Krankenversicherung für Thailand-Auswanderer & Rentner: Worauf man achten sollte

Rainer HellsternLänder2 Kommentare

Auswandern nach Thailand

Thailand zählt zu den Lieblingszielen für deutsche Auswanderer, Rentner und Langzeiturlauber. Ein sehr wichtiges Thema, mit dem man sich im Vorfeld des Aufenthalts beschäftigen muss, ist die Krankenversicherung. Es gibt mit Thailand kein Sozialversicherungsabkommen und entsprechend keinen Anspruch auf Leistungen der hiesigen gesetzlichen Krankenversicherung. Für Thailand-Auswanderer ist daher eine private Absicherung empfehlenswert. Wir erklären Ihnen, worauf Sie beim Abschluss der Krankenversicherung achten müssen und welche Kosten auf Sie zukommen.

Ein Sozialversicherungs­abkommen mit Thailand existiert nicht

Anders als mit vielen europäischen Ländern besitzt Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen mit Thailand. Entsprechend haben Deutsche im Krankheitsfall in Thailand keinen Anspruch auf Leistungen der hiesigen gesetzlichen Krankenversicherung. Während Thailandurlauber sich mit günstigen Reisekrankenversicherungen für ein paar Euro absichern können, sind solche Versicherungen für den Langzeitaufenthalt in der Regel ungeeignet, da diese nur Kurzaufenthalte von wenigen Wochen abdecken.

Krankenversicherungen für den langfristigen Thailand Aufenthalt

Wer sich längerfristig in Thailand aufhalten möchte, hat die Wahl zwischen einer Langzeit-Auslandskrankenversicherung (max. 5 Jahre), einer internationalen Krankenversicherung (unbegrenzte Dauer) oder kann eine lokale Krankenversicherung bei einem Anbieter vor Ort abschließen.

Langzeit-Auslandskranken­versicherung

Mit eine maximalen Aufenthaltsdauer von bis zu 5 Jahren (je nach Anbieter) ist die Langzeit-Auslandskrankenversicherung eine beliebte Wahl für den längerfristigen Thailandaufenthalt. Gerade zu Beginn einer Auswanderung oder bei temporären Aufenthalten von ein paar Monaten (z.B. Überwintern) ist der Abschluss einer Langzeit-Auslandskrankenversicherung die einfachste Lösung:

  • Niedrige Kosten: Langzeit-Auslandskrankenversicherungen sind nicht teuer, da anders als bei den hiesigen Krankenversicherungen keine Altersrückstellungen gebildet werden und auch Vorerkrankungen nicht mitversichert sind. Eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung ist im Grunde eine Notfallversicherung, die bei Unfällen und im Krankheitsfall einspringt. Personen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren zahlen monatlich nur zwischen 30 und 60 Euro für eine solche Versicherung. Mit zunehmendem Alter werden die Tarife allerdings immer teurer. Für einen Rentner im Alter von 67 Jahren belaufen sich die Kosten auf ca. 100 bis 200 Euro im Monat. => Siehe Preisvergleich
  • Versicherungsdauer: Mit einer Langzeit-Auslandskrankenversicherung lassen sich Zeiträume von bis zu 5 Jahren abdecken. Auswanderer haben also genügend Zeit zu klären, ob Thailand überhaupt das richtige Ziel für einen Daueraufenthalt ist.
  • Altersbegrenzung: Langzeit-Auslandsversicherungen haben nicht selten eine Altersbegrenzung (z.B. ab 65 Jahren oder 75 Jahren). Bei der HanseMerkur wird die maximale Versicherungsdauer für Personen ab 75 Jahren beispielsweise von 5 Jahren auf 1 Jahr verkürzt. Beim ADAC sinkt die maximale Versicherungsdauer für Personen ab 65 Jahren von 2 Jahren auf 1 Jahr.
  • Wohnsitz in Deutschland: Beim Abschluss einer Langzeit-Auslandskrankenversicherung ist in der Regel ein Wohnsitz in Deutschland erforderlich. Man muss die Versicherung daher bereits vor der Ausreise abschließen und kann diese nicht abschließen, wenn man bereits in Thailand lebt. Eine Verlängerung (quasi ein Neuabschluss nach Versicherungsdauer) ist bei einigen Anbietern möglich, allerdings nur, wenn man einen Wohnsitz in Deutschland hat.
  • Heimaturlaub: Bei einigen Versicherungen ist auch ein vorübergehender Heimaturlaub in Deutschland mitversichert.

Beliebte Anbieter:

Hanse Merkur: Die Hanse Merkur bietet unterschiedliche Tarife für ein Jahr (RK 365) bis hin zu 5 Jahren (RKL) Auslandsaufenthalt. Der RK 365 Tarif ist ab 34 Euro monatlich für Personen unter 65 Jahren erhältlich und besitzt auch keine Altersbegrenzung. Der RKL Tarif erlaubt Aufenthalte von bis zu 5 Jahren und kostet für eine Person unter 65 Jahren nur 59 Euro im Monat. Der Tarif beinhaltet 6 Wochen Heimaturlaub pro Versicherungsjahr und besitzt außerdem eine Tarifvariante, bei der auch Vorsorgeuntersuchungen enthalten sind. Die Altersbegrenzung liegt bei 75 Jahren. => Mehr erfahren

TravelSecure / Würzburger-Versicherungs-AG: Die Langzeit-Auslandskrankenversicherung von TravelSecure erlaubt Auslandsaufenthalte von bis zu 365 Tagen und kostet ab 55 Euro monatlich. => Mehr erfahren

ADAC: Der Langzeit-Tarif des ADAC deckt Auslandsaufenthalte von bis zu 2 Jahren ab. Der Preis ist davon abhängig, ob man ADAC Mitglied ist oder nicht. Die Altersgrenze liegt bei 65 Jahren, darüber maximal 1 Jahr Reisedauer. => Mehr erfahren

Hier finden Sie den vollständigen Vergleich von Langzeit-Auslandskrankenversicherungen.

Internationale Krankenversicherung

Wer sich für eine Krankenversicherung mit unbegrenzter Laufzeit interessiert, sollte sich den Artikel zum Thema Internationale Krankenversicherung anschauen. Je nach gewähltem Tarif kann die Internationale Krankenversicherung deutlich mehr leisten als die Langzeit-Auslandskrankenversicherung und ähnelt eher einer „Krankenvollversicherung“. D.h. auch Vorsorgeuntersuchungen / Gesundheits-Checks und Dinge wie Impfungen, Sehtests bis hin zum Zahnersatz können damit abgedeckt werden. Allerdings sind auch die Kosten in der Regel weit höher als bei einer Langzeit-Auslandskrankenversicherung.

Beliebte Anbieter:

BDAE: Mit dem Expat Infinity Tarif lassen sich dauerhafte und lebenslange Auslandsaufenthalte versichern. Eine Altersbegrenzung gibt es beim BDAE nicht, allerdings dürfen Neukunden nicht älter sein als 75 Jahre. => Mehr erfahren

Private Krankenversicherung im Zielland

Alternativ kann man auch in Thailand bei einem lokalen Anbieter eine private Krankenversicherung abschießen. In Thailand sind hierfür monatliche Beiträge von 150-200 Euro üblich. Hierfür recherchiert man am besten vor Ort in Thailand und wählt zu Beginn erst mal eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung. 

Abmeldung aus Deutschland

Wer in Thailand lebt und den Wohnsitz in Deutschland abmeldet, hat keinen Leistungsanspruch bei der hiesigen gesetzlichen Krankenversicherung und muss auch keine Beiträge mehr in Deutschland bezahlen. Seit der Gesundheitsreform 2007 gibt es in Deutschland eine Versicherungspflicht, d.h. im Falle einer Rückkehr muss einen die Krankenversicherung wieder aufnehmen. Alternativ ist eine Anwartschaft in Deutschland denkbar. Diese kostet monatlich 45 Euro (bei der gesetzlichen Krankenversicherung).

Fazit: Verzicht auf Krankenversicherung ist nicht sinnvoll!

Gerade ältere Auswanderer im Rentenalter haben Schwierigkeiten eine bezahlbare Auslandskrankenversicherung zu finden. Daher entscheiden sich einige Auswanderer auch auf eine Versicherung ganz zu verzichten und etwaige Behandlungen im Krankheitsfall bar zu bezahlen. Ist in den großen Touristenzentren (Phuket, Koh Samui oder Pattaya)  oder in der Hauptstadt Bangkok findet man eine gute ärztliche Versorgung und moderne (private) Krankenhäuser. Die Behandlungskosten in den lokalen Krankenhäusern sind günstiger als in Deutschland/ Europa, dennoch können im Krankheitsfall schnell Behandlungskosten von einigen tausend Euro entstehen. Daher ist der Abschluss einer Krankenversicherung unbedingt empfehlenswert!

über mich

Rainer Hellstern

Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Rainer und ich bin Gründer und Autor des Auswandern Handbuchs. Seit 2008 verfasse ich hier im Blog Beiträge rund um die Themenfelder Arbeiten, Leben und Rente im Ausland. Du findest hier Informationsmaterial zu über 50 Auswanderungzielen weltweit!

2 Kommentare bei “Krankenversicherung für Thailand-Auswanderer & Rentner: Worauf man achten sollte”

  1. Nick

    Danke für den Krankenkasse Vergleich! Genau diese Informationen habe ich gesucht. Jetzt muss ich die Zusatzversicherung nur noch abschliessen.

  2. Dr. Ramiro Arena

    Auch die Versicherungen im Ausland sind teilweise günstig, man muss ja nicht alles versichern, was die Deutschen da versichern können. Man sollte sich aber vor Abschluss einer solchen Versicherung von einem Einheimischen oder jemand, der die Sprache perfekt versteht, beraten lassen. Vorsicht, denn an seriöser Hilfe scheitert manches.

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