Auswandern nach Thailand: Beliebtes Ziel für Rentner

Rainer12.11.2015 in Rente im Ausland

Thailand am Strand

Thailand entwickelt sich immer mehr von einem Geheimtipp zu einem bevorzugten Ziel für auswanderungswillige Europäer. Ein angenehmes Klima, traumhafte Landschaften, kilometerlange Sandstrände und eine entschleunigte Lebensweise werden als Basis für eine angenehme Lebensqualität geschätzt. Hinzu kommen die Freundlichkeit der einheimischen Bevölkerung, die im Vergleich zu Europa niedrigen Lebenshaltungskosten sowie die erleichterten Visa-Vorschriften speziell für Ruheständler.

Die beliebtesten Ziele für den Ruhestand

Auswanderer zieht es selten in die quirlige Millionenstadt Bangkok und eher an in idyllische Orte am Meer. Das Land besitzt immerhin eine Küstenlänge von 3.219 km und einige der schönsten Strände Südostasiens sind hier zu finden.

Vor allem Phuket, Krabi oder Koh Samui im Süden Thailands sowie der Badeort Pattaya am Golf von Thailand gelten als bevorzugte Ziele deutscher Auswanderer. Hier läuft das Leben in entspannten Bahnen an feinsandigen Stränden ab und das milde Klima gilt bei typischen Altersbeschwerden wie Rheuma als wohltuend. Gleichzeitig gibt es rund um die oft wie Ferienresorts angelegten Bungalow-Siedlungen eine gute Infrastruktur mit einem Warenangebot auf europäischem Standard und sämtlichen Service-Einrichtungen für den täglichen Bedarf. Auch die ärztliche Versorgung gilt hier als sehr gut.

In den bekannten Urlaubsgebieten hat allerdings längst der Massentourismus Einzug gehalten und das Preisniveau ist am steigen. Einige Auswanderer bevorzugen daher das Leben abseits der großen Touristenorte. In kleineren Dörfern, die entlang der langen Küsten auf beiden Seiten des Landes zu finden sind, sind die Lebenshaltungskosten noch deutlich niedriger. Allerdings muss man hier mit Einschränkungen rechnen, was Infrastruktur, Verständigung und die medizinische Versorgung betrifft.

Wegen der Ruhe und dem preiswerten Leben wird auch der Norden Thailands immer beliebter bei Auswanderern. Die Stadt Chiang Mai ist dort das bevorzugte Ziel. Die Stadt ist mit knapp 150.000 Einwohnern die bedeutendste Metropole der Nordregion, im Vergleich zur 14-Millionen-Metropole Bangkok ist die Stadt aber überschaubar und ruhig. Zwar sind in Nordthailand keine Strände zu finden, dafür aber Nationalparks mit Dschungel, Bergen und abgeschiedenen Dörfern, die für Naturliebhaber interessant sind. Auch Kulturbegeisterte kommen in Nordthailand auf ihre Kosten. Es gibt sehenswerte Tempelanlagen, die einen Besuch lohnen. Chiang Mai spricht auch deshalb viele Auswanderer an, weil es die Region geschafft hat, Kultur und Traditionen zu bewahren und gleichzeitig moderne Annehmlichkeiten wie Shopping-Center, Restaurants, Bars und ein gutes Nachtleben zu bieten.

Lebenshaltungskosten

Die im Vergleich zu Europa niedrigen Lebenshaltungskosten sind ebenfalls ein wichtiger Grund für das Interesse an einem Altersruhesitz in Thailand. Das Leben in den Touristenorten am Meer und in der Hauptstadt ist teurer als im Landesdurchschnitt und im Norden. Generell kann man aber sagen, dass man mit ca. 1.000 – 1.300 Euro monatlich in Thailand gut leben kann. Es gibt aber auch Menschen, die dank eines sehr bescheidenen Lebensstils mit weit weniger Geld auskommen.

Der Mietpreis für ein möbliertes Einzimmerapartment (auf dem Land) beginnt bei ca. 115 Euro (ca. 4.000 Baht) pro Monat. Der Preis kann sich aber schnell verdoppeln, wenn man eine Unterkunft in Strandnähe oder in zentraler Lage einer Stadt sucht. Auch die Preise für Lebensmittel und Essen sind in Thailand vergleichsweise günstig.

  • Günstiges Restaurant / Garküche: 2-3 Euro
  • Reis (1 kg): 0,97 Euro
  • Kartoffeln (1 kg): 1,11 Euro
  • Milch (1 Liter): 1,28 Euro
  • Tomaten (1 kg): 1,08 Euro

Quelle: www.numbeo.com

Allerdings ist Thailand in den letzten Jahren für Europäer teurer geworden. Ein Grund ist die aktuelle Euroschwäche. Erhielt man 2010 für 1 Euro noch knapp 45 Baht, liegt der Umrechnungskurs aktuell nur noch bei 38 Baht (November 2015), was einen Wertverlust von immerhin 15 Prozent bedeutet.

Krankenversicherung

Mit Thailand gibt es kein Sozialversicherungsabkommen, Auswanderer werden nicht in die staatliche Krankenversicherung aufgenommen. Daher ist der Abschluss einer privaten Krankenversicherung sehr empfehlenswert.

In den großen Touristenzentren (Phuket, Koh Samui oder Pattaya) oder in der Hauptstadt Bangkok findet man eine gute ärztliche Versorgung und moderne (private) Krankenhäuser mit Englisch sprechenden Ärzten und Krankenschwestern. Außerhalb der Zentren findet man allerdings nur selten eine Krankenversorgung auf westlichem Standard. Die Behandlungskosten in den thailändischen Krankenhäusern sind generell günstiger als in Deutschland. Thailand ist daher seit Jahren ein beliebtes Ziel für Medizintourismus in Asien. Ein kompletter Gesundheitscheck in einem Krankenhaus kostet beispielsweise weniger als 40 Euro. Wegen der relativ geringen Kosten der Gesundheitsversorgung verlassen sich einige Auswanderer im Fall von medizinischen Notfällen auf Ersparnisse und verzichten auf den Abschluss einer teuren Krankenversicherung. Gerade bei Rentnern sind nämlich die monatlichen Prämien sehr hoch. Doch das ist riskant. Bei schwerwiegenden Erkrankungen können auch in Thailand hohe Behandlungskosten anfallen. Besser ist daher der Abschluss einer Krankenversicherung!

Thailandvisum für Rentner

Thailand ist eines der rentnerfreundlichsten Länder der Welt. Wer über 50 Jahre alt ist und dauerhaft in Thailand leben möchte, kann ein sogenanntes Jahresvisum (NON-IMMIGRANT-O VISA A / Long Stay) beantragen. Das Visum muss im Vorfeld der Einreise beim zuständigen Konsulat / Botschaft in Deutschland beantragt werden. Voraussetzung für den Erhalt ist eine regelmäßig auf ein Konto fließende Rente von mindestens 65.000 Bath, das entspricht in etwa 1.700 Euro monatlich (Stand November 2015). Wer weniger Rente erhält, muss alternativ ausreichende Vermögenswerte nachweisen, um das Visum zu erhalten. Damit möchte Thailand sicherstellen, dass die Langzeiturlauber dem thailändischen Staat nicht zur Last fallen. Auswanderer, die das Jahresvisum erhalten haben, können dieses im Land verlängern lassen und müssen nicht ausreisen.

Neben dem Jahresvisum gibt es noch zahlreiche weitere Visakategorien, mit denen temporäre Thailandaufenthalte, beispielsweise zum Überwintern, möglich sind. Deutsche Staatsbürger dürfen ohne Visum nach Thailand einreisen und sich dort bis zu 30 Tage zu touristischen Zwecken aufhalten. Mehr zum Thema Thailandvisum.

Rentenzahlung nach Thailand

Die Rentenzahlung nach Thailand ist ohne Probleme möglich. Die Deutsche Rentenversicherung überweist die monatliche Rente auf das gewünschte Konto in Thailand. Bei der Auslandsüberweisung können allerdings hohe Verluste durch Bankgebühren und Währungsumrechnungen entstehen. Diese gehen immer zulasten des Rentenempfängers und werden nicht von der Rentenversicherung übernommen! Doch es gibt einfache Möglichkeiten mit kleinen Tricks die Bankgebühren zu reduzieren. Mehr zum Thema Rentenzahlung ins Ausland.

Sprache, Sitten und Bräuche in Thailand

In den großen Touristenzentren sind Kenntnisse der thailändischen Sprache nicht unbedingt erforderlich, die Einheimischen sprechen häufig auch ein wenig Englisch. Wer außerhalb der großen Zentren wohnt und langfristig in Thailand leben möchte, sollte aber unbedingt Thai lernen. Dies zeugt auch von Respekt gegenüber der thailändischen Kultur. Zudem ist es sehr nützlich, wenn man mit den Einheimischen einen Preis aushandeln möchte, denn das Feilschen gehört in Thailand zum typischen Einkaufsalltag.

Thailand-Auswanderer tauchen in einen völlig anderen Kulturkreis ein. Es gibt zahlreiche Sitten und Bräuche, mit denen wir Europäer und zunächst vertraut machen müssen. Überall lauern Fettnäpfchen. Mehr zum Thema Knigge, Sitten und Bräuche in Thailand.

TV- Dokumentation

Wer sich ein Altersdomizil in Thailand vorstellen kann, sollte sich auch die sehenswerte TV-Dokumentation „Oma will nach Thailand – Lebensabend im Ausland“  ansehen.

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2 Comments on “Auswandern nach Thailand: Beliebtes Ziel für Rentner”

  1. Maximilian Wagner

    Bitte um Veröffentlichung, da offensichtlich nicht alle wissen, dass die Überweisung real Kostenfrei ist.

    Überweisung der Rente ist kostenfrei
    Schreiben der Deutschen Rentenversicherung klärt Deutsche auf

    Im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung überweist der Rentenservice der Post die Renten.
    Der Rentenservice der Deutschen Post muss in Thailand lebenden Rentenempfängern die Rente kostenfrei auf ein Konto in Thailand überweisen. Das besagt ein Schreiben der Deutschen Rentenversicherung.
    Ab Februar hatte der Rentenservice der Post die Bank of America mit den Auszahlungen betraut. Plötzlich hatten Deutsche einen erheblich geringeren Betrag auf ihrem Konto in Thailand. Es hagelte Proteste, verärgerte Frauen und Männer riefen beim Rentenservice oder bei der Rentenversicherung an und beschwerten sich. Wer seine Klage schriftlich verfasste, mit Dokumenten untermauerte und nach Deutschland schickte, erhielt eine Nachzahlung. Strittig blieb zwischen Rentnern und Rentenservice die Gesetzeslage.
    Unser Leser Wolfgang Richter erhielt von der Deutschen Rentenversicherung ein klärendes Schreiben, das er dem FARANG zur Verfügung stellte. Wolfgang Richter empfiehlt allen Rentnern, ihre Forderungen schriftlich dem Rentenservice mitzuteilen.
    Das Schreiben im Wortlaut:
    „Nach Rücksprache mit dem Postrentenservice (übernimmt sämtliche Rentenzahlungen für die Deutsche Rentenversicherung) ist für Auslandszahlungen die Korrespondenzbank die „Bank of America“. Um eine ordnungsgemäße Überweisung auf Ihr Auslandskonto zu gewährleisten, sind daher entsprechende Daten (Rentenhöhe, Empfänger, Bankverbindung etc.) mitzuteilen. Grundsätzlich erfolgt die Auszahlung der Rente in der Landeswährung. Die Umrechnung erfolgt maschinell am Tag der Ausführung der Überweisung. Sofern eine Überweisung in EUR erfolgen soll, ist dies direkt dem Postrentenservice mitzuteilen (FAX: +49 180 501 4009). Die von Ihnen “erlittenen“ Währungsumrechnungseinbußen bitten wir vorsorglich aufzuführen und dem Schreiben beizufügen.
    Des Weiteren ist auch § 47 SGB 1 für Auslandszahlungen einschlägig. Dieser garantiert eine kostenfreie Überweisung auf das Konto des Empfängers. Kosten für die Errichtung oder Führung des Kontos sowie etwaige Buchungs- oder Umrechnungsgebühren beim Geldinstitut des Empfängers werden von der Kostenfreiheit nicht erfasst. Wir empfehlen Ihnen daher, auch diese von Ihnen aufgeführten finanziellen Einbußen dem oben genannten Schreiben an den Postrentenservice beizufügen.“
    Adresse des Rentenservice:
    Deutsche Post AG, NL Rentenservice, 13496 Berlin, Germany; Email:rentenservice@deutschepost.de.

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