Als Rentner in die USA auswandern – Florida, Kalifornien und Co.

Rainer8.02.2016 in Rente im Ausland

Miami - South Beach - Florida cc Wadester16 Flickr

Die USA zählen zu den beliebtesten Zielen für deutsche Rentner, wenn es um den Ruhestand im Ausland geht. Vor allem der Sonnenstaat Florida zieht Zehntausende von Senioren aus Deutschland an. Statt den nasskalten Wintern hierzulande, können Ruheständler in Florida ganzjährig ein warmes und sonniges Klima genießen. Doch so ganz reibungslos geht die Übersiedelung von Ruheständlern in die Vereinigten Staaten nicht. In den USA gibt es strenge Vorschriften für die Vergabe der Greencards (Daueraufenthaltsberechtigungen). Nur wer gut vorbereitet über den großen Teich zieht, erlebt keine unliebsamen Überraschungen.

Rentnerparadies Florida

Florida hat schon lange den Ruf ein Rentnerparadies zu sein. An durchschnittlich 360 Tagen im Jahr scheint hier die Sonne, der Bundesstaat bietet entlang der 2.173 km langen Küstenlinie unzählige Traumstrände und auch die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu anderen US-Bundesstaaten wie New York und Kalifornien niedrig. Über zwei Millionen zumeist US-Rentner haben sich bereits dauerhaft in dem Sonnenstaat nieder­gelassen. Damit ist Florida der Bundesstaat mit dem höchsten Altersdurchschnitt in den gesamten Vereinigten Staaten (41 Jahre). Florida hat sich auch hervorragend auf die ältere Zielgruppe eingestellt. Teilweise existieren in Florida regelrechte Senioren-Städte mit perfekt auf die Bedürfnisse der älteren Bürger angepasster Infrastruktur.

Viele Rentner bevorzugen hinsichtlich des Alterswohnsitzes Floridas Golfküste. Das hat verschiedenste Gründe: Der Westen Floridas ist zum einen deutlich weniger dicht besiedelt als die Atlantikküste. Insbesondere im Vergleich zur Atlantikküste rund um den Großraum Miami / Fort Lauderdale mit seinen 5 Millionen Einwohnern geht es im Westen vielerorts deutlich ruhiger und entspannter zu. An der Westküste gibt es viele schöne Badestrände. Diese haben seichtes, flach abfallendes Wasser und außerdem weniger Wellengang wie auf der Atlantikseite. Als besonders beliebt bei deutschen Rentnern gilt die Region um Fort Myers / Cape Coral. Insbesondere Cape Coral, das wegen seiner zahlreichen Kanäle wie ein Mini-Venedig wirkende Örtchen, zieht immer mehr Ruheständler aus Deutschland an.

Cape Coral, Florida. Foto: Pixabay.com

Cape Coral, Florida. Foto: Pixabay.com

An der Westküste rund um Cape Coral / Fort Myers sind die Immobilienpreise für Florida­verhältnisse zudem sehr günstig. Ein netter Bungalow unter Palmen ist in Cape Coral durchaus für 100.000 Dollar auf dem Markt erhältlich, wobei der durchschnittliche Verkaufspreis bei Häusern aktuell (Stand: Februar 2016) bei ca. 185.000 US-Dollar liegt. In Florida sind die Immobilienpreise infolge der Finanzkrise von 2008 um bis zu 60 Prozent gefallen und liegen momentan noch deutlich unter den Höchstwerten von vor der Finanzkrise.

Naples Florida Foto: Pixabay

Naples, Florida. Foto: Pixabay.com

Wer finanziell gut ausgestattet ist, zieht gerne in Lifestyle-Orte wie Naples (ebenfalls Golfküste – 70 km südlich von Fort Myers) oder das mondäne Palm Beach auf der Atlantikseite. Die beiden Städte zählen zu den wohlhabendsten Gemeinden in den ganzen USA. Der durchschnittliche Häuserpreis liegt allerdings  weit höher als in Fort Myers / Cape Coral. Wer in Naples eine Immobilie erwerben möchte, bezahlt im Durchschnitt 299.950 US-Dollar. Nach oben hin gibt es kaum Grenzen. Villen in Naples können bis zu 40 Millionen Dollar kosten.

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Welche Alternativen gibt es zu Florida?

Die Vereinigten Staaten sind gut 25-mal so groß wie Deutschland, entsprechend gibt es hinsichtlich eines Alterswohnsitzes zahlreiche weitere Alternativen. Allerdings sind nicht alle Regionen gleicher­maßen als Ruhestandsziel beliebt. In den hohen und kalten Norden, beispielsweise nach Alaska, zieht es Rentner nur in ganz seltenen Fällen. Viele bevorzugen ein warmes und sonniges Klima und idealerweise auch Küstennähe. Die beliebtesten Regionen für den Ruhestand in den USA liegen daher fast ausschließlich im Süden der USA, im sogenannten „Sun Belt“ (übersetzt Sonnen­gürtel).

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Sun belt“ von User:Derfel73; User:TheshibbolethFile:Map_of_USA_highlighting_Sun_Belt.png Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Blank US Map.svg. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Der Sonnen­gürtel dehnt sich vom Süd­westen der USA bis zum Südosten aus. Die bekanntesten Bundes­staaten sind im Westen (Süd-)Kalifornien, Nevada, Arizona, Texas und im Osten Florida und South Carolina. Vom Online Magazin Topretirements.com neben Florida zu den besten Ruhestandszielen gekürt wurden die Städte Charleston, Beaufort und Myrtle Beach (alle South Carolina), Asheville (North Carolina), Austin (Texas) und Prescott, in der sonnenreichen Wüste von Arizona. Insbesondere die Südstaaten stellen auch preislich eine gute Alternative zu Florida dar.

Kalifornien ist ebenfalls ein beliebtes Ziel für Rentner, die den Ruhestand unter der kalifornischen Sonne genießen möchten. Der Bundesstaat hat allerdings ein anderes Steuerrecht als das vergleichsweise preiswerte Florida und so sind hier Grundstücke und Immobilien erheblich teurer. Auch die Lebenshaltungskosten sind mit die höchsten in den Vereinigten Staaten. Zahlungskräfte Individualisten zieht es beispielsweise in das schöne Santa Monica am Pazifik oder das wohlhabende Örtchen Pacific Palisades (beides Vororte von Los Angeles). San Diego (weiter im Süden) ist ebenfalls ein beliebtes Ziel für Ruheständler.

Das tropische Inselparadies von Hawaii mit seinen Traumstränden ist ebenfalls eine interessante Option für den Ruhestand, allerdings sind auch hier die Lebenshaltungskosten deutlich höher als in Florida. Immobilien, Mieten und Lebensmittel sind im Durch­schnitt 30 % teurer als auf dem amerikanischen Festland. Auch die Entfernung nach Hawaii ist gewaltig, die Flugzeit von Deutschland nach Honululu beträgt mindestens 20 Stunden.

Gibt es ein Rentnervisum für die USA?

Ein Rentnervisum, wie etwa in Thailand oder Südafrika erhältlich, gibt es für die USA leider nicht. Egal, wie viel US-Dollar ein deutscher Rentner mit in die Staaten bringt, er/sie muss sich mit einem temporären Aufenthalt von maximal 180 Tagen begnügen. Das Visa Waiver Programm ermöglicht Deutschen Staatsbürgern relativ unkompliziert einen 90-tägigen USA-Aufenthalt. Im Vorfeld des Aufenthalts muss online der sogenannte Esta-Antrag gestellt werden (Kosten: 14 Dollar). Das B-2 Besuchervisum erlaubt Aufenthalte von bis zu 180 Tagen am Stück (Kosten: 160 Dollar). An dieser Aufenthaltsbeschränkung ändert auch ein Immobilienbesitz in den USA nichts. Unter gewissen Voraussetzungen (und mit sehr hohen Kosten verbunden) ist eine Greencard für Unternehmer in den USA möglich. Doch die wenigsten Rentner möchten in den USA ein Unternehmen gründen bzw. leiten. Wer dauerhaft in die USA auswandern möchte, für den bleibt meist nur die Teilnahme an der jährlichen Greencard-Lotterie, bei der jährlich 50.000 Greencards (Daueraufenthaltsberechtigungen) verlost werden. Wer bei der Greencard Lotterie kein Glück hat, dem bleibt nur die Überwinterung in den USA und ein Sommerwohnsitz in Deutschland. Die beste Reisezeit für Florida ist nämlich in den Wintermonaten von November bis März, wenn es angenehm warm und trocken ist bei maximal 26 Grad.

Medizinische Versorgung in den USA

Krank werden kann in den USA teuer werden. In keinem Land der Erde kosten Behandlung und Medikamente mehr als in den USA. Ein einziger Tag im Krankenhaus kann zwischen 2.000 und 4.000 US-Dollar kosten. Zudem ist Barzahlung beim Arzt und im Krankenhaus Usus, unabhängig davon ob man versichert ist oder nicht. Ausländer ohne Daueraufenthaltsberechtigung werden nicht in eine amerikanische Krankenversicherung aufgenommen, die hiesige Krankenversicherung übernimmt in den USA keine Kosten. Der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung ist daher vor Reiseantritt unbedingt empfehlenswert.

Sprachkenntnisse

Englischkenntnisse sind für Rentner in Florida unbedingt von Vorteil, auch wenn es gerade in Florida immer mehr deutsche Überwinterer, Dienstleister, Makler und Rechtsanwaltsbüros gibt. Auch Spanischkenntnisse werden in den USA immer wichtiger. In Florida ist Spanisch aufgrund der vielen lateinamerikanischen Einwanderer regional Zweitsprache. Ganz ähnlich verhält es sich in anderen Bundesstaaten wie beispielsweise Kalifornien.

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