Babbel vs. DuoLingo: Der große Vergleich

Rainer HellsternSprachkurseLeave a Comment

Babbel vs DuoLingo

Mit Babbel und DuoLingo möchte ich zwei der bekanntesten Sprachlern-Apps gegenüberstellen. Welcher Sprachkurs ist besser und bietet mehr fürs Geld? Im großen Sprachkurs-Vergleich Babbel vs. DuoLingo werden die wichtigsten Fragen beantwortet.

Welche Sprachen werden angeboten?

Babbel bietet Kurse zu 14 Sprachen an. Dazu zählen die Klassiker wie Englisch, Französisch und Spanisch, aber auch skandinavische Sprachen wie Norwegisch, Dänisch und Schwedisch. Weiter entfernte Sprachen wie Russisch, Türkisch und Indonesisch sind ebenfalls im Angebot.

Bei Duolingo können deutschsprachige Schüler nur zwischen dem Spanisch-, Französisch- und Englischkurs wählen. Wer Englisch flüssig spricht, hat eine deutlich größere Sprachauswahl. Duolingo bietet derzeit 28 verschiedene Sprachen an, die auf Grundlage von Englisch erlernt werden. Weltsprachen wie Arabisch, Japanisch, Mandarin (China), Hindi (Indien) oder Exoten wie Walisisch stehen dann ebenfalls zur Auswahl.

SprachenBabbelDuoLingo
(Kurse auf Deutsch)
DuoLingo
(Kurse auf Englisch)
Deutschjaja
Englischja
(enthält Business Englisch)
ja
(Amerikanisches Englisch)
 
Spanischjajaja
Italienischjaja
Französischjajaja
Portugiesisch (Brasilien)jaja
Schwedischjaja
Türkischjaja
Niederländischjaja
Polnischjaja
Indonesischja 
Norwegischjaja
Dänischjaja
RussischjaJa
Arabisch Ja
Mandarin (China) Ja
Griechisch Ja
Hebräisch Ja
Hindi (Indien) Ja
Irisch Ja
Japanisch Ja
Koreanisch Ja
Latein Ja
Rumänisch Ja
Swahili Ja
Tschechisch Ja
Ukrainisch Ja
Ungarisch Ja
Vietnamesisch Ja
Walisisch ja

Hinsichtlich des Kursniveaus gibt es bei Babbel Unterschiede zwischen den einzelnen Sprachen. Der Englischkurs ist am weitesten ausgebaut und deckt Inhalte bis ans C1-Niveau (Oberstufe) des europäischen Referenzrahmens ab. Französisch-, Italienisch- und Spanischkurse gehen bis zum B1-Niveau (Mittelstufe), die restlichen Sprachen bewegen sich zwischen A1-A2 und sind entsprechend eher für Anfänger geeignet. Bei Duolingo richten sich Wortschatz und die Grammatikübungen an Anfänger (Niveau A1-A2) und gehen teilweise bis ans B1-Niveau.

Wie unterscheidet sich die Lernmethodik?

Hinsichtlich Lernkonzept gibt es zunächst einige Gemeinsamkeiten zwischen Babbel und DuoLingo. Beide Kurse sind recht ähnlich aufgebaut, es gibt verschiedene Kurse zu Grundlagen, Grammatikthemen oder allgemeine Themen wie Reisen, Beruf etc. Auch bei den Übungsformen lassen sich Gemeinsamkeiten feststellen. Lückentexte, Multiple-Choice Fragen, Hörverständnisübungen und die Aussprache kann bei beiden Anbietern mittels Spracherkennung trainiert werden. Zudem besitzen beide neben der Desktop-Version auch Mobile Apps (für iOS und Android), so dass auch unterwegs gelernt werden kann.

Allerdings sehe ich große Unterschiede, was die Qualität und Ausgestaltung der einzelnen Lektionen und Übungen betrifft. Bei Babbel wurden die Kurse von Sprachwissenschaftlern und Lehrern konzipiert. Die in den jeweiligen Lektionen neu gelernten Vokabeln und Sätze sind stimmig und einzelne Kurse bauen sehr gut aufeinander auf. Was die Dialogübungen betrifft, ist Babbel deutlich weiter und es lassen sich auch komplexere Gesprächssituationen trainieren. Der Grammatikteil ist umfangreich und es sind deutlich mehr Erklärungen zu finden als bei DuoLingo.

Im Gegensatz dazu nutzt DuoLingo einen Lehr-Algorithmus auf Basis künstlicher Intelligenz. Dieser kann qualitativ (noch) nicht menschlichen Lehrkräften mithalten. In den Lektionen lernt man immer wieder Phrasen und Sätze, die zwar grammatikalisch korrekt sind, aber dennoch wenig Bezug zur Realität haben. Wer Sätze wie „Wir sind International“ (Kurs Reise) oder “Er trinkt Öl” (Kurs Essen) übersetzt, wird feststellen, das hat nicht immer Schulbuchqualität. Auch bauen die einzelnen Lektionen nicht so stringent aufeinander auf wie bei Babbel. Die Grammatikerklärungen sind nicht so umfangreich und auch nur bei der Desktop-Version vorhanden, die Mobile-App verzichtet darauf komplett.

DuoLingo erinnert zudem stark an ein Computerspiel und setzt sehr viel auf Gamification. Es gibt spieltypische Elemente wie Belohnungspunkte für den Abschluss von Lektionen, Leben (bzw. bei DuoLingo “Herzen” genannt) und sogar eine eigene Währung (Gems).

Die Kosten im Vergleich

DuoLingo bietet eine kostenlose und eine kostenpflichtige Version (DuoLingo Plus) an. Die kostenlose Version ist aber kaum eingeschränkt, sodass ich nur wenige Gründe sehe, zur kostenpflichtigen Version zu wechseln. Es gibt lediglich Einschränkungen hinsichtlich Werbeeinblendungen (diese habe ich aber nicht als störend empfunden), Kursdownload und Herzen. Bei der kostenlosen Version kann man Kurse nicht aufs Smartphone herunterladen und offline lernen. Dafür benötigt man DuoLingo Plus. Außerdem hat man bei der kostenlosen Version nicht unbegrenzt Leben (bzw. Herzen). Wer zu viele Fehler in den Übungen macht und alle Herzen aufgebraucht hat, muss bis zum nächsten Tag pausieren (dann werden die Herzen automatisch aufgefüllt) oder kann Herzen kaufen, sofern er genügend Gems besitzt. Plus User erhalten eine unbegrenzte Anzahl an Herzen.

Babbel ist im Gegensatz zu DuoLingo weitgehend kostenpflichtig. Lediglich die erste Lektion kann vorab kostenlos getestet werden.

LaufzeitBabbel (1 Lernsprache)Duolingo Plus (alle Sprachen inklusive)
1 Monat13,99 Euro (13,99 Euro monatlich)
3 Monate29,97 Euro (9,99 Euro monatlich)
6 Monate47,94 Euro (7,99 Euro monatlich)47,94 Euro (7,99 Euro monatlich)
12 Monate71,88 Euro (5,99 Euro monatlich)92,28 Euro (7,69 Euro monatlich)
24 Monate
Alle Sprachen99 Euro (12 Monate Laufzeit)

Fazit

Babbel ist meiner Ansicht nach sehr viel professioneller und eher für ernsthaftes Lernen geeignet. Wer schnelle Fortschritte machen möchte, sollte die 6-10 Euro im Monat investieren und auf den kostenpflichtigen Kurs von Babbel setzen. Nichtsdestotrotz macht auch die Nutzung von DuoLingo Spaß und das spielerische Lernsystem kann durchaus motivieren täglich zu üben. Zudem bietet die kostenlose Version von DuoLingo ein sehr überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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über mich
Rainer Hellstern

Rainer Hellstern

Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Rainer und ich bin Gründer und Autor des Auswandern Handbuchs. Seit 2008 verfasse ich hier im Blog Beiträge rund um die Themenfelder Arbeiten, Leben und Rente im Ausland. Du findest hier Informationsmaterial zu über 50 Auswanderungzielen weltweit!

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