Steuern weltweit: Deutschland ist bei der Abgabenlast Weltspitze

Rainer1.05.2017 in Allgemein

Es gibt Rankings, bei denen man nicht unbedingt auf einem vorderen Platz landen möchte. Ein solches Ranking wurde kürzlich von der OECD veröffentlicht und betrachtet die Steuerbelastung der Bundesbürger im internationalen Vergleich. Deutsche kommen dabei auf eine durchschnittliche Steuerbelastung (inkl. Sozialabgaben) von 49,4 Prozent und landen damit auf dem zweiten Platz. Lediglich die Belgier müssen noch höhere Steuern und Sozialabgaben zahlen.

Im internationalen Vergleich zahlen deutsche Arbeitnehmer (Alleinstehende) die zweithöchsten Steuersätze, wie die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) im Rahmen der aktuellen Studie „Taxing Wages 2017“ ermittelt hat. Verglichen wurden dabei 34 meist wohlhabende Industrieländer mit hohem Pro-Kopf Einkommen, von Australien über Kanada, die Schweiz bis hin zu den Vereinigten Staaten. Im Vergleich schneiden lediglich die Belgier mit einer durchschnittlichen Steuerlast von 54 Prozent noch schlechter ab.

In den OECD-Vergleich fließen sowohl die Einkommenssteuer, aber auch Sozialabgaben (Social Security Contributions – SSC) wie Kranken, Pflege und Arbeitslosenversicherung ein, die teilweise von Arbeitnehmer aber auch vom Arbeitgeber zu zahlen sind. In der Gesamtsumme ergibt sich daraus eine Belastung von 49,4 Prozent.

Deutschland zählt damit zusammen mit Ländern wie Österreich, Belgien, Frankreich, Ungarn und Italien zu den Spitzenreitern mit einem Steueranteil von über 45 Prozent. Die Länder mit den niedrigsten Steuersätzen sind Chile, Neuseeland und Mexiko, mit jeweils unter 20 Prozent. Das Nachbarland Schweiz, als Steuerparadies bekannt, hat den viertniedrigsten Wert mit 21,8 Prozent. Aber auch UK und die USA mit knapp über 30 Prozent schneiden im Vergleich nicht schlecht ab. Der Durchschnitt aller OECD-Länder liegt übrigens bei 36 Prozent.

Nicht nur die Einkommenssteuer ist schuld

Für die hohe steuerliche Belastung der Deutschen ist übrigens nicht allein die Einkommensteuer verantwortlich. Ausschlaggebend für den deutschen Spitzenplatz sind laut OECD vor allem die hohen Sozialabgaben und Beiträge für Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Verheiratete mit Kindern schneiden besser ab

Möchte man die Steuerbelastung senken, hilft eine Familiengründung. Der Bericht zeigt auch Zahlen zu Familien mit einem Einkommen und zwei Kindern. Die Steuerbelastung für Verheirate mit zwei Kindern liegt in Deutschland bei durchschnittlich 34 Prozent. Das ist zwar höher als der OECD Durchschnitt, der bei 26,6 Prozent liegt. Kinderbezogene Leistungen und Steuervorteile führen dazu, die Steuerlast im Vergleich zu Alleinstehenden um 15,4 Prozent zu reduzieren.

Im Nachbarland Schweiz zahlen Verheirate mit Kindern allerdings nur 9 Prozent Steuern und erhalten ein Steuervorteil von 12,4 Prozent gegenüber den Alleinstehenden.

Alle Details zur Studie hier:

http://www.oecd.org/berlin/publikationen/taxing-wages-2017.htm

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