Babbel vs DuoLingo: Welcher Sprachkurs ist der richtige für dich?

Rainer HellsternSprachkurse1 Kommentar

Babbel vs Duolingo

Babbel oder DuoLingo – welcher Sprachkurs ist besser und warum? Im großen Vergleich Babbel vs DuoLingo werden die Vor- und Nachteile der beiden Sprachlern-Apps erläutert.

Welche Sprachen werden angeboten?

Wer Deutsch als Ausgangssprache wählt, für den bietet Babbel Kurse zu 13 Fremdsprachen an. Dazu zählen die Klassiker wie Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Aber auch in Skandinavien (Norwegisch, Dänisch und Schwedisch) ist Babbel gut vertreten. Darüber hinaus sind weiter entfernte Sprachen wie Russisch, Türkisch und Indonesisch im Angebot. Wer Englisch als Ausgangssprache wählt, für den bietet Babbel separate Kurse für europäisches und lateinamerikanisches Spanisch sowie einen Deutschkurs an.

Babbel (auf Basis von Deutsch)
Englisch (enthält Business Englisch)
Spanisch (enthält Business Spanisch)
Italienisch
Französisch
Dänisch
Indonesisch
Niederländisch
Norwegisch
Polnisch
Portugiesisch (Brasilien)
Russisch
Schwedisch
Türkisch
Babbel (auf Basis von Englisch)
Deutsch
Spanisch (Europa)
Spanisch (Lateinamerika)
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Bei DuoLingo können deutschsprachige Schüler nur zwischen dem Englisch-, Spanisch-, Französisch- und Italienischkurs wählen. Wer Englisch flüssig spricht, hat eine deutlich größere Sprachauswahl. Auf Basis von Englisch bietet DuoLingo aktuell 39 Lernsprachen an. Weltsprachen wie Arabisch, Japanisch, Mandarin (China), Hindi (Indien) oder Exoten wie Katalanisch und Walisisch stehen dann ebenfalls zur Auswahl.

Duolingo (auf Basis von Deutsch)
Englisch (Amerika)
Spanisch
Französisch
Italienisch
Duolingo (auf Basis von Englisch)
Europa: Deutsch, Finnisch, Griechisch, Irisch, Katalanisch, Rumänisch, Schottisch-Gälisch, Tschechisch, Türkisch, Ukrainisch, Ungarisch, Walisisch
Asien: Arabisch, Hebräisch, Hindi (Indien), Indonesisch, Koreanisch, Mandarin (China), Japanisch, Vietnamesisch
Amerika: Haitianisch-Kreolisch, Hawaianisch, Navajo
Afrika: Swahili, Zulu
Sonstiges: Esperanto, Latein, Klingonisch, Jiddisch, Valyrisch
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Sind die Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet?

Hinsichtlich des Kursniveaus gibt es bei Babbel Unterschiede zwischen den einzelnen Sprachen. Je nach Sprache reicht das Niveau von A2 (Grundlegende Kenntnisse) bis zu C1 (Oberstufe). Am weitesten ausgebaut sind der Englisch- und der Spanischkurs. Deren Inhalte reichen bis ans C1-Niveau des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER). C1 ist die fünfte von insgesamt sechs Kompetenzstufen und bedeutet ein weit fortgeschrittenes Sprachniveau (Oberstufe), bei dem auch längere Texte mit einer unterschwelligen Bedeutung verstanden werden. Französisch-, Italienisch- und Portugiesischkurse gehen bis zum B1-Niveau (Mittelstufe), die restlichen Sprachen bieten Kurse der Niveaustufen A1 und A2 und sind entsprechend eher für Spracheinsteiger geeignet. Bei DuoLingo sind die Übungen für das Sprachniveau A1-A2 ideal, teilweise gehen die Inhalte bis ans B1-Niveau. Entsprechend ist DuoLingo hauptsächlich für Anfänger geeignet, während Babbel je nach Sprache auch für Fortgeschrittene anwendbar ist.

Unterschiede bei der Lernmethodik

Was das Lernkonzept betrifft, gibt es zunächst einige Gemeinsamkeiten zwischen Babbel und DuoLingo. Beide Kurse sind recht ähnlich aufgebaut, es gibt verschiedene Kurse und Übungen zu Grundlagenthemen, Grammatik oder Themenkurse wie Reisen, Freizeit, Beruf etc. Auch hinsichtlich der Übungsformen (Multiple-Choice-Aufgaben, Lückentexte, Hörverständnisübungen…) lassen sich zahlreiche Gemeinsamkeiten feststellen. Mittels einer integrierten Spracherkennung kann bei beiden Anbietern die Aussprache trainiert werden. Diese gibt in Echtzeit Feedback, ob das Gesprochene korrekt ist. Für eine einzelne Lerneinheit sollte man bei beiden Anbietern 5 bis 10 Minuten einplanen. Zudem besitzen beide neben der Desktop-Version auch Mobile Apps (für iOS und Android), so dass auch unterwegs auf dem Smartphone gelernt werden kann.

Allerdings sehe ich große Unterschiede, was die Qualität und Ausgestaltung der einzelnen Lektionen und Übungen betrifft. Bei Babbel wurden die Kurse individuell von Sprachwissenschaftlern und Lehrern konzipiert. Die in den jeweiligen Lektionen neu gelernten Vokabeln und Sätze sind stimmig und einzelne Kurse bauen sehr gut aufeinander auf. Zudem sind die Übungen fehlerfrei. Was die Konversationsübungen betrifft, ist Babbel deutlich weiter und es lassen sich auch komplexere Gesprächssituationen trainieren. Insgesamt ist die Übungsvielfalt bei Babbel bedeutend größer.

Im Gegensatz dazu setzt DuoLingo bei der Kurserstellung sehr stark auf künstliche Intelligenz. Statt von Lehrern und Sprachwissenschaftlern wurden die Kurse von einem Lehr-Algorithmus konzipiert. Dieser kann qualitativ aber (noch) nicht mit menschlichen Lehrkräften mithalten. In den Lektionen lernt man immer wieder Phrasen und Sätze, die zwar grammatikalisch korrekt aber dennoch vollkommen absurd sind. Wer Sätze wie „Wir sind International“ (Kurs Reise), “Er trinkt Öl” (Kurs Essen) oder “Der Hund trägt Schuhe” (Kurs Kleidung) übersetzt, wird feststellen, das hat nicht immer Schulbuchqualität. Es scheint, dass der DuoLingo Lehr-Algorithmus in den Übungen beliebige Wörter mit anderen vermischt und daraus Sätze bildet. Auch bauen die einzelnen Lektionen nicht so stringent aufeinander auf wie bei Babbel, so dass der Lernfortschritt vergleichsweise gering ist.

Gelegentlich habe ich auch Zweifel an der Richtigkeit der Übersetzungen. Für solche Fälle gibt es bei jeder Aufgabe ein eigenes Diskussionsforum, wo andere Lernende teils lange Kommentare verfasst haben. Zwar ist ein solches Forum grundsätzlich hilfreich, doch bei einem Sprachkurs würde ich gerne auf Fehler im Lernmaterial verzichten.

DuoLingo erinnert zudem stark an ein Computerspiel und setzt sehr viel auf sogenannte “Gamification”. Es gibt spieltypische Elemente wie Belohnungspunkte für den Abschluss von Lektionen, Leben (bzw. bei DuoLingo “Herzen” genannt) und sogar eine eigene Währung (Gems), mit der man im DuoLingo-Shop einkaufen kann (z.B. virtuelle Kleidungsstücke für den Avatar, höhere Level freischalten…). Wer viele Übungen absolviert, kann sich im Rahmen einer Bestenliste mit anderen Lernenden messen. Grundsätzlich finde ich den Gamification-Ansatz von Duolingo nicht schlecht, denn Lernende werden bei jedem Besuch zum Weiterlernen motiviert.

Grammatikerklärungen

Grammatikerklärungen sind bei Babbel sehr umfangreich. Hierfür bietet Babbel eigene Unterrichtseinheiten, bei denen zunächst die Theorie erklärt wird, welche im weiteren Verlauf mit praktischen Übungen kombiniert wird.

Grammatikerklärungen sind bei Duolingo deutlich weniger umfangreich und nur mit Einschränkungen verfügbar. Erklärungen gibt es nur, wenn als Ausgangssprache Englisch eingestellt ist und wenn mit der Desktop-Version von Duolingo gelernt wird. Wer Grammatikerklärungen auf Deutsch wünscht oder die Mobile-App zum Lernen nutzt, muss komplett darauf verzichten. Bei Babbel sind die Grammatikerklärungen/- Übungen identisch, egal mit welchem Endgerät /Spracheinstellung man lernt.

Auch wenn es um sprachliche Feinheiten geht (z. B. die richtige Aussprache von einzelnen Buchstaben), ist Babbel deutlich ausgefeilter und bietet entsprechende Erklärungen / Übungen. Bei Sprachen, die in verschiedenen Weltregionen gesprochen werden (z. B. Englisch oder Spanisch), geht Babbel immer wieder detailliert auf regionale Unterschiede ein. Wie bereits weiter oben angesprochen, wurden bei Babbel die Sprachkurse individuell von Sprachwissenschaftlern konzipiert. Da kann kann die künstliche Intelligenz von Duolingo nicht mithalten.

Beispiel regionale Ausspracheunterschiede (Babbel)

Vokabeltrainer (nur Babbel)

Ein großes Plus von Babbel ist der integrierte Vokabeltrainer. Dabei werden alle in den Übungen gelernten Vokabeln automatisch in den Vokabeltrainer übernommen. Der Vokabeltrainer basiert auf der bekannten Spaced Repetition Lernmethode. Spaced Repetition bedeutet, dass Vokabeln in regelmäßigen Zeitabständen wiederholt werden. Lerninhalte, die Nutzern schwerfallen, werden dabei häufiger wiederholt als Inhalte, die bereits beherrscht werden. Bei dieser Lernmethode verschwenden Lernende keine Zeit mit dem wiederholen von bereits gelernten Inhalten. Lernende haben bei Babbel die Wahl und können entweder klassisch mit “virtuellen Karteikarten” lernen oder die Vokabeln Hören, Sprechen oder Schreiben. DuoLingo besitzt im Gegensatz zu Babbel keinen Vokabeltrainer.

Der Babbel Vokabeltrainer bietet viele Optionen
Der Babbel Vokabeltrainer bietet viele Optionen

Gruppenunterricht (nur Babbel)

Insbesondere in Zeiten von Corona und den Einschränkungen beim Schulunterricht bietet Babbel eine interessante neue Erweiterung. Englisch-, Spanisch-, Französisch- und Italienischlernende können zusätzlich Gruppenunterricht mit qualifizierten Sprachlehrer*innen buchen. Der Unterricht ist in der Hauptnavigation unter dem Menüpunkt “Babbel Live” zu finden. Der Gruppenunterricht findet mit maximal 6 Teilnehmern statt, für den Unterricht wird die bekannte Konferenzsoftware Zoom verwendet. Im Live-Unterricht stehen natürlich die Fertigkeiten Hören und Sprechen im Vordergrund. Eine Unterrichtseinheit dauert 60 Minuten, angeboten wird der Unterricht für die Lernstufen A1 bis C1 des GER und ist somit für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet. Babbel bietet Babbel Live mit unterschiedlichen Laufzeiten von 1 bis 12 Monaten an. Je nach gewähltem Paket kostet der Monat zwischen 50 und 100 Euro und enthält unbegrenzt vielen Unterrichtsstunden, was preislich sehr attraktiv ist. Wer Babbel Live bucht, bekommt die Sprachlern-App zusätzlich kostenlos dazu. Unseren detaillierten Testbericht zu Babbel Live findest du hier.

Babbel Live - Gruppenunterricht
Babbel Live – Gruppenunterricht
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Die Kosten im Vergleich

DuoLingo bietet eine kostenlose und eine kostenpflichtige Version namens DuoLingo Super (früher DuoLingo Plus) an. Bei der kostenlosen Version gibt es nach jeder abgeschlossenen Lektion einen meist 30-sekündigen Werbespot. Außerdem können Kurse nicht aufs Smartphone herunterladen und offline gelernt werden. Dafür benötigt man DuoLingo Super. Zudem hat man bei der kostenlosen Version nicht unbegrenzt Leben (bzw. Herzen). Wer zu viele Fehler in den Übungen macht und alle Herzen aufgebraucht hat, muss bis zum nächsten Tag pausieren (dann werden die Herzen automatisch aufgefüllt) oder kann Herzen kaufen, sofern man genügend von der Lingoda Währung Gems besitzt. Super User erhalten eine unbegrenzte Anzahl an Herzen. Wer bei DuoLingo ein kostenpflichtiges Super-Abonnement (Laufzeiten zwischen 1 Monat und 1 Jahr) abschließt, erhält Zugriff auf alle Lernsprachen.

Babbel bietet zum Einstieg eine kostenfreie Probewoche. In dieser kann eine Sprache ohne Einschränkungen 7 Tage kostenlos getestet werden. Danach lässt sich Babbel im Gegensatz zu DuoLingo nur weiternutzen, wenn zur kostenpflichtigen Version gewechselt wird. Auch bei Babbel gibt es Abonnements mit unterschiedlichen Laufzeiten (zwischen 3 und 12 Monaten), wobei bei Babbel jede Sprache einzeln gebucht wird. Neben der Abo-Variante bietet Babbel außerdem ein Lifetime Angebot an. Für einmalig 249,99 Euro ist Babbel dann lebenslang nutzbar. Beim Lifetime Angebot von Babbel sind alle 14 Sprachen enthalten.

LaufzeitBabbel
(1 Sprache)
Babbel
(alle Sprachen)
Duolingo Super
(alle Sprachen)
1 Monat14,99 Euro (14,99 Euro monatlich)
3 Monate38,97 Euro (12,99 Euro monatlich)
6 Monate59,94 Euro (9,99 Euro monatlich)*
12 Monate83,88 Euro (6,99 Euro monatlich)77,99 Euro (6,49 Euro monatlich)
Dauerhaft nutzbar249,99 Euro (Lifetime Angebot)

*Babbel-Deal: Wer aktuell das 6-Monatsabo bei Babbel abschließt, erhält 6 zusätzliche Monate geschenkt. Mit dem Deal ist das Jahresabo somit für nur 59,94 Euro erhältlich.

Fazit

Babbel ist meiner Ansicht nach sehr viel professioneller und eher für ernsthaftes Lernen geeignet. Wer schnelle Fortschritte in einer Sprache erzielen möchte, sollte besser die 7 bis 13 Euro im Monat investieren und auf den kostenpflichtigen Kurs von Babbel setzen. Nichtsdestotrotz macht auch die Nutzung von DuoLingo Spaß und das spielerische Lernsystem kann durchaus motivieren täglich zu üben. Zudem bietet die kostenlose Version von DuoLingo ein sehr überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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über mich

Rainer Hellstern

Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Rainer und ich bin Gründer und Autor des Auswandern Handbuchs. Seit 2008 verfasse ich hier im Blog Beiträge rund um die Themenfelder Arbeiten, Leben und Rente im Ausland. Du findest hier Informationsmaterial zu über 50 Auswanderungzielen weltweit!

1 Kommentar bei “Babbel vs DuoLingo: Welcher Sprachkurs ist der richtige für dich?”

  1. Werner

    Hallo Rainer,
    Sowohl Babbel als auch Duolingo sind nach meiner Meinung gute Sprachen-Apps. Ich habe beide ausprobiert, bevor ich mich für Duolingo entschieden habe. Ich spreche schlecht Englisch und etwas besser Italienisch. Mit Duolingo habe ich meine Sprachkenntinsse in beiden Sprachen verbessert. Bei Duolingo kann ich meine Fehler geziehlt üben. Vokabeln, die ich falsch angewendet oder geschrieben habe, tauchen nach Monaten wieder auf. Die Erklärungen zur Gramatik finde ich schlüssig. Vor allem gefällt mir die Umganssprache, die meistens so daher kommt wie die Leute im Alltag reden. Die Nachteile der App hast du beschrieben und sie treffen auch zu. Ein Schwachpunkt der App ist auch, dass Sätze wie: chi è il probriertario di questa casa immer wieder erscheinen, auch wenn man keinen Fehler gemacht hat. Aber da muss man halt durch wenn man weiter lernen will. Viele Grüße

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