Ist Auswandern auch ohne Ausbildung sinnvoll?

Rainer17.10.2013 in Arbeiten im Ausland

Auch in jungen Jahren träumen viele vom Auswandern. Doch ist eine Auswanderung ohne Ausbildung und Berufserfahrung überhaupt sinnvoll? Ist es nicht besser ein paar Jahre zu warten und hierzulande erst mal eine solide Ausbildung abzuschließen? Ich habe mir die Frage im Detail angeschaut:

Wenig Chancen ohne Ausbildung

Auch in anderen Ländern hat man ohne Ausbildung nur Chancen auf die gering qualifizierten und schlecht bezahlten Jobs! Viele Länder sind von der Wirtschaftskrise deutlich stärker betroffen als Deutschland, Jobs sind Mangelware und ohne gute Sprachkenntnisse ist man faktisch chancenlos. In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit beispielsweise bei 50%. Junge Spanier gehen momentan eher den umgekehrten Weg und wandern nach Deutschland aus. In vielen anderen EU-Ländern oder der USA sehen die Chancen für ungelernte Arbeitskräfte ähnlich schlecht aus. In Ländern wie der Golfregion (z.B. Dubai, Abu Dhabi und Co.) werden zwar ungelernte Arbeitskräfte im Bausektor benötigt, man greift aber gerne auf Billiglöhner aus andern asiatischen Ländern zurück. Und deren Arbeits- und Lebensbedingungen sind häufig katastrophal.

Die Ausbildung

auwandern-ohne-ausbildungEin duales Ausbildungssystem, mit Berufsschule und praktischer Ausbildung im Betrieb wie in Deutschland, gibt es nur in sehr wenigen Ländern (z.B. in der Schweiz und Österreich). In vielen anderen Ländern findet die Ausbildung an privaten oder staatlichen (Fach)Schulen statt. Die Folge ist, dass die dortigen Berufsschüler über deutlich weniger Praxiserfahrung verfügen. Hierzulande wird man während der Ausbildung zudem bezahlt. Anderswo können Ausbildungs- und Studiengebühren anfallen, so dass man nach der Ausbildung gleich mal verschuldet ist (Beispiel USA). Aufgrund der größeren Praxisanteile und der zusätzlichen Bezahlung spricht also sehr viel für eine Ausbildung in Deutschland. Übrigens immer mehr Länder möchten das hiesige Erfolgsmodell übernehmen und planen ebenfalls ein duales Ausbildungssystem.

In einer ähnlichen Lage befinden sich auch angehende Studenten. Während hierzulande Studiengebühren fast durchgängig wieder abgeschafft wurden, kann ein Studium im Ausland richtig teuer werden. Wer studieren möchte, kann dies nirgends so günstig wie in Deutschland!

Fachkräfte werden weltweit gesucht

Handwerker in Kanada, Krankenschwestern in Australien oder Touristiker in Abu Dhabi, qualifizierte Fachkräfte werden weltweit gesucht! Selbst das Bäckerhandwerk, welches aufgrund extremer Arbeitszeiten und der Konkurrenz durch Billigketten hierzulande immer unpopulärer wird, bietet im Ausland noch Perspektiven (Z.B. Kanada oder Australien). Die Ausbildung „Made in Germany“ steht nach wie vor für Qualität und mit hochwertigen Produkten & Dienstleistungen lässt sich auch im Ausland noch gutes Geld verdienen!

Ohne Ausbildung kein Visum

Beliebte Auswanderungsziele wie z.B. Kanada, Australien oder Neuseeland haben sehr strenge Richtlinien, was die Einwanderung betrifft. Häufig entscheidet ein Punktesystem ob man einwandern darf oder nicht. Die meisten Punkte gibt es für die Themen Berufsausbildung / Studium, Berufserfahrung und Sprachkenntnisse. Zusätzliche Punkte gibt es, wenn ein konkretes Jobangebot vorliegt. Die Firmen müssen dann aber nachweisen, dass man keinem Einheimischen den Job wegnimmt. Ohne adäquate Ausbildung fällt diese Begründung jedem Arbeitgeber schwer!

Fazit

In den meisten Fällen ist es sinnvoll zunächst eine Ausbildung (oder ein Studium) in Deutschland zu absolvieren. Dadurch steigen die Erfolgsaussichten für die Auswanderung beträchtlich.

Wer sein Traumland bereits gefunden hat, sollte sich vor der Ausbildung auch über die dort gefragten Berufe informieren. Länder wie Australien, Kanada und Co. veröffentlichen hierführ jährliche Listen mit sogenannten Mangelberufen. Diese können sich aber regelmäßig ändern und man sollte die Ausbildung natürlich nicht ausschließlich daran ausrichten.

Wer unbedingt auswandern möchte, sollte die Zeit während der Ausbildung unbedingt nutzen, um intensiv die entsprechende Fremdsprache zu lernen. Wer sich nicht verständigen kann, hat auch trotz Berufsausbildung kaum Perspektiven.

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