaftskontos ist es möglich, ein zusätzliches Einzelkonto unter ihrem Namen zu eröffnen.

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Der Antragsteller ist zu jung

Auch das Alter kann ein möglicher Ablehnungsgrund sein. So gibt es besonders viele Ablehnungen bei den unter 30-Jährigen, wobei dieser Grund auch mit dem niedrigen bzw. unregelmäßigen Einkommen zusammenfällt. Gute Chancen für die Kontoeröffnung haben Studierende und Jugendliche unter 18 Jahren, für welche die DKB gesonderte Tarife mit kostenloser Kontoführung / kostenloser Debitkarte anbietet. Während bei Studierenden sogar ein Dispokredit möglich ist, wird das Jugendkonto auf Guthabenbasis geführt, ein Dispo ist für Jugendliche nicht möglich.

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Was kann ich bei einer Ablehnung tun?

Hauptgrund für die Ablehnung ist sicherlich die SCHUFA. Wer der Meinung ist, dass einen die SCHUFA falsch bewertet hat, sollte eine Selbstauskunft bei der SCHUFA einholen. Vielleicht ist ja doch irgendetwas, von dem man nichts weiß. Fehler sind bei der SCHUFA außerdem nicht auszuschließen (z. B. eine Verwechslung mit einem Namensvetter, so dass einem falsche Transaktionen zugewiesen wurden bis hin zum Identitätsdiebstahl). Eine SCHUFA-Abfrage ist auf der Website www.meinschufa.de möglich und kostet regulär 29,95 Euro. Alternativ können Verbraucher bei der SCHUFA einmal jährlich eine kostenlose SCHUFA-Auskunft beantragen. Dies ist ebenfalls über deren Website möglich, hierfür muss der Menüpunkt “Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO)” geklickt werden und anschließend das Formular ausgefüllt werden.

Sofern ein Kredit ausschlaggebend für die schlechte Bewertung ist, kann es allerdings einige Zeit dauern, bis dieser den SCHUFA-Score nicht mehr negativ beeinflusst. Negativ-Einträge bleiben bei der SCHUFA in der Regel drei Jahre gespeichert, selbst wenn die Forderung vollständig bezahlt wurde. Nach der Ablehnung durch die DKB ist es entsprechend wenig erfolgversprechend, wenn man das Konto direkt noch einmal beantragt.

Sofern die SCHUFA-Auskunft keine negativen Informationen aufweist, sollte man ein Telefonat mit dem Kundenservice der DKB* führen. Freundlich nachfragen, warum der Kontoantrag abgelehnt wurde, hat in einigen Fällen schon geholfen (aber keine Garantie!).

Basiskonto: Eine letzte Möglichkeit gibt es noch, ein DKB Konto trotz Schufa zu eröffnen. Alle Banken in Deutschland, auch die DKB, müssen Kunden seit dem Jahr 2016 (Zahlungskontengesetz) ein sogenanntes Basiskonto anbieten. Jeder Verbraucher, der sich rechtmäßig in der Europäischen Union aufhält (z. B. Personen mit schlechter Bonität, Obdachlose ohne Wohnsitz, Asylsuchende…), hat darauf ein Anrecht. Für die Eröffnung wird auch kein Wohnsitz benötigt, eine postalische Anschrift (z. B. Familie oder Freunde) reicht aus. Allerdings muss eine Bank das Basiskonto nicht kostenlos anbieten. Zudem besitzt ein Basiskonto nur grundlegende Bankdienstleistungen (per Karte zahlen, Geld einzahlen und abheben) und enthält keinen Dispokredit (Siehe Erklärung der Bafin zum Basiskonto). Das Basiskonto bei der DKB kann über das folgende Formular beantragt werden.

Die besten Alternativen zur DKB

Wenn das Konto bei der DKB dennoch nicht möglich ist, kann man sich auch nach einer anderen Bank umschauen. Allerdings ist es mit einer schlechten Bonität / SCHUFA-Bewertung oder einem fehlenden Gehaltseingang schwierig, ein kostenloses Girokonto in Deutschland zu eröffnen. Viele Banken prüfen die Bonität ähnlich streng wie die DKB. Es gibt allerdings auch Girokonten, bei denen standardmäßig kein Dispokredit eingeräumt wird. Eine Kontoüberziehung ist dann nicht möglich und man kann nur über das Geld verfügen, welches auf dem Konto liegt (=Guthabenkonto). Entsprechend ist die Bonitätsprüfung weniger streng und Kontoeröffnung einfacher möglich. Im Folgenden einige Beispiele:

N26 Standardkonto

Schnell und unkompliziert lässt sich ein Girokonto bei der Digitalbank N26 eröffnen. Eine einfache Anleitung habe ich hier verfasst. Die Kontoführung ist bei N26 kostenlos. Beim Standardkonto erhalten Kunden eine digitale Debitkarte von Mastercard, welche fürs Online-Shopping genutzt werden kann. Die virtuelle Karte kann aber auch bei Apple Pay / Google Pay integriert werden, so dass kontaktloses Bezahlen in vielen Geschäften möglich ist. Wer eine physische Debitkarte (Plastikkarte) fürs Bezahlen in Geschäften wünscht, kann diese für einmalig 10 Euro bestellen. N26 ist eine Direktbank und besitzt keine eigenen Bankfilialen in Deutschland. Dennoch ist Geld abheben 3 mal im Monat an allen Geldautomaten in Deutschland möglich. Danach verlangt N26 2 Euro Gebühren pro weiterer Bargeldabhebung.

Kunden können das N26 Standardkonto in der Grundeinstellung nicht überziehen, es handelt sich nämlich um ein reines Guthabenkonto. Antragsteller werden nur einer „kleinen“ SCHUFA-Abfrage unterzogen, bei der die Anforderungen an die Bonität nicht so hoch sind wie bei der DKB. Erst wenn ein zusätzlicher Dispokredit beantragt wird, was nach der erfolgreichen Kontoeröffnung mit wenigen Klicks möglich ist, findet eine „große“ Bonitätsprüfung statt. Neben deutschen Staatsbürgern können das Konto bei N26 EU-Bürger aus 23 Staaten eröffnen.

LeistungenKosten
Kontoführungsgebühr0 Euro
Erforderlicher Geldeingang0 Euro
Debitkarte0 Euro (virtuelle Karte), einmalig 10 Euro für physische Karte
GeldabhebenAm Geldautomaten in Deutschland 3 Mal pro Monat kostenlos, innerhalb der Eurozone unbegrenzt an allen Geldautomaten mit Mastercard Logo. Zudem ist es möglich, kostenlos in über 11.900 Geschäften in Deutschland (z.B. Rewe, Penny, Aldi Süd..) an der Kasse Geld abzuheben.
Dispokredit8,9 Prozent (Zu Beginn ist das Konto auf Guthabenbasis / kein Dispo)
N26 Testbericht zum N26 Standardkonto*

N26 Flex Konto

Wer die Mindestanforderungen an die Bonität beim N26 Standardkonto dennoch nicht erfüllt, dem wird mit dem Kontenmodell N26 Flex ein Girokonto komplett ohne Bonitätsprüfung angeboten. Für dieses wird allerdings eine monatliche Kontoführungsgebühr von 6 Euro berechnet. Beim N26 Flex Konto handelt es sich um ein “Basiskonto”, welches allen Bürgern in Deutschland gesetzlich zusteht und von Banken nur in Ausnahmefällen abgelehnt werden kann. Ein Dispokredit ist bei diesem Kontomodell allerdings komplett ausgeschlossen. Einmal im Jahr führt N26 eine Bonitätsprüfung durch. Verbessert sich die Kreditwürdigkeit des Kontoinhabers, wird dieser hochgestuft und erhält die Leistungen des kostenlosen Standardkontos.

zum N26 Flex Konto*

Comdirect

Eine weitere Alternative zur DKB ist das Comdirect Girokonto Aktiv, dessen Konditionen ähnlich attraktiv sind. Es entstehen keine monatlichen Kontoführungsgebühren, vorausgesetzt, es wird ein Mindestgeldeingang von 700 Euro pro Monat (z.B. Gehalt, Rente) verzeichnet. Bargeld kann 3 mal im Monat kostenlos an allen Geldautomaten der Filialbanken Commerzbank, Deutschen Bank und Postbank (=sogenannte Cash Group) abgehoben werden. Obwohl die Comdirect ebenfalls einen Dispokredit offeriert, kann das Konto bei unzureichender Bonität auch auf Guthabenbasis geführt werden.

LeistungenKosten
Kontoführungsgebühr0 Euro
Erforderlicher Geldeingang700 Euro im Monat. Ansonsten fällt eine Kontoführungsgebühr von 4,90 € pro Monat an
Debitkarte0 Euro
Kreditkarte2,90 Euro im Monat
Geldabheben in Deutschland3 mal kostenlos im Monat an allen Cash Group Geldautomaten (über 9.000) in Deutschland
Dispokredit10,75 Prozent (abhängig von Bonität)
Comdirect Testbericht zur Comdirect*

Fazit

Keine Sorge, wenn die Kontoeröffnung von der DKB abgelehnt wurde, gibt es dennoch zahlreiche Kontoalternativen in Deutschland. Sofern die Bonität sehr schlecht ist, kann in den meisten Fällen kein kostenloses Girokonto eröffnet werden, allerdings ist bei allen Banken in Deutschland ein Basiskonto möglich, welches grundlegende Banking-Funktionen enthält und 5 bis 10 Euro im Monat kostet.

Offenlegung

*Dieser Artikel enthält einige Werbe bzw. Affiliate-Links zur N26, Comdirect. Wenn Du Dich für eines der Produkte entscheiden solltest und auf einen Link (zum Angebot / Konto eröffnen) klickst, bezahlst Du denselben Preis wie sonst auch. Dir entstehen durch einen Klick weder Nachteile noch irgendwelche Kosten. Du unterstützt damit aber meine Arbeit und ich erhalte eine kleine Provision. Jene Links ermöglichen somit die Aufrechterhaltung des Blogs.

über mich

Rainer Hellstern

Mein Name ist Rainer und ich bin Gründer und Autor des Auswandern Handbuchs. Seit 2008 verfasse ich hier Beiträge rund um die Themen Arbeit, Leben und Rente im Ausland. Mehr über mich.

2 Kommentare bei “DKB Kontoeröffnung wurde abgelehnt – was kann ich tun?”

  1. Es gilt doch auch die Verpflichtung der Banken jedermann auf Guthabenbasis ein Girokonto, das sogar einklagbar ist, zu gewähren. Auf Grund es neuen Zahlungskontengesetz hat jeder, selbst Flüchtlinge, Arbeitslose, Obdachlose Anspruch auf ein sog. Basiskonto. Ohne wenn und aber. So sieht es jedenfalls das Gesetz vor, dass alle Banken dazu verpflichtet.

  2. Ich wohne seit 35 Jahren in den USA und bin deutscher und amerikanischer Staatsbürger. Ich brauche ein Euro-Konto in Deutschland. Die DKB und ComDirect haben meinen Antrag, nachdem sie mich zunächst der VideoIdent-Prozedur unterzogen haben, abgelehnt. Riesen Zeitverschwendung! Ein Konto in Deutschland für im Ausland lebende Deutsche ist bei diesen beiden Banken nicht möglich. Das hat mir die ComDirect gesagt. Natürlich hat die Schufa keine Informationen über mich. Ich wohne ja seit Jahrzehnten nicht in Deutschland, habe dort kein Einkommen und zahle dort keine Steuern.
    Die N26 hat für mich ein Konto angelegt, aber hier in den USA, in US-Dollar. Das brauche ich nicht. Ich brauche ein Euro-Konto in Deutschland. Die Deutsche Bank sei die einzige Möglichkeit. Der Online-Antrag ist aber idiotisch; man kann keine US-Adresse eingeben.

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