Als Rentner nach Frankreich auswandern – die Côte d’Azur lockt Auswanderer!

Rainer HellsternRente im Ausland1 Comment

Den Ruhestand in Nizza genießen (Frankreich)

Frankreich ist das fünftbeliebteste Zielland für deutsche Rentner. Das berühmte Savoir vivre (Wörtlich: ‚verstehen, zu leben’) macht das Nachbarland besonders attraktiv bei Rentnern und Pensionären, die im Ruhestand einen gehobenen und gleichzeitig lockeren Lebensstil bevorzugen.

Beliebte Regionen

Die Grand Nation bietet für Auswanderer vielfältige Möglichkeiten zwischen Alpen, Mittelmeer und Atlantikküste. Die Hauptstadt Paris ist zwar das beliebteste Reiseziel des Landes und bietet unzählige Sehenswürdigkeiten, Kultur, Kunst und Geschichte, doch Rentner zieht es eher selten in die  große und extrem teure Millionen Metropole.

Die beliebteste Region für ausgewanderte Rentner ist ganz klar die Provence in Südfrankreich mit der Mittelmeerküste, der Côte d’Azur. Die Region im Südosten Frankreichs an der Grenze zu Italien lockt Rentner mit einem ganzjährig milden Klima, herrlichen Küsten und endlosen Stränden. Orte wie Nizza, Cannes oder Saint-Tropez haben klangvolle Namen, die jeder kennt und wohlhabenden Rentnern und Pensionären einen Lebensstandard auf hohem Niveau versprechen. Das dazugehörige Hinterland mit kleinen Dörfern, malerischen Altstädten und provenzalischen Märkten lädt zu ausgedehnten Erkundungstouren ein. Die französische Mittelmeerküste besitzt ein mediterranes und ganzjährig mildes Klima, selbst in den Wintermonaten sind an wärmeren Tagen noch bis zu 15 °C möglich. Mit über 300 Sonnentagen im Jahr ist die Côte d’Azur für sonnenhungrige Auswanderer ideal.

Wegen der Nähe zu Deutschland ist auch das Elsass, die Region links des Rheins, ein beliebter Wohnort für Deutsche Auswanderer. In der Region Elsass und in Lothringen wird noch am ehesten Deutsch verstanden und gesprochen. Das Klima im Elsass ähnelt dem in Süddeutschland sehr stark und zeichnet sich durch ausgeprägte Jahreszeiten und Temperaturunterschiede aus. Mit strengen Wintern und warmen Sommern ist zu rechnen.

Immobilienpreise

Immobilien an der Côte d’Azur sind ebenfalls sehr teuer. Eine 140-Quadratmeter-Wohnung in Nizza kann bis zu bei 500.000 Euro kosten. Quadratmeterpreise von 4.000 Euro und in Luxuslagen sogar, bis zu 10.000 Euro sind hier möglich. Wer ein günstiges Ferienhaus oder Eigenheim sucht, sollte eher im Hinterland suchen. Wer auf Meerblick verzichten kann, findet weiter entfernt eher noch ein Schnäppchen.

Anmeldung in Frankreich

Spätestens drei Monate nach dem Umzug ist die Anmeldung bzw. ein Antrittsbesuch im Rathaus in Frankreich erforderlich. Wer den Termin versäumt, muss ein Bußgeld bezahlen. Den Reisepass bzw. Personalausweis sollte man hierfür mitbringen, zusätzlich sind der Mietvertrag und die letzte Stromrechnung sinnvoll. Einwanderer erhalten dann eine Anmeldebestätigung. Eine zusätzliche Aufenthaltserlaubnis ist für Bürger der Europäischen Union nicht mehr erforderlich, schließlich gibt es innerhalb der EU Personenfreizügigkeit.

Krankenversicherung

Wer als Rentner nach Frankreich zieht, bleibt aufgrund des Sozialversicherungsabkommens weiterhin Pflichtmitglied der gesetzlichen Krankenversicherung. Diese zahlt im Ausland aber nur gemäß des französischen Standards. Die medizinische Versorgung in Frankreich verlangt einen sehr hohen Eigenanteil des Patienten. Der Patient muss beispielsweise bei Arzt- und Zanharztbehandlungen einen Eigenanteil von 30% übernehmen. Vor Behandlungen sollte man daher immer einen Kostenvoranschlag einholen.

Sprache

Wer den Ruhestand in Frankreich verbringen möchte, sollte über gute Französischkenntnisse verfügen. Englisch und teilweise auch Deutsch werden zwar an den Schulen des Landes unterrichtet, trotzdem sind fließende Englischkenntnisse weit weniger verbreitet als bei uns. Die Franzosen sind außerdem berühmt für ihren Nationalstolz und viele Franzosen sprechen ungern eine andere Sprache als die eigene, selbst wenn sie es könnten. Lediglich im grenznahen Elsass und in Lothringen wird gelegentlich Deutsch gesprochen, Grundkenntnisse des Französischen erleichtern allerdings spürbar den Alltag helfen bei der Integration. Wenn das Schulfranzösisch etwas eingerostet bzw. nicht vorhanden ist, ist es unbedingt empfehlenswert, im Vorfeld der Auswanderung einen Auffrischungskurs zu machen. Französischkurse sind mittlerweile sehr günstig online oder bei vielen Volkshochschulen möglich.

Rentenzahlung

Deutsche Rentner haben die Wahl. Die Rente kann von der Deutschen Rentenversicherung sowohl auf ein Konto in Deutschland oder in Frankreich ausgezahlt werden. Beide Länder sind Teil des europäischen Zahlungsverkehrsraums (SEPA) und laut einer zentralen Verordnung dürfen Euro Überweisungen innerhalb der EU maximal 1 Bankarbeitstag dauern. Auch die Kosten dürfen nicht höher sein als bei einer Inlandsüberweisung in Deutschland. Es ist somit nicht zwingend erforderlich, ein Konto in Frankreich zu eröffnen. Wer das Konto in Deutschland beibehält, sollte allerdings schauen, dass die Bankgebühren möglichst niedrig sind und Geld abheben in Frankreich kostenlos ist. Ein teurer Filialservice wird nicht mehr benötigt, da hiesige Banken und Sparkassen in Frankreich in der Regel keine eigenen Filialen besitzen, die man nutzen könnte. Stattdessen sollte man Bankgeschäfte mittels Online-Banking tätigen. Bei zahlreichen Direktbanken findet man diesbezüglich gute Angebote.

Die Rente in Frankreich versteuern

Zwischen Deutschland und Frankreich besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), welches regelt, in welchem Land bei Auslandsrentnern die Rente zu versteuern ist. Das ursprüngliche DBA stammt aus dem Jahr 1959, im März 2015 wurde allerdings ein Zusatzabkommen geschlossen, in dem das Besteuerungsrecht für Rentenzahlungen geändert wurde. Das Zusatzabkommen sieht neu vor, dass die gesetzliche Rente ab dem Jahr 2016 im Wohnsitzstaat (bei Auslandsrentnern also in Frankreich) besteuert wird. Rentenzahlungen aus der gesetzlichen Rente bis 2015 sind noch im Herkunftsstaat (in Deutschland) steuerpflichtig. Beamtenpensionen sind von dem Zusatzabkommen unberührt und bleiben wie im ursprünglichen Doppelbesteuerungsabkommen von 1959 vereinbart weiterhin in Deutschland steuerpflichtig.

über mich
Rainer Hellstern

Rainer Hellstern

Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Rainer und ich bin Gründer und Autor des Auswandern Handbuchs. Seit 2008 verfasse ich hier im Blog Beiträge rund um die Themenfelder Arbeiten, Leben und Rente im Ausland. Du findest hier Informationsmaterial zu über 50 Auswanderungzielen weltweit!

One Comment on “Als Rentner nach Frankreich auswandern – die Côte d’Azur lockt Auswanderer!”

  1. Avatar
    Elvira

    Liebe Freunde,

    möchte mit jemanden Kontakt aufnehmen, der nach Nizza ausgewandert ist und seine Erfahrungen mit mir teilen könnte und möchte.

    Bin Rentnerin, möchte gerne die Lebensart und die Sonne nizzas genießen.

    Liebe Grüße
    Elvira.

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