Revolut Erfahrungen – das smarte Konto für Reisen

Rainer HellsternAllgemeinKommentar verfassen

Dank Smartphone-Banken wie Revolut gibt es heutzutage immer mehr Alternativen zu den klassischen Banken. Was Revolut dabei so besonders macht, das Konto bietet viele Vorteile auf Reisen. Beim Bezahlen im Ausland wendet Revolut den fairen Interbank-Wechselkurs an. In einem einzigen Konto lässt sich zudem Guthaben in bis zu 30 verschiedenen Währungen halten. Schlechte Umtauschkurse und hohe Auslandseinsatzgebühren gehören somit der Vergangenheit an. Über meine Erfahrungen mit Revolut berichte ich im folgenden Testbericht.

Wer steckt hinter Revolut?

Revolut wurde 2015 von Nikolay Storonsky, Vlad Yatsenko und Tom Reay in London gegründet. Die drei Gründer waren davor bei diversen Großbanken (u. a. Credit Suisse, Deutsche Bank) in London beschäftigt. Heute hat das FinTech-Startup bereits über 2.000 Mitarbeiter und betreut weltweit über 10 Millionen Kunden. Pro Tag kommen laut eigenen Angaben bis zu 20.000 Neukunden dazu. Mehr dazu: Wie sicher ist Revolut?

Was kostet das Konto bei Revolut?

Revolut bietet Kunden die drei Tarifvarianten Standard, Premium und Metal mit unterschiedlichen Gebührensätzen an. Das Standardkonto ist kostenlos, während Revolut für anderen beiden Tarifvarianten monatlich 7,99 Euro bzw. 13,99 Euro nimmt.

StandardPremiumMetal
0 Euro im Monat7,99 Euro im Monat13,99 Euro im Monat
Kostenloses UK-KontoKostenloses UK-KontoKostenloses UK-Konto
Kostenloses EUR-IBAN-KontoKostenloses EUR-IBAN-KontoKostenloses EUR-IBAN-Konto
Ausgaben sind zum Interbank-Wechselkurs in mehr als 150 Währungen möglich.Ausgaben sind zum Interbank-Wechselkurs in mehr als 150 Währungen möglich.Ausgaben sind zum Interbank-Wechselkurs in mehr als 150 Währungen möglich.
Umtausch in 30 Fiat-Währungen im Konto (bis €6000 im Monat)Umtausch in 30 Fiat-Währungen im Konto (kein Limit)Umtausch in 30 Fiat-Währungen im Konto (kein Limit)
Kostenlos Bargeld abheben bis zu €200 im MonatKostenlos Bargeld abheben bis zu €400 im MonatKostenlos Bargeld abheben bis zu €600 im Monat
Kostenlose Revolut-Karte (ohne Zustellung)Premium-Karte mit exklusiven DesignsExklusive Revolut Metal-Karte
Diverse Extras: Versicherungen, Kostenlose Lounge-Pässe…Diverse Extras: Versicherungen, Kostenlose Lounge-Pässe, Cashback…
Standard-Konto eröffnenPremium-Konto eröffnenMetal-Konto eröffnen

Welche Leistungen bietet Revolut?

EUR-IBAN-Konto: Während das UK-Konto nur für Nutzer mit Großbritannien-Bezug relevant sein dürfte, ist das Euro-IBAN-Konto für die Nutzung in den Euro-Ländern interessant. Gleich vorneweg: Kunden von Revolut erhalten allerdings keine deutsche IBAN, sondern eine britische IBAN. Diese beginnt mit GB statt DE. Das ist aber in den meisten Fällen kein Problem. Euro Überweisungen innerhalb der SEPA-Zone, egal ob es sich um In- oder Auslandsüberweisungen handelt, dürfen laut einer EU-Richtlinie nämlich keine zusätzlichen Gebühren kosten. Es gibt aber Fälle, in denen ein solches Konto von Nachteil ist: Arbeitgeber bevorzugen beispielsweise ein inländisches Konto und auch das Bestellen mit einer britischen IBAN bei deutschen Händlern kann zu Problemen führen. Eine solche IBAN-Diskriminierung ist im Rahmen des SEPA allerdings nicht zulässig. Unternehmen sind verpflichtet, IBANs aus anderen SEPA-Ländern zu akzeptieren.

Welche Folgen der Brexit hat, bleibt zudem abzuwarten. Großbritannien bleibt definitiv bis Ende der Übergangsphase (Dezember 2020) Teil des SEPA-Raums. Für die Zeit danach wird erwartet, dass UK weiterhin am SEPA-Verfahren teilnimmt. Das ist auch ohne EU-Mitgliedschaft möglich, schließlich nehmen auch Länder wie die Schweiz, Island und Norwegen am SEPA-Verfahren teil. Im Idealfall sind die Änderungen durch den Brexit somit gering.

Gebührenfreies Bezahlen im Ausland: Bei Zahlungen im Ausland verlangt Revolut keine Auslandseinsatzgebühr. Zudem können Reisende in 150 Ländern unter der Woche zum Interbank-Wechselkurs bezahlen. Der Interbank-Wechselkurs ist der Kurs, mit dem Banken untereinander Währungen tauschen. Das ist quasi ein Großhandelspreis den Privatkunden normalerweise nicht erhalten und ein deutlich besserer Wechselkurs, wie man ihn bei Banken, Geldautomaten und Wechselstuben erhält. Allerdings gibt es bei Revolut diesbezüglich einige Einschränkungen:

Nur an Wochentagen (Montag bis Freitag) erhalten Kunden den Interbank-Wechselkurs ohne Aufschläge und Gebühren. Ausgeschlossen davon sind zudem der Thailändische Baht, Russischer Rubel, Ukrainischer Griwna und die Türkische Lira, bei denen Revolut grundsätzlich 1 Prozent aufschlägt.

An den Wochenenden sichert sich Revolut gegen Währungsschwankungen ab. Entsprechend ist der Geldwechsel immer nur mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent für Hauptwährungen (USD, GBP, EUR, AUD, CAD, NZD, CHF, JPY, SEK, HKD, NOK, SGD, DKK, PLN und CZK) und 1 Prozent für Nebenwährungen möglich.

Fremdwährungskonto mit bis zu 30 Währungen kostenlos: Highlight von Revolut ist sicherlich das Fremdwährungskonto. Mit einem Klick lassen sich neben dem Euro-Konto weitere Unterkonten für bis zu 30 andere Währungen anlegen. Sofern man sein Geld in diese Währungen tauschen möchte, findet unter der Woche der Währungstausch zum günstigen Interbank-Kurs statt. Hat man Guthaben in einer bestimmten Währung auf dem Konto und bezahlt im Ausland, wird zunächst das Guthaben in der entsprechenden Währung belastet.

Fremdwährungskonten anlegen
Folgende Fremdwährungskonten sind möglich:
AED (Vereinigte Arabische Emirate – Dirham), AUD (Australischer Dollar), BGN (Bulgarischer Lew), CAD (Kanada Dollar), CHF (Schweizer Franken), CZK (Tschechische Krone), DKK (Dänische krone), EUR (Euro), GBP (britischer Pfund), HKD (Hongkong-Dollar), HRK (Kroatische Kuna), HUF (Ungarischer Forint), ILS (Israelischer Schekel), ISK (Isländische Krone), JPY (Japanischer Jen), MAD (Marokkanischer Dirham), MXN (Mexikanischer Peso), NOK (Norwegische Krone), NZD (Neuseeland Dollar), PLN (Polnischer Złoty), QAR (Katar-Riyal), RON (Rumänischer Leu), RSD (Serbischer Dinar), RUB (Russischer Rubel), SAR (Saudi Riyal), SEK (Schwedische Krone), SGD (Singapur Dollar), THB (Thailändischer Baht), TRY (Türkische Lira), USD (US-Dollar), ZAR (Südafrikanischer Rand)

Kostenlose Revolut-Karte: Es handelt sich hierbei um eine Prepaid Kreditkarte von VISA. Bei einer Prepaid-Karte ist keine Kontoüberziehung möglich. Es kann nur ausgegeben werden, was sich auf dem Konto befindet. Bei Standardkunden handelt es sich um eine virtuelle Karte, die für Zahlungen im Internet verwendet werden kann. Zudem kann die Revolut-Karte zu Apple Pay (oder Google Pay) hinzugefügt werden. Möchte man eine physische Karte bestellen, muss man für die Karte 5,99 Euro Versandkosten bezahlen. Bei Premium und Metal-Kunden ist die Karte bereits im Tarif enthalten und es gibt diverse Layoutoptionen mit exklusiven Designs. Premium und Metal-Kunden erhalten eine neue Karte im Falle eines Kartenverlusts per Expressversand in 4 Werktagen in 180 Länder geliefert.

Bargeldabhebungen: Bargeld kann man bis zum jeweiligen Limit kostenlos abheben. Für Standardkunden liegt dieses bei 200 Euro im Monat. Für alles, was über diesen Betrag hinaus geht, erhebt Revolut einen Aufschlag von 2 Prozent.

Auslandskrankenversicherung: Für Premium und Metal-Kunden gibt es zusätzlich noch einige Extras wie beispielsweise eine enthaltene Auslandskrankenversicherung (maximal 40 Tage Reisedauer, 75 Pfund Selbstbehalt). Standardkunden können die Auslandskrankenversicherung aber für ca. 1 Euro pro Tag dazu buchen. Ganz innovativ: Wer bei seinem Smartphone die Standortinformationen aktiviert hat, kann automatisch eine Auslandskrankenversicherung abschließen, sobald man das Heimatland verlässt und dies vom System festgestellt wird.

Analysen: Wer seine Ausgaben stets im Blick haben möchte, Revolut bietet einige spannende Auswertungen zu täglichen Ausgaben in der App.

Sonstiges: Wer möchte, kann mit Aktien handeln. 3 bzw. 8 kostenlose Transaktionen gibt es für Standard- und Premium-Kunden im Monat, während für Metal-Nutzer keine Begrenzung der kostenlosen Transaktionen besteht. Auch der Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin ist bei Revolut möglich.

Wer darf ein Konto bei Revolut eröffnen?

Die Kontoeröffnung ist für Bürger in zahlreichen europäischen und außereuropäischen Ländern möglich.

Länder in EuropaLänder außerhalb Europas
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland,
Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien,
Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg,
Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien,
Ungarn, Zypern
Australien, Kanada, Singapur, USA

Wie funktioniert die Anmeldung bei Revolut?

Das Konto bei Revolut kann äußerst unkompliziert eröffnet werden, die Kontoeröffnung ist zudem kostenlos. Nach dem Download der App im Google Play Store (Android) / Apple App Store müssen Neukunden den Personalausweis beidseitig mit dem Smartphone fotografieren und zudem einen Selfie zu machen. Der Anmeldevorgang ist sehr benutzerfreundlich gestaltet und dauert nicht mehr als 5 Minuten. Allerdings kann es im Nachgang bis zu einer Woche dauern, bis die Daten vom Personalausweis verifiziert sind. Im Anschluss werden Nutzer aufgefordert eine erste Einlage von mindestens 10 Euro auf das Konto zu tätigen, denn es handelt sich bei Revolut um ein Guthabenkonto. Nur wer Geld auf dem Konto eingezahlt hat, kann dieses auch nutzen.

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Wie sicher ist ein Konto bei Revolut?

Revolut wird gerne als britischer Konkurrent zur hiesigen Smartphone-Bank N26 beschrieben, doch es gibt einige Unterschiede zwischen den beiden Unternehmen. Revolut ist durch die britische Finanzmarktaufsicht FCA (ähnlich wie die Bafin in Deutschland) unter den Electronic Money Regulations 2011 zugelassen und darf gewisse Finanzdienstleistungen für Verbraucher erbringen, hat aber anders als N26 keine europäische Vollbanklizenz. Entsprechend greift bei Revolut nicht die Einlagensicherung, die bei europäischen Banken Einlagen bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Kunde schützt.

Revolut muss deshalb die Kundengelder auf getrennten Konten bei einer Institution der ersten Ebene aufbewahren und hat keinen Zugriff auf diese Konten. Barclays / Lloyds sind diese Banken im Falle von Revolut. Sollte Revolut zahlungsunfähig werden, könnten Kunden die Gelder von den beiden Banken zurückfordern. Allerdings greift im Falle einer Insolvenz der beiden Banken nicht die Einlagensicherung für die Kunden von Revolut!

Fazit

Revolut bietet eine sehr innovative Lösung für Menschen, die Bankgeschäfte gerne am Smartphone tätigen. Als Gehaltskonto sehe ich Revolut aufgrund der fehlenden deutschen IBAN und Einlagensicherung als kritisch, auf Reisen ist das Revolut-Konto aber eine gute und günstige Kreditkarten-Alternative. Spannend finde ich zudem die Fremdwährungskonten, diese erhält man bei anderen Banken normalerweise nicht kostenlos und so komfortabel ins Konto integriert.

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Wie ist deine Meinung zu Revolut? Welche Erfahrungen hast du gesammelt?

über mich
Rainer Hellstern

Rainer Hellstern

Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Rainer und ich bin Gründer und Autor des Auswandern Handbuchs. Seit 2008 verfasse ich hier im Blog Beiträge rund um die Themenfelder Arbeiten, Leben und Rente im Ausland. Du findest hier Informationsmaterial zu über 50 Auswanderungzielen weltweit!

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