Überwintern auf Teneriffa: die besten Tipps zum Langzeiturlaub

Rainer HellsternRente im AuslandKommentar verfassen

Der Strand (Playa María Jiménez) von Puerto de La Cruz / Teneriffa

Teneriffa ist die größte und vielseitigste Insel der Kanaren und entsprechend das beliebteste Ziel für den Langzeiturlaub. Rentner aus Deutschland überwintern besonders gerne in den kalten Wintermonaten auf Teneriffa, wenn es dort bei Temperaturen von durchschnittlich 18 bis 23 Grad frühlingshaft mild ist. Die Insel bietet aber nicht nur Sonne, Strand und Meer. Auch Aktivurlauber kommen voll auf ihre Kosten. Im Inselinneren und im Norden gibt es hervorragende Wanderreviere. Doch welcher Ort ist am besten zum Überwintern geeignet? Und mit welchen Lebenshaltungskosten müssen Langzeiturlauber auf Teneriffa rechnen? Wir besprechen die wichtigsten Fragen und ich berichte von meinen persönlichen Erfahrungen:

Die besten Orte zum Überwintern

Teneriffa ist sehr bergig, im Landesinneren befindet sich mit dem Pico del Teide (3718 Meter) sogar der höchste Berg Spaniens. Die Berge im Zentrum sind gleichzeitig die wichtigste Wetterscheide der Insel und teilen diese grob in zwei Klimazonen: Den sonnenreichen und eher trockenen Süden / Südwesten sowie den grünen und von gelegentlichen Regenschauern geprägten Norden. Das Wetter ist im Winter im Norden ein wenig unbeständiger. Es regnet durchschnittlich 4-8 Tage im Monat im Norden, im Vergleich zu 2-4 Tagen im Süden. Aber an den meisten Tagen, an denen es regnet, wird es Perioden mit schönem Wetter geben. Und auch für den Norden von Teneriffa gilt: Für nordeuropäische Verhältnisse ist der Winter dort ein absoluter Segen!

Pico del Teide (3718 Meter) / Teneriffa

Der Süden: Costa Adeje / Los Christianos / Playa de las Americas

Im sonnenreichen Süden befindet sich rund um Los Christianos, Playa de las Americas und die Costa Adeje das größte Urlaubszentrum der Insel. Hier ist die Insel flach und verfügt über zahlreiche gute Strände. Die Region besitzt eine Kapazität von über 150.000 Hotelbetten und ist entsprechend auf Massentourismus ausgelegt. Es leben nur wenige Einheimische hier und den kanarischen Flair sucht man leider vergebens. Zum großen Teil handelt es sich nämlich um künstlich angelegte Touristenorte, einschließlich der Strände.

Der Strand von Los Christianos (Playa de las Vistas)

In Costa Adeje sind überwiegend neuere und höherpreisige Hotels mit vier bis fünf Sternen beherbergt und auf ein gepflegtes Aussehen wird Wert gelegt. In der südlich gelegenen Touristenhochburg Playa de las Américas, das in den 70er Jahren entstanden und unkontrolliert gewachsen ist, sind viele ältere Hotels und auch deutlich mehr Bausünden zu finden. Hier kann man besonders günstig Pauschalurlaub machen. Es gibt viele Bars, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten, abends kann es an der Promenade schon mal lauter werden. Vor allem Touristen aus England aber auch aus Skandinavien und Deutschland zieht es in die Region. Für einen Sonnen- bzw. Badeurlaub (bzw. Partyurlaub bei jungen Leuten) eignet sich der Süden sehr gut.

Der bergige Norden rund um Puerto de La Cruz

Bei deutschen Urlaubern sehr beliebt ist der grüne Inselnorden rund um das Touristenzentrum Puerto de La Cruz (ca. 100.000 Einwohner). Die Region ist deutlich bergiger als der Süden und an der steilen Nordküste gibt es nur wenige gute Strände. Im Norden ist anders als im Süden übrigens schwarzer Vulkansand vorherrschend, was zwar schön anzusehen ist aber nicht jedermanns Geschmack ist. Die Strände im Norden besitzen häufig eine starke Strömung und einen hohen Wellengang (besonders im Winter/Frühjahr), so dass in den Wintermonaten nicht selten die rote Flagge an den Stränden weht. Dann ist zwar Sonnenbaden erlaubt, zum Schwimmen ist das Meer allerdings selbst für geübte Schwimmer zu gefährlich.

Wer im Winter baden möchte, muss dann auf den Hotelpool oder ein geschütztes Meerwasserschwimmbad ausweichen, wie beispielsweise der Lago Martinez, direkt im Zentrum von Puerto de La Cruz. Dort wird Wasser aus dem Atlantik in die Swimmingpools gepumpt, so dass man auf das Bad im echten Meerwasser nicht verzichten muss. Der Eintrittspreis liegt bei 5,50 Euro, Sonnenschirme kosten 2,50 Euro extra. Für Langzeiturlauber sind vergünstigte Dauerkarten (60 Euro für 15 Besuche) erhältlich. (Stand: 2021).

Das schöne Meerwasserschwimmbad Lago Martinez in Puerto de la Cruz

Puerto de la Cruz besitzt ca. 30.000 Hotelbetten. Von preiswerten Unterkünften über Ferienwohnungen bis hin zu luxuriösen Hotels ist hier für jeden was dabei. In Puerto de la Cruz ist es trotz der vielen Hotels deutlich ruhiger als in den Touristenhochburgen im Süden der Insel. Der Ort hat ein wenig ein „Rentnerimage“, was sicherlich daran liegt, dass sehr viele Senioren hier Urlauben oder Überwintern. Puerto de la Cruz besitzt eine schöne palmengesäumte Promenade, in der viele Boutiquen, Restaurants, Cafés und auch das bereits genannte Meerwasserschwimmbad zu finden sind.

Blick vom Taoro Park auf Puerto de la Cruz und die Nordküste

Im höher gelegenen Stadtteil „La Paz“ haben sich viele Deutsche Auswanderer dauerhaft niedergelassen. In La Paz befinden sich viele Restaurants und Geschäfte in deutscher Hand, so dass man auch deutsche Produkte einkaufen kann, die anderswo auf Teneriffa nicht erhältlich sind. Auch der schöne botanische Garten von Puerto de la Cruz  ist hier angesiedelt. Der steile Aufstieg vom Stadtzentrum aus über Treppenstufen dauert ca. 10 bis 15 Minuten. Alternativ kann man auch für wenig Geld den Bus oder ein Taxi nehmen.

Das bergige Norden ist für aktive Langzeiturlauber ideal. Wandern und Mountainbike-Touren sind hier beliebte Aktivitäten. Von Puerto de La Cruz erreicht man mit dem Bus, Mietwagen oder geführter Tour problemlos die besten Wanderreviere der Insel. Zu nennen sind hier insbesondere das Anagagebirge (Nordosten – bei der Hauptstadt Santa Cruz), Tenogebirge (Nordwesten, z.B. Mascaschlucht) und das Inselinnere rund um den Pico del Teide.

Die Hauptstadt Santa Cruz

Eine Alternative zu den Touristenzentren ist die Inselhauptstadt Santa Cruz. Die mit 250.000 Einwohnern größte Stadt ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Insel. Die Stadt beherbergt zahlreiche bedeutende Museen, Sehenswürdigkeiten und bietet gute Einkaufsmöglichkeiten. Auch auf Strandbesuche muss man in Santa Cruz nicht verzichten. Einer der schönsten Strände der Insel, der Playa Las Terasitas, liegt nur 7 km vom Stadtzentrum entfernt und ist leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Der Strand wurde künstlich mit Saharasand aufgeschüttet und ist durch eine Mole geschützt, so dass ganzjährig gebadet werden kann. Die Hauptstadt Santa Cruz ist von Puerto de La Cruz aus in ca. einer Stunde mit dem Bus erreichbar.

Der schöne Strand bei Santa Cruz (Playa las Terasitas)

Überwintern abseits der großen Touristenorte?

Seien wir mal ehrlich, Tourismus ist der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig der Insel und Touristen findet man überall auf Teneriffa. Der Haupttourismus dreht sich allerdings um die bereits genannten Orte im Süden wie Costa Adeje, Los Christianos und Las Americas und im Norden um Puerto de la Cruz. Insbesondere im Norden der Insel finden Sie noch einige Orte, an denen das traditionelle spanische Leben stärker ausgeprägt ist als im Süden. Wer abseits der großen Touristenorte überwintern möchte, sollte neben der Hauptstadt Santa Cruz einen Blick auf Orte wie La Laguna, La Orotava und Garachico werfen.

La Orotava liegt im nördlichen Teil von Teneriffa und oberhalb von Puerto de la Cruz im Orotavatal. Mit dem Auto oder Bus ist La Orotava von Puerto de la Cruz in weniger als 15 Minuten zu erreichen und selbst zur Hauptstadt Santa Cruz sind es nur 35 Kilometer Entfernung. Die Altstadt mit seinen historischen Gebäuden und Gärten gilt als eine der schönsten von ganz Teneriffa. Hier lässt sich authentische kanarische Architektur bewundern, insbesondere Häuser mit den typischen Holzbalkonen. Die Stadt fühlt sich ein wenig an wie ein Freilichtmuseum und ein Spaziergang durch die Straßen ist eine angenehme Art, die Zeit zu verbringen. Als Ausgangspunkt für Wanderungen in den Bergen Teneriffas bietet der Ort eine ähnlich gute Lage wie Puerto de la Cruz, lediglich die direkte Meerlage fehlt.

Garachico liegt ganz im Nordwesten von Teneriffa und ist mit seinen knapp 6.000 Einwohnern eher ein Dorf als eine Stadt. Die weißen Häuser mit ihren roten Flachdächern am Fuße des steilen Teide-Massivs bieten einen herrlichen Anblick. In der charmanten Altstadt gibt es mehrere Kirchen, einen wunderschönen Kirchplatz sowie zahlreiche typische kanarische Restaurants, in denen man gut essen kann. Vor der Küste liegt der Felsen “Roque de Garachico”, das berühmte Wahrzeichen der Stadt. An der Promenade laden kleine, natürliche, von Lava geformte Pools zum Baden ein.

Fazit

Wer vor allem Sonne, Strand und Meer sucht, sollte hinsichtlich des Überwinterungsziels eher den Süden auswählen. Wer auf Teneriffa Natur erleben und sich sportlich betätigen möchte, findet im bergigen und grünen Norden bessere Möglichkeiten. Wer einen Mietwagen besitzt, kann natürlich das Beste aus beiden Regionen kombinieren. Die komplette Inseldurchquerung mit dem Auto dauert schließlich nur ca. 1,5 Stunden.

Lebenshaltungskosten auf Teneriffa

Nachdem der passende Urlaubsort gefunden wurde, kommen wir zur zweiten Frage, was kostet eigentlich Überwintern auf Teneriffa. Wir haben und die wichtigsten Punkte wie Anreise, Unterkunft, Krankenversicherung usw. angeschaut und zeigen, was das Leben auf Teneriffa für Langzeiturlauber kostet.

Anreise

Von Deutschland aus gibt es fast tägliche Flugverbindungen nach Teneriffa. Der Flug selbst dauert zwischen 4 und 5 Stunden. Wer den Flug über die bekannten Preisvergleichsseiten wie Skyscanner, Kayak oder Momondo sucht und bucht, findet in der Regel die günstigsten Angebote.

Am günstigsten wird es, wenn man hinsichtlich Abflugtermins möglichst flexibel ist. Statt sich im Vorfeld auf einen bestimmten Reisetag festzulegen, bieten die Flugsuchmaschinen eine Monatsansicht mit den Preisen für jeden Tag auf der gewünschten Strecke. So kann man sehen, an welchen Tagen die Verbindungen besonders günstig sind. Bei den Flugsuchen können außerdem weiter entfernte Flughäfen in die Auswahl einbezogen werden, die ggf. mit Bahnanreise günstiger sind als der Direktflug vom Heimatort. Mit etwas Glück findet man so Flüge für unter 200 Euro (Hin und zurück inkl. Freigepäck von 20 Kilogramm).

Unterkunft

Zentraler Kostenblock beim Überwintern ist natürlich die Unterkunft. Generell kann man sagen, dass die Mietpreise unter denen von Deutschland liegen. Heizkosten fallen auf Teneriffa in Küstennähe selten an. Viele Häuser besitzen auch gar keine Heizung, so dass die Nebenkosten nur aus Strom (ggf. auf Klimaanlage achten), Wasser und ggf. Internetkosten bestehen. Wer allerdings eine Unterkunft abseits der Küste in den Bergen wählt, sollte darauf achten, dass die Unterkunft eine Heizung besitzt. Ansonsten kann es in den schlecht isolierten Häusern in den Wintermonaten ungemütlich kalt werden. Zur Vermietung werden auch Wohnungen in Feriensiedlungen angeboten. Manche Gemeinschaftskomplexe besitzen dann einen Swimmingpool, der mit den anderen Bewohnern des Hauses geteilt wird, was ebenfalls die Nebenkosten steigern kann.

Ferienwohnung vs. Hotel

Beim Überwintern ist eine schöne Unterkunft mit ausreichendem Platz natürlich wichtiger wie bei einem zweiwöchigen Kurzurlaub. Bei langen Aufenthalten sind möblierte Ferienwohnungen deutlich komfortabler und besser geeignet als Hotelzimmer. Ferienwohnungen enthalten häufig wichtige Einrichtungsgegenstände wie beispielsweise eine Waschmaschine oder eine Küche. Dann ist man nicht gezwungen täglich im Restaurant essen zu gehen und kann die Lebenshaltungskosten enorm senken. Dann muss man ggf. selbst putzen, sofern kein Reinigungsservice mitgebucht wurde. Auch auf den Swimmingpool oder Wellnessbereich muss man bei einer günstigen Ferienwohnung in der Regel verzichten, sofern man in Strand- oder Schwimmbadnähe wohnt, dürfte das für die meisten kein großes Problem darstellen.

Wer von früheren Teneriffa-Urlauben bereits Vermieter am Urlaubsort kennt, sollte diese Kontakte nutzen. Eine Direktvermietung ist in der Regel günstiger als die Buchung über einen Vermittler, der für seine Dienste eine Provision verlangt. Mit Glück kann man ein Apartment mit einem Schlafzimmer für weniger als 500 Euro (inkl. Meerblick/Terrasse) im Monat mieten. Alternativ sehe ich Webportale wie Airbnb als gute erste Anlaufstelle. Dort werden weltweit Tausende von Ferienwohnungen und private Unterkünfte online angeboten. Komplett ausgestattete Wohnungen sind bei Airbnb auf Teneriffa schon für weniger als 30 Euro pro Nacht erhältlich, wobei die Vermieter bei Airbnb teilweise Wochen- und Monatsrabatte von 20 bis 40 Prozent anbieten, also ideal für Langzeiturlauber. Da Airbnb eine Provision von den Vermietern nimmt (zwischen 5 bis 15 Prozent), sind die Kosten in der Regel etwas höher als bei einer Direktvermietung.

Airbnb bietet möblierte Wohnungen
Airbnb bietet möblierte Wohnungen

Bei vielen der auf Airbnb angezeigten Ferienwohnungen werden Fotos und Bewertungen von den Vormietern angezeigt, so dass man auch ohne “Vorab-Besuch” einen guten ersten Eindruck von der Wohnung bekommt. Bei den Vermietern handelt es sich häufig um Privatpersonen und nicht immer spricht der Vermieter Deutsch. Grundlegende Englisch bzw. Spanischkenntnisse sind dann von Vorteil. Teilweise wohnen diese dann auch im gleichen Haus, so dass man ggf. gute Tipps zu Restaurants in der näheren Umgebung erhält und erste persönliche Kontakte zu den Einheimischen aufbauen kann (sofern man über ausreichende Spanischkenntnisse verfügt).

Wer statt in einer Ferienwohnung lieber in einem Hotel wohnen möchte, kann das natürlich ebenfalls. Online-Portale wie Booking.com, Expedia oder Weg.de bieten entsprechende Angebote. Dabei sollte man immer die Preise zwischen Online-Buchungsportalen und den Hotel-Webseiten selbst vergleichen. Immer mehr Hotels bieten Zimmer über die eigene Website mittlerweile billiger an als auf den großen Portalen.

Lebensmittelpreise

Die Lebensmittelpreise sind in den Touristenzentren von Teneriffa auf einem ähnlichen Niveau wie in Deutschland. Große Supermärkte sind mittlerweile auch auf Teneriffa präsent und ermöglichen es, die Kosten beim Lebensmitteleinkauf niedrig zu halten. Auch der Discounter Lidl hat sich auf Teneriffa mit zahlreichen Filialen niedergelassen und man findet dort viele Produkte, die man aus Deutschland kennt.

Regional angebautes Obst und Gemüse sowie Fisch und Meeresfrüchte, die vor Teneriffa gefangen wurden, sind günstiger als in Deutschland, was natürlich an den kurzen Transportwegen liegt. Importierte Produkte wie Nudeln, Müsli oder Schokolade sind teurer als in Deutschland. Die Kanaren sind allerdings Freihandelszone, die Mehrwertsteuer beträgt für viele Produkte nur sieben statt den sonst in Spanien üblichen 21 Prozent. Produkte wie beispielsweise Alkohol, Kaffee und Tabakwaren, sind auf den Kanaren  günstiger als in Deutschland.

Lebenshaltungskosten auf den Kanaren
Lebenshaltungskosten auf den Kanaren

Leitungswasser ist gechlort und geschmacklich nicht besonders gut, das Trinken des Wassers stellt aber gesundheitlich keine Gefahr dar. Wer das nicht möchte, kann stattdessen Wasserflaschen oder große 5 bis 8 Liter-Kanister im Supermarkt kaufen. Selbst die großen Kanister kosten nur etwas mehr als 1 Euro.

Wer in den Restaurants und Cafés speist, in denen die Einheimischen verkehren, kann im Vergleich zu den Restaurants in den Touristenzentren (z.B. an der Promenade von Puerto de la Cruz) sparen. Während man in einem Touri-Restaurant schnell 20 Euro oder mehr pro Person bezahlt (inkl. Getränk & Nachttisch), bezahlt man in einem lokalen Restaurant außerhalb der Touristenzentren für ein 3-Gänge-Menü mit Nachtisch und Getränk häufig weniger als 10 Euro pro Person. Zudem sind die Speisen meist authentischer und qualitativ besser als in den Touristenzentren. Ein frisch gezapftes Bier (Caña – 0,2 Liter) gibt’s in den Bars außerhalb der Touristenzentren bereits für knapp einen Euro. Für einen Cappuccino bezahlt man im Durchschnitt weniger als 2 Euro, also deutlich weniger als in Deutschland.

Restaurantpreise auf den Kanaren
Restaurantpreise auf den Kanaren

Transport

Busfahren ist auf Teneriffa sehr günstig möglich. Das ÖPNV-Netz ist auf Teneriffa hervorragend ausgebaut und die Busse fahren regelmäßig zwischen den großen Städten, aber auch in die Wandergebiete im Inselinneren. Wer in Teneriffa Bus fahren möchte, sollte sich zu Beginn eine TenMas (Ten+) Prepaid-Fahrkarte (früher Bonobus) kaufen. Die Karte lässt sich an den Busstationen in den großen Städten (am Schalter oder Automaten) erwerben. Die Kunststoffkarte (ähnlich wie eine Bankkarte) kostet 2 Euro. Im Anschluss kann die Karte am Automaten oder Schalter beliebig aufgeladen wenden. Kürzere Strecken kosten mit der TenMas Karte ein bis zwei Euro pro Person. Für längere Strecken, z. B. mit dem Schnellbus von Puerto de la Cruz in die Hauptstadt Santa Cruz, zahlt man nur 3,45 Euro. Gegenüber Fahrten mit normalen Einzelfahrscheinen sind Fahrten mit der TenMas-Karte 30 bis 50 Prozent rabattiert. Barzahlung ist in den Bussen coronabedingt nicht mehr möglich.

Wer auf Teneriffa lieber individuell unterwegs ist, kann natürlich auch einen Mietwagen buchen. Die Straßen sind in einem recht guten Zustand allerdings mancherorts sehr kurvenreich. Ähnlich wie bei Flügen sind große Preisvergleichs-Webseiten wie Billiger-Mietwagen.de die besten Anlaufstellen. Mietwagenangebote findet man dort bereits ab 10 Euro pro Tag (inkl. Vollkasko). Die Benzin und Dieselpreise sind sehr niedrig, da die Kanaren wie oben erwähnt eine Freihandelszone sind und die Benzinpreise ebenfalls von den stark reduzierten Steuersätzen profitieren.

Aktivitäten

Wer viel Zeit in der freien Natur verbringt (z.B. Wandern, Schwimmen…), für den fallen abseits der Transportkosten und ggf. Eintrittsgelder für das Meerwasserschwimmbad kaum zusätzliche Kosten an.

Krankenversicherung

Auf den Kanaren sind Langzeiturlauber aufgrund des europäischen Sozialversicherungsabkommens durch die hiesige Krankenversicherung abgesichert. Diese deckt allerdings nur die medizinische Grundversorgung auf dem Standard des jeweiligen Gastlandes. D.h. man kann im Fall der Fälle lokale Kassenärzte aufsuchen, die in der Regel aber nur Spanisch / ggf. ein wenig Englisch sprechen. Insbesondere im Norden rund um Puerto de la Cruz haben sich auch einige deutsche Ärzte niedergelassen. Diese rechnen aber nur privat ab, so dass die Kosten ohne Auslandskrankenversicherung selbst zu tragen sind. Auch ein etwaiger Krankenrücktransport mit dem Ambulanzflieger ist durch das Sozialversicherungsabkommen nicht abgedeckt. Entsprechend ist eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung für Überwinterer eine sinnvolle Investition.

 Wer weniger als 56 Tage auf Teneriffa bleiben möchte, kann beispielsweise für 59 Euro (Person ab 65 Jahren) bei der HanseMerkur eine sehr gute Auslandskrankenversicherung abschließen. Der Tarif “Jahres-Auslandskrankenversicherung” wurde von der Stiftung Warentest mit der Note 0,6 (Sehr gut) bewertet und erlaubt beliebig viele Reisen im Jahr mit einer maximalen Dauer von 56 Tagen. Wer länger als 56 Tage auf Teneriffa bleiben möchte, für den ist eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung empfehlenswert. Die Absicherung ist preislich ab etwa 150 Euro monatlich für eine Person ab 65 Jahren erhältlich.

Fazit

Die Lebenshaltungskosten auf Teneriffa hängen natürlich vom eigenen Lebensstandard ab. Wer gerne und häufig im Restaurant essen geht, für den wird der Aufenthalt natürlich teurer. Wer gerne zuhause kocht und dabei auch noch regionale Zutaten verwendet, dem wird es eher gelingen die Kosten niedrig zu halten. Damit man den Langzeiturlaub auf Teneriffa genießen kann, sollte ein monatliches Budget von 1.000 bis 1.500 Euro zur Verfügung stehen.

über mich
Rainer Hellstern

Rainer Hellstern

Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Rainer und ich bin Gründer und Autor des Auswandern Handbuchs. Seit 2008 verfasse ich hier im Blog Beiträge rund um die Themenfelder Arbeiten, Leben und Rente im Ausland. Du findest hier Informationsmaterial zu über 50 Auswanderungzielen weltweit!

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