Auswandern in eine Steueroase – Steuern sparen im Ausland

Rainer1.10.2014 in Allgemein

Auswandern nach Monaco

Die Steuern in Deutschland sind zu hoch – die Bürger hierzulande müssen laut einer kürzlich veröffentlichten OECD-Studie deutlich mehr Abgaben bezahlen als in den meisten anderen Ländern. Frust über die hohe Steuerlast ist daher auch ein beliebter Grund auszuwandern bzw. über eine Auswanderung nachzudenken. Doch welche Länder sind aus Steuersicht besonders attraktiv und was muss man sonst noch beachten? Ich habe mir das Thema „Steuern sparen im Ausland“ im Detail angeschaut:

Steueroasen gibt es weltweit

Steueroasen gibt es weltweit unzählige: Kleine Karibikinseln, winzige Fürstentümer in Europa, aber auch einige Länder, von denen man das auf den ersten Blick gar nicht denken würde.  Was also zeichnet eine Steueroase bzw. ein Steuerparadies aus? Hauptindiz sind natürlich die niedrigen bzw. nicht vorhandenen Steuern, von denen sowohl Privatpersonen (z.B. fehlende Einkommens-, Erbschafts- oder Vermögenssteuer) als auch Unternehmen profitieren können.  Steueroasen sind häufiger für ihr striktes Bankgeheimnis bekannt, so dass das verwaltete Geld möglichst unerkannt bleibt.

Wohnsitz verlagern, nicht nur das liebe Geld

Wer sein Geld am Finanzamt vorbeischlängelt, z.B. mit einem Geldkoffer in ein vermeintliches Steuerparadies reist, um ein Konto zu eröffnen, macht sich allerdings strafbar. Im Übrigen nimmt der Druck auf Steueroasen durch die Finanzbehörden weltweit stetig zu. Länder wie Deutschland schließen vermehrt bilaterale Abkommen (z.B. mit Jersey, Singapur etc..), so dass es künftig zu einem vermehrten Steuer-Informationsaustausch kommen wird. Wer einen legalen Weg sucht Steuern zu sparen, muss in ein Land mit Niedrigsteuern auswandern (den Wohnsitz verlagern). Das Geld wird nämlich grundsätzlich im Wohnsitzland versteuert. Es kann allerdings auch Ausnahmen geben, wenn beispielsweise ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland existiert (Besprechen Sie das Thema mit ihrem Steuerberater!).

Allerdings ist es nicht ausreichend nur den Hauptwohnsitz „offiziell“ ins Ausland zu verlagern und in der Realität weiterhin in Deutschland zu leben. Solche Tricks haben bereits mehrfach zu einer Anklage und einer anschließenden Verurteilung wegen Steuerhinterziehung geführt (z.B. ein bekannter deutscher Tennisspieler). Wer sich offiziell in Deutschland abmeldet, sich aber weiterhin mehr als 183 Tage pro Jahr (mehr als die Hälfte des Jahres) in Deutschland aufhält, wird von den Steuerbehörden weiterhin als hier ansässig (unbeschränkt steuerpflichtig) angesehen.

Unternehmen

Im Gegensatz zu Privatpersonen gründen international tätige Unternehmen gerne Tochtergesellschaften oder Holdings (Dachgesellschaften) in Ländern mit niedrigen Steuern. Die Tochtergesellschaften treiben natürlich auch untereinander Handel mit Waren und Dienstleistungen. Wie durch ein Wunder werden die Gewinne genau dort erzielt, wo die Steuern am niedrigsten sind (stark vereinfacht ausgedrückt!).  Bekannte Großkonzerne nutzen hierfür gerne Niederlassungen in Irland, Luxemburg oder auch im US-Bundesstaat Delaware.

Welche bekannten Steueroasen gibt es?

Steueroasen in der Karibik: Viele denken bei Thema „Steueroasen“ automatisch an die Cayman Inseln. Die Inselgruppe ist fünftgrößter Finanzplatz der Welt und lockt vor allem Unternehmen und Hedgefonds durch komplette Steuerfreiheit. Aber auch andere Karibikstaaten sind diesbezüglich sehr attraktiv: Die Inselstaaten St. Kitts und Nevis, Antigua und Barbuda bieten den Investoren neben der Steuerfreiheit auch gleich die Staatsbürgerschaft an. Auf Curacao beträgt die Einkommenssteuer nur 10%. Durch einen Immobilienkauf in der Höhe von mindestens 200.000 US-Dollar erwirbt man sich ein Aufenthaltsrecht. Weitere bekannte Steueroasen in der Karibik sind die Bahamas, British Virgin Islands, Bermuda oder Aruba. Hier stellt sich für Auswanderer aber generell die Frage, ob man sich das Leben auf einer kleinen Karibikinsel vorstellen kann (Inselkoller?).

Steueroasen in Europa: Wer nicht ganz so weit weg möchte, findet auch in Europa zahlreiche Steuerparadiese. Zu den bekanntesten Steueroasen zählen sicherlich die Schweiz, Luxemburg  und Liechtenstein. Aber auch die Niederlande, Gibraltar, Monaco, Andorra oder die Mittelmeerinsel Malta zählen dazu. In der Schweiz zahlen Durchschnittsbürger nur knapp 12 Prozent Steuern. Das Land ist auch deutlich größer als die meisten anderen Steueroasen und lockt mit hoher Stabilität, schöner Natur und der Nähe zu Deutschland. Daher wohnen auch viele  Prominente und Gutverdiener aus Deutschland in der Schweiz. Aber auch Luxemburg oder Irland zählen aus Steuersicht zu den attraktiven Zielen wie die OECD ermittelt hat:

Durchschnittliche Einkommenssteuer (Ehepaar mit zwei Kindern) :

Neuseeland (2,4%)
2.4%

Irland
6.8%

Schweiz
9.5%

Luxemburg
14.3%

Australien
16.9%

Kanada
18.7%

USA
20.3%

Tschechien
20.5%

Großbritannien
27%

Dänemark
27.6%

Deutschland
33.8%

Quelle: OECD Tax Report 2014

Was viele übrigens nicht wissen, auch Deutschland zählt laut einer Studie von Tax Justice Network zu den Top-10 Steueroasen weltweit. Vor allem ausländische Anleger profitieren von Steuervergünstigungen, weitgehenden Geheimhaltungsmöglichkeiten und der vereinfachten Möglichkeit mittels Treuhändern Immobilien zu kaufen: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/internationale-studie-steueroase-deutschland-1.1812394

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