Englisch lernen mit Babbel – Testbericht 2016

Rainer20.05.2016 in Sprachkurse

Englisch lernen

Gute Englischkenntnisse bringen im Berufsleben und auf Reisen unschätzbare Vorteile. Wer seine Englischkenntnisse auffrischen oder verfeinern möchte, hat heutzutage vielfältige Möglichkeiten. Es muss nicht unbedingt ein teurer Englischkurs an einer Sprachschule sein, günstige Online-Kurse erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit. Ein solcher Anbieter ist Babbel, dessen Englischkurs ich hier mal etwas genauer vorstellen möchte.

Für wen ist Babbel geeignet?

Die meisten Lernenden besitzen sicherlich Englisch-Vorkenntnisse, schließlich wurde Englisch bereits vor Ewigkeiten (genauer gesagt im Jahr 1964) als Pflichtfach an allen weiterführenden Schulen in Deutschland eingeführt. In den meisten Fällen sind also gewisse Grundkenntnisse vorhanden, die lediglich eine Auffrischung benötigen.

Wer schon mal einen Englischkurs an der VHS bzw. Sprachschule besucht hat, kennt vermutlich den europäischen Referenzrahmen für Sprachen. Dieser teilt Sprachkenntnisse in die sechs Niveaustufen A1, A2, B1, B2, C1 und C2 ein. Wer Englischkenntnisse auf dem A1 Niveau besitzt, ist blutiger Anfänger. Auf der Stufe A2 hat man bereits grundlegende Kenntnisse. B1 und B2 sind Fortgeschrittenenkenntnisse. Auf dem Niveau C1 kann man bereits anspruchsvolle Fachtexte lesen und verstehen. Wer sich sprachlich auf der Stufe C2 bewegt, dessen Sprachkenntnisse sind annähernd auf dem Niveau eines Englisch-Muttersprachlers.

Auch bei Babbel sind die Englischkurse entsprechend des europäischen Referenzrahmens eingeteilt. Es gibt viele Anfängerkurse auf den Niveaustufen A1 bis A2 sowie Mittelstufenkurse des B1-Niveaus. Anspruchsvollere Kurse sind bei Babbel aber ebenfalls zu finden. Im Kursbereich „Business English“ werden Lernende auf den beruflichen Alltag in englischsprachigen Ländern vorbereitet. Die Kurse im Bereich Business Englisch bewegen sich auf dem Niveau B2 / C1. Man kann also sagen, dass die Kurse grundsätzlich für Anfänger aber auch für ein weit fortgeschrittenes Sprachniveau konzipiert sind.

Kursaufbau

Hat man sich bei Babbel angemeldet, ist der Kursbereich sehr übersichtlich gegliedert. Babbel unterscheidet in die Bereiche Neu, Anfängerkurse, Mittelstufenkurse, Grammatik, Business English, Hören und Sprechen, Lesen und Schreiben, Land und Leute, Extras, Wörter und Sätze. Zu jedem Kurs gibt es eine kurze Beschreibung die angibt, welche Inhalte der Kurs enthält und auch welchem Lernniveau des europäischen Referenzrahmens man sich bewegt.

Kursaufbau bei Babbel

Kursaufbau bei Babbel

In den Anfängerkursen wird wissenswertes zu Alltagssituationen vermittelt. Kennenlernen im Café oder Pub sowie  Small Talk steht beispielsweise im ersten Kurs auf dem Programm. In den Mittelstufenkursen geht es um anspruchsvollere Themen. Gelernt wird über Gefühle, Reisegestaltung oder den Besuch einer Veranstaltung sprechen. Die anderen Kurse sind weitgehend selbsterklärend. Business English bereitet auf berufliche Situationen vor, im Kurs Land und Leute erfährt man Nützliches über die englischsprachigen Länder (Reisevorbereitung) und im Grammatikkurs lernt man die verschiedenen englischen Zeitformen sowie regelmäßige und unregelmäßige Verben.

Kursumfang

Wie umfangreich Babbel ist, möchte ich einmal am Beispiel des Anfängerkurses verdeutlichen. Der Kurs ist noch einmal in verschiedene Unterkurse und die wiederum in Lektionen unterteilt. Der Anfängerkurs besitzt sechs Unterkurse (Anfängerkurse 1-6). Ein solcher Unterkurs besitzt wiederum über 20 Lektionen. Für eine einzelne Lektion bzw. Übung sollte man ca. 15 Minuten einplanen, d.h. alleine der Anfängerkurs 1 besitzt Lernmaterial für beinahe 6 Stunden. Wer den kompletten Anfängerkurs absolvieren möchte, benötigt ca. 36 Stunden.

Man muss man sich aber nicht an die vorgegebene Reihenfolge von Babbel halten die Lektionen Schritt für Schritt durcharbeiten. Wer nur Interesse an einem speziellen Thema hat (z.B. die Vergangenheit mit dem „present perfect simple“), wählt einfach die entsprechende Lektion aus und absolviert die Übung.

Hat man alle Lektionen eines Kurses absolviert, erhält man ein Zertifikat im PDF-Format, welches über die Kursinhalte und das Kursniveau informiert.

Spracherkennung

Babbel bietet eine integrierte Spracherkennung für Lernende, die die Aussprache trainieren möchten. Zu Beginn jeder Lektion kann man auswählen, ob die Lektion mit oder ohne Spracherkennung absolviert werden soll. Die Spracherkennung selbst ist einfach einzustellen, über eine kleine Eingabemaske bei Babbel wird das Mikrofon aktiviert. Ein externes Headset mit Mikrofon ist die beste Wahl, wird aber nicht benötigt, sofern der Laptop ein integriertes Mikrofon besitzt. Die Einstellungen benötigen einen Moment, denn die Spracherkennung kann recht empfindlich eingestellt werden. Leichte Hintergrundgeräusche (in der Testsituation vorbeifahrende Autos bei offenem Fenster sowie spielende Kinder) stören nicht.

Babbel Mikrofon einstellen

Babbel Mikrofon einstellen

Übungen / Lektionen

Hat man das Mikrofon aktiviert, beginnt die Übung. Pro Lektion werden kleine Vokabelportionen, d.h. drei bis vier Vokabeln, die in einem Zusammenhang stehen, gelernt. In den Übungen werden die Vokabeln zunächst von Muttersprachlern vorgesprochen und im Anschluss darf sich der Lernende selbst an der Aussprache der Begriffe versuchen. Die Spracherkennung misst, wie gut die Aussprache mit der gehörten Tonspur übereinstimmt. Wenn die Übereinstimmung gut ist, wird ein grünes Symbol mit einem Haken angezeigt. Lernende haben fünf Versuche den Begriff richtig auszusprechen. Sofern die Übereinstimmung nicht gut ist, kann man die Tonspur des Muttersprachlers beliebig oft angehören.

Aussprache üben mit Babbel

Aussprache üben mit Babbel

Babbel arbeitet darüber hinaus mit weiteren Übungsdesigns. Im Anschluss werden die Vokabeln mittels Multiple- Choice Fragen erneut abgefragt. Hier muss der Lernende die Vokabeln Bildern spielerisch zuordnen (1). Bei den weiteren Übungsformen muss der Lernende die Vokabeln komplett selbstständig tippen (2). Eine weitere beliebte Übungsvariante ist der Lückentext (3), bei der der Lernende ebenfalls tippen muss.  So lernen selbst blutige Anfänger spielerisch Englisch.

Business English

Für die Fortgeschrittenen relevant und sehr umfangreich ist der Kursbereich Business English. Im Bereich Business English geht es darum Lernende fit für die wichtigsten Jobsituationen zu machen. Gelernt wird hier bis ans C1 Niveau des europäischen Referenzrahmens. Die Übungen sind nach dem bekannten Muster von Babbel aufgebaut (neue Vokabeln werden vorgestellt, der Lernende muss diese nachsprechen, Vokabeln müssen Bildern zugeordnet werden und zum Abschluss folgt ein Lückentext).

Telefongespräch / Lückentext

Telefongespräch / Lückentext

Der Kursbereich Business English geht dabei richtig ins Detail, es gibt Fortgeschrittenenlektionen zu einer Reihe spannender Themen:

Kursbeispiele

  • On the telephone (Telefongespräche führen)
  • Emails (Wie beginnt und beendet man berufliche E-Mails?)
  • Socialising (Smalltalk mit Kollegen und Kunden)
  • Meetings (Besprechungen)
  • Presentations (Präsentationen)
  • Projects und Teamwork (Projekte und Teamarbeit)
  • Negotiations & Negotiation tactics (Verhandlungen & Verhandlungstaktiken)
  • Making offers (Angebote machen)
  • Bargaining ( Feilschen)
  • Closing  a Deal (Das Geschäft abschließen)
  • …..

Amerikanisches vs. Britisches Englisch

Durch die weltweite Verbreitung der englischen Sprache haben sich über die Jahre zahlreiche Varietäten (=Normabweichungen) entwickelt. Englisch gibt es vom australischen bis hin zum südafrikanischen Englisch. Die beiden wichtigsten Formen sind aber zweifellos das britische und das amerikanische Englisch.

Um diese Feinheiten zu lernen, bietet der Kurs “Land und Leute” zahlreiche Lektionen, die sich speziell mit den Unterschieden zwischen dem amerikanischem und britischem Englisch befassen. Außerdem gibt es dort Lektionen, die sich mit der britischen bzw. amerikanischen Umgangssprache befassen.

Vokabeltrainer

Wie es sich für ein gutes Englischlernprogramm gehört, besitzt Babbel einen integrierten Vokabeltrainer. Dieser wird bei Babbel als „Wiederholmanager“ bezeichnet. Die in den Übungen neu gelernten Vokabeln werden automatisch in den Wiederholmanager übertragen und regelmäßig zum Wiederholen vorgeschlagen.

Der Vokabeltrainer basiert auf dem bekannten sechs Stufen Lernsystem. Noch nicht gelernte Vokabeln liegen in der ersten Stufe und werden entsprechend häufig zur Wiederholung vorgelegt. Wird eine Vokabel richtig übersetzt, wandert diese eine Stufe höher und wird entsprechend seltener abgefragt. Ist die Vokabel in der sechsten Stufe angelangt, ist diese fest im Langzeitgedächtnis hinterlegt.

Babbel Vokabeltrainer

Babbel Vokabeltrainer

Es lassen sich zudem eigene Vokabellisten im Wiederholmanager anlegen. Eigene Listen sind beispielsweise sinnvoll, wenn man neben dem Onlinekurs noch einen Präsenzkurs an der VHS oder einer Sprachschule absolviert und auch die dort gelernten Vokabeln regelmäßig wiederholen möchte.

Mobile-Apps

Mit den Mobile-Apps fürs iPhone, iPad und Android-Smartphones können Lernende unterwegs Vokabeln pauken. Die Spracherkennung sowie der Grund- und Aufbauwortschatz sind in die Apps integriert. Vor- und nach den Übungen findet eine automatische Synchronisation mit dem Babbel-Server statt, so dass der Lernstand auf allen Geräten immer der gleiche ist.

Was kostet Babbel?

Babbel wird als Abomodell mit unterschiedlichen Laufzeiten von einem bis zu zwölf Monaten angeboten. Wer Babbel für zwölf Monate abschließt, kann beim Abschluss bis zu 50 Prozent der Kosten sparen.

Babbel-Preisübersicht:

Hinweis: Babbel lässt sich übrigens kostenlos testen. Wer sich bei Babbel anmeldet, kann die erste Lektion bzw. Übung des Englischkurses gratis ausprobieren.

Fazit

Der Englischkurs von Babbel ist abwechslungsreich und dank der Bild- und Audiounterstützung kommt bei den Übungen keine Langeweile auf. Als Einstieg, zum Auffrischen oder zusätzlich zu einem Englischkurs an einer Sprachschule ist die Lernplattform eine sehr gute Wahl und biete Übungsmaterial für unzählige Stunden. Auch Preislich kann Babbel voll überzeugen. Für nur fünf bis zehn Euro im Monat (je nach Laufzeit), erhält man ein hervorragendes Lernprogramm.

One Comment on “Englisch lernen mit Babbel – Testbericht 2016”

  1. Doulingo ist kostenlos und ebenfalls sehr gut geeignet.
    Babbel ist nicht die erste Wahl.

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