Rente in Spanien: Als Rentner nach Mallorca und Co. auswandern

Rainer HellsternRente im AuslandKommentar verfassen

Spanien - Mallorca

Spanien buhlt mit seinen langen Küsten und sonnenverwöhnten Inseln um die Gunst deutscher Rentner. Günstige Immobilienpreise und niedrige Lebenshaltungskosten kommen hier ebenso zum Tragen wie das milde Klima. Neben Andalusien und der Costa Brava stehen Mallorca und die Kanarischen Inseln bei deutschen Rentnern besonders hoch im Kurs.

Beliebte Regionen für den Ruhestand

Für viele Rentner ist Mallorca das Traumziel für eine Auswanderung. Die Lieblingsinsel der Deutschen ist ideal für Rentner, die ein mildes und mediterranes Klima schätzen. Was oft als regelmäßiger Urlaub zu berufsaktiven Zeiten begann, wird nach der Pensionierung zum dauerhaften Lebensmittelpunkt. Auswanderer leben dort gerne in der eigenen oder einer gemieteten Immobilie. Mallorca zählt zu den Regionen mit der höchsten Rate an zugezogenen Rentnern aus Deutschland überhaupt, rund 30.000 (andere Quellen sprechen von 50.000) sollen zumindest den größten Teil des Jahres auf der Baleareninsel leben.

Neben Mallorca gelten die Kanaren als Top-Ruhestandsziel. Aufgrund der Äquatornähe ist das Klima ganzjährig mild und an durchschnittlich 300 Tagen im Jahr scheint die Sonne. Die Kanaren werden aus diesem Grund als die „Inseln des ewigen Frühlings“ bezeichnet. Zahlreiche Rentner haben sich auf Teneriffa, der größten Kanareninsel niedergelassen, wobei der Norden rund um Puerto de la Cruz das bevorzugte Ziel ist. Die Temperaturen im Norden Teneriffas fallen selten unter 15 Grad, aber auch im Sommer ist es angenehm kühl und fast nie über 30 Grad. Die Stadt mit knapp 30.000 Einwohnern bietet eine schöne Promenade, ein Meerwasserschwimmbad, Geschäfte, Restaurants und Einkaufszentren. Die Hauptstadt Santa Cruz ist mit dem Bus in knapp 40 Minuten erreichbar. Die Verbindungen sind sehr regelmäßig, so dass nicht unbedingt ein Auto benötigt wird. In der Region um Puerto de la Cruz kann man sehr gut wandern, wobei der Norden Teneriffas allerdings auch sehr bergig ist.

Andalusien, die südlichste Region auf dem Festland, ist ebenfalls ein beliebtes Ruhestandsziel und hat knapp 3.000 Sonnenstunden im Jahr. Die Küste im Süden Spaniens, die 300 km lange Costa del Sol, bietet zahlreiche schöne Strände. In Torrox, einem kleinen Urlaubsort an der Costa del Sol, haben beinahe 4.000 Deutsche ihren Wohnsitz angemeldet. Damit ist die Stadt mit 19.000 Einwohnern die Stadt mit den meisten deutschen Einwanderern auf dem spanischen Festland. In Torrox haben sich auch deutsche Bäcker, Metzger und Friseure niedergelassen. Einmal im Jahr wird sogar ein Oktoberfest gefeiert. Neben Sonne, Strand und Meer bietet Andalusien aber auch sehr viel Geschichte. In den Städten Córdoba, Granada und Sevilla sind zahlreiche beeindruckende Denkmäler der 800-jährigen Maurenherrschaft zu finden.

Klima

Gründe als Rentner seinen Lebensmittelpunkt in den Süden zu verlegen, gibt es viele. Ausschlaggebend für die meisten Spanienauswanderer ist das milde mediterrane Klima. Wer unter Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Asthma, Rheuma oder Gelenkentzündungen leidet, erlebt bei einem längeren Aufenthalt in Spanien oft spürbar eine Verbesserung.

Nachteile sollten allerdings auch nicht verschwiegen werden. Auf der deutschen Lieblingsinsel Mallorca werden die Winter von Neu-Auswanderern gerne unterschätzt. Die touristische Saison auf Mallorca beginnt erst im April und hört im Oktober wieder auf. Zwar gibt es auf Mallorca im Winter keine Minusgrade, von November bis März kann es auf Mallorca allerdings kalt, regnerisch und ungemütlich werden. Feuchtigkeit ist dann ein größeres Problem und erfordert regelmäßiges Heizen. Da eine zentrale Heizungsversorgung in der Regel nicht existiert, sorgen in der Mehrzahl Elektroheizungen für eine warme Stube, was allerdings sehr ins Geld gehen kann. Ein Kamin und mit Holz zu befeuernde Öfen stellen Alternativen dar. Wer in der eigenen Immobilie Wert auf eine Heizung nach deutschem Vorbild legt, muss sich einen Öltank oder einen Gastank anschaffen und eine entsprechende Heizung einbauen lassen. Letztendlich entscheidet das individuelle Wärmebedürfnis, wie geheizt wird, denn nicht wenige mallorquinische Wohnungen der Einheimischen auch neuerer Bauart verfügen als Heizquelle nur über eine offene Feuerstelle.

Für einen ganzjährigen Aufenthalt ideal sind eher Andalusien, ganz im Süden der iberischen Halbinsel, oder die “Inseln des ewigen Frühlings” wie Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote, Teneriffa oder La Palma. Auf den Kanaren fällt das Thermometer ganzjährig nie unter 15 Grad.

Lebenshaltungskosten

Hinsichtlich der Lebenshaltungskosten (Lebensmittel, Mieten, Energie) ist Spanien im Durchschnitt 11 Prozent günstiger als in Deutschland. Das ergab eine Studie des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2019. Allerdings gibt es große Unterschiede, wo man sich in Spanien niederlässt. In den Metropolen und den großen Touristenzentren ist das Leben teurer als im Rest des Landes. Auf Mallorca werden Rentner von den Lebenshaltungskosten her in etwa mit dem auskommen, was ihnen auch zu Hause zur Verfügung steht.

Anreise

Für Spanien spricht auch die kurze Anreise. In zwei Stunden ist Mallorca mit dem Flugzeug von Deutschland aus zu erreichen. Es gibt tägliche Direktverbindungen von vielen deutschen Flughäfen. Auch die Kosten sind bei rechtzeitiger Buchung überschaubar. Etwas weiter als Mallorca entfernt liegen die Kanaren (Gran Canaria, Teneriffa, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma…) vor der Küste Westafrikas. Mit einer Flugzeit von knapp 4 Stunden und beinahe täglichen Direktflügen sind die Inseln aus Deutschland aber immer noch bequem zu erreichen.

Anmeldung

Einwanderer aus Deutschland müssen aufgrund der EU-Mitgliedschaft von Spanien keinen Visumsantrag stellen. Für einen dauerhaften Aufenthalt ist lediglich die Anmeldung im Rathaus / Einwohnermeldeamt des Wohnsitzes „Ayuntamiento“ notwendig. Hierfür muss der Reisepass oder der Personalausweis sowie ein Nachweis des neuen Wohnsitzes vorgelegt werden. Denkbar ist beispielsweise der Mietvertrag oder die letzte Telefon- bzw. Stromrechnung.

Krankenversicherung

Aufgrund des EU-Sozialversicherungsabkommens können deutsche Rentner weiterhin Mitglied der hiesigen gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. Nach dem Umzug und der Anmeldung wird man zudem Mitglied in der spanischen Einheitskrankenversicherung Seguridad Social. Deren Leistungen kann man dann am neuen Wohnort in Spanien in Anspruch nehmen. Als Rentner in Spanien erhält man allerdings nur die Leistungen, die dort für gesetzlich Versicherte üblich sind. Beispielsweise werden Zahnbehandlungen sowie Geh-, Seh- und Hörhilfen in Spanien nicht von der Kasse bezahlt.

In den großen Touristenzentren haben sich häufig auch deutsche Ärzte niedergelassen, diese rechnen aber in der Regel privat ab und müssen dann vom Patienten selbst gezahlt werden. Wer diese Kosten nicht tragen möchte, kann eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abschließen.

Sprache

Ein Vorteil von Spanien ist, dass in den Touristenhochburgen häufig Deutsch gesprochen wird. Es gibt eine stark vernetzte deutsche Community mit deutschen Supermärkten, Firmen und Gastronomie. Zahlreiche deutsche Dienstleister wie Rechtsanwälte und Ärzte, Steuerberater, Immobilienmakler und Handwerker haben sich in Spanien niedergelassen. In Palma de Mallorca gibt es sogar einen deutschen Pfarrer, der sich ausschließlich um deutsche Residenten und auch die Seniorenbetreuung kümmert. Aber: Der Respekt gegenüber den Einheimischen legt es nahe, ein wenig Spanisch zu erlernen. Und am spanischen Lebensstil kann natürlich viel leichter teilhaben, wer auch mit den Nachbarn plaudern kann. Ein paar Brocken Spanisch können zudem nicht schaden, um sich mit den Behörden besser zu verständigen.

Rentenzahlung

Die Deutsche Rentenversicherung bezahlt die Rente problemlos auf das gewünschte Konto in Deutschland oder Spanien.

Die Rente in Spanien versteuern

Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Spanien besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) vom 03.02.2011. Laut dem DBA werden bei einem Wohnsitz in Spanien gesetzliche Renten in Spanien besteuert (Artikel 17). Sofern der Renteneintritt nicht vor dem Jahr 2015 stattfand, sind die Renten allerdings auch in Deutschland steuerpflichtig. Die Steuerbelastung in Deutschland darf aber bis zum Jahr 2029 nicht mehr als 5 Prozent der Bruttorente betragen und ab dem Jahr 2030 10 Prozent. Beamtenpensionen bleiben in Deutschland steuerpflichtig (Artikel 18).

über mich
Rainer Hellstern

Rainer Hellstern

Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Rainer und ich bin Gründer und Autor des Auswandern Handbuchs. Seit 2008 verfasse ich hier im Blog Beiträge rund um die Themenfelder Arbeiten, Leben und Rente im Ausland. Du findest hier Informationsmaterial zu über 50 Auswanderungzielen weltweit!

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