Als Rentner nach Mexiko auswandern: Die Karibikküste lockt

Rainer HellsternRente im Ausland1 Kommentar

Am Strand in Cancun - Mexiko

Mexiko ist das beliebteste Auswanderungsziel für Nordamerikaner im Rentenalter. Bereits über 1 Million US-Rentner haben sich aufgrund der niedrigen Lebenshaltungskosten, den karibischen Traumstränden und dem besseren Wetter dauerhaft dort niedergelassen. Für Europäer ist das Land aus geografischer Sicht zwar kein naheliegendes Ruhestandsziel, dennoch möchte ich das Land und seine Perspektiven für Rentner einmal genauer betrachten.

Beliebte Regionen für den Ruhestand

Die meisten Mexiko-Auswanderer zieht es ans Meer. Mit einer Küstenlänge von über 12.000 km bietet das Land an der Pazifik- und der Karibikküste unzählige Möglichkeiten für einen strandnahen Ruhestand.

Puerto Vallarta ist ein an der Pazifikküste gelegener Touristenort, der bereits in den 1960er-Jahren internationale Bekanntheit erlangte, als Filmklassiker wie “Die Nacht des Leguan” mit Elizabeth Taylor und Richard Burton dort gedreht wurden. Heute leben in Puerto Vallarta 290.000 Einwohner, nicht wenige sind Auswanderer aus den USA und Kanada. Puerto Vallarta liegt geschützt vor der rauen See des Pazifiks in der Bucht Banderas Bay. Die Strände sind ideal zum Schwimmen, Tauchen, Schnorcheln und Kajakfahren. Sehr beliebt bei der Touristen ist der Malecon von Puerto Vallarta, eine kilometerlange Strandpromenade, die entlang der Küste durch das Zentrum von Puerto Vallarta verläuft.

Puerto Vallarta

Playa del Carmen war bis in die 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts ein kleines und verschlafenes Fischerdorf auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán (Karibikküste). Seitdem hat sich viel geändert und der Ort mit karibischen Traumstränden und türkisblauem Meer hat sich zu einem internationalen Touristenziel mit 300.000 Einwohnern entwickelt. In und um Playa del Carmen hat sich eine große Auswanderergemeinde dauerhaft niedergelassen. Playa del Carmen liegt weniger als 1 Autostunde vom internationalen Flughafen Cancún entfernt. Dieser bietet viele Direktflüge in die USA, aber auch Verbindungen nach Europa (z. B. Frankfurt in 12 Stunden) sind von hier aus zu erschwinglichen Preisen möglich.

Playa del Carmen
Playa del Carmen

Cozumel ist eine karibische Insel unweit von Playa del Carmen. Nur 19 Kilometer trennt die Insel vom Festland, die Überfahrt mit der Fähre von Playa del Carmen dauert 40 Minuten. Cozumel ist für seine Traumstrände, die unberührte Natur und sein warmes, tropisches Wasser bekannt. Schnorchler und Taucher erkunden gerne das Riff der Insel mit seiner faszinierenden Unterwasserwelt. Mit einer Länge von 48 Kilometern und einer Breite von 16 Kilometern hat Cozumel eine kompakte Größe und lässt sich gut mit Fahrrad oder Motorroller erkunden. Die Inselhauptstadt San Miguel ist eine lebhafte Touristenstadt und hat rund 100.000 ständige Einwohner.

Cozumel

San Miguel de Allende: Zwar reisen jährlich Millionen Touristen nach Mexiko, den Großteil zieht es allerdings an die langen Küsten, Traumstrände und die beliebten Urlaubszentren wie Cancún, Puerto Vallarta oder Playa del Carmen. Anders als diese ist San Miguel de Allende im Landesinnern gelegen, etwa 4 Autostunden nördlich der Hauptstadt Mexiko-Stadt. San Miguel de Allende liegt im Hochland auf 1.900 Metern und besitzt ein deutlich gemäßigteres Klima. Die Stadt mit 80.000 Einwohnern besitzt ein schönes koloniales Stadtzentrum. Die Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise niedrig. Eine große Expatgemeinde hat sich hier niedergelassen.

San Miguel de Allende

Klima

Mexiko ist ein riesiges Land mit verschiedenen Klimazonen. Die Küstenregionen, die im Osten von der Karibik und im Westen vom Pazifik umgeben sind, besitzen ein tropisches Klima. Warme Luft mit hoher Luftfeuchtigkeit ist dort normal. An der Karibikküste (z.B. Playa del Carmen) liegen die jährlichen Durchschnittstemperaturen bei 27 Grad. Allerdings kann es zu sehr heißen Perioden im Sommer kommen. Temperaturen von über 37 Grad sind dann keine Seltenheit. Von Mai bis Oktober muss man im Rahmen der Regenzeit mit häufigen Regenfällen rechnen. Zwischen Juni und November ist außerdem offizielle Hurrikansaison in Mexiko. Als die beste Reisezeit gelten in vielen Regionen die Monate zwischen November bis April.

Das mexikanische Hochland (z. B. San Miguel de Allende) bietet im Gegensatz dazu ein angenehmes, gemäßigtes Klima, in dem es die meiste Zeit des Jahres weder zu heiß noch zu kalt ist.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in Mexiko sind im Vergleich zu Deutschland sehr niedrig. Verbraucherpreise wie Nahrungsmittel, Getränke, Verkehrsmittel und Energie sind in Mexiko 40 Prozent niedriger als in Deutschland. Für Mieten müssen Mexikaner 52 Prozent weniger als in Deutschland bezahlen. Die Kosten können natürlich von Ort zu Ort variieren und liegen in touristischen Regionen über dem Landesdurchschnitt. Verallgemeinert lässt sich sagen, dass man mit 1.500 Euro im Monat fast überall ein sehr komfortables Leben führen kann.

Lebenshaltungskosten in Mexiko

Inhalt

Anmeldung

Mexiko bietet ein dauerhaftes Rentnervisum, welches für alle Rentner ab 50 Jahren zugänglich ist, allerdings sehr hohe finanzielle Hürden besitzt. Rentner müssen nachweisen, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können (z. B. anhand des Rentenbescheids oder einer Bescheinigung der Bank). Für das Dauervisum werden finanzielle Mittel in Höhe von 3.736 Euro pro Monat vorausgesetzt, eine Summe, die für die meisten Rentner absolut unrealistisch sein dürfte.
Für die meisten deutschen Rentner dürfte daher nur ein temporärer Aufenthalt (z. B. Überwintern) infrage kommen. Deutsche Staatsangehörige können sich ohne Visum bis zu 180 Tage am Stück in Mexiko aufhalten.

Mehr dazu auf der Website der mexikanischen Botschaft.

Krankenversicherung

Mexiko bietet eine sehr erschwingliche medizinische Versorgung. Typische Arztbesuche können je nach Fachbereich zwischen 15 und 50 Euro kosten. Ca. 90 Prozent der Mexikaner sind nicht krankenversichert und zahlen diese Kosten aus eigener Tasche. Zumindest in den großen Städten und touristischen Gebieten sprechen viele Ärzte Englisch als Zweitsprache.

Die Pflege in den staatlichen Krankenhäusern entspricht nicht den europäischen Standards. So wird beispielsweise erwartet, dass Familienmitglieder sich um Mahlzeiten und gelegentliche Pflege der Patienten kümmern. Wer eine bessere medizinische Versorgung wünscht, lässt sich in einem der vielen privaten Krankenhäuser versorgen, muss diese Dienstleistungen aber selbst bezahlen. Da kein Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und Mexiko existiert, ist der Abschluss einer privaten Auslandskrankenversicherung vor der Reise sehr empfehlenswert.

In Mexiko können fast alle Medikamente ohne Rezept direkt in der Apotheke gekauft werden.

Sprache

Ein großer Prozentsatz der Mexikaner spricht Englisch, vor allem in touristischen Regionen am Meer (z. B. Cancún, Puerto Vallarta, Puerto del Carmen, San Miguel de Allende). Englisch wird in allen Schulen aber der 7 Klasse unterrichtet. In vielen Kleinstädten und weniger touristischen Gegenden wird allerdings wenig Englisch gesprochen; hier sind Grundkenntnisse der spanischen Sprache sehr hilfreich. Zweisprachige Speisekarten in Restaurants sind beispielsweise eine Seltenheit. Grundsätzlich empfiehlt es sich, ein wenig Spanisch zu lernen, denn die Mexikaner wissen es sehr zu schätzen, wenn sie sich mit ihnen in ihrer Sprache unterhalten.

Kriminalität

In den Medien wird regelmäßig über Gewalttaten in Mexiko berichtet, welche mit der organisierten Kriminalität zusammenhängen. Revierstreitigkeiten von Drogenhändlern können dabei leider auch in Touristengebieten ausgetragen werden. Das Auswärtige Amt rät aufgrund der schlechten Sicherheitslage vom Besuch bestimmter Bundesstaaten in Mexiko ab. Diese zählen allerdings nicht zu den Touristischen Hauptzentren an der Karibik- bzw. Pazifikküste.

Rentenzahlung

Viele Auswanderer machen sich nicht die Mühe, ein Bankkonto in Mexiko zu eröffnen und benutzen einfach die Kredit- oder Debitkarte des Heimatkontos, um Bargeld abzuheben oder Einkäufe zu tätigen. Sehr viele Haushaltsrechnungen (z. B. Strom, Telefon) müssen in Mexiko nach wie vor bar bezahlt werden. Hierfür besitzen die Anbieter zum einen Geschäftsstellen, in denen bezahlt werden kann. Manchmal dienen auch Supermärkte und andere lokale Geschäfte als Zahlungszentren.

Wer ein Konto in Mexiko eröffnen möchte, die großen Banken, die landesweit Filialen besitzen, sind BBVA, Santander Bank und Banamex. Für die Kontoeröffnung muss der Reisepass, die Aufenthaltsgenehmigung und ein Adressnachweis (z. B. via Strom- oder Telefonrechnung) vorgelegt werden.

Fazit

Mexiko bieten mit seinen langen Küsten, Traumstränden und niedrigen Lebenshaltungskosten zwar einige Vorzüge, dürfte aufgrund der hohen Visahürden für die meisten Auswanderer nicht infrage kommen. Lediglich ein temporärer Aufenthalt (z.B. Überwintern) dürfte für die meisten eine Option sein.

über mich

Rainer Hellstern

Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Rainer und ich bin Gründer und Autor des Auswandern Handbuchs. Seit 2008 verfasse ich hier im Blog Beiträge rund um die Themenfelder Arbeiten, Leben und Rente im Ausland. Du findest hier Informationsmaterial zu über 50 Auswanderungzielen weltweit!

1 Kommentar bei “Als Rentner nach Mexiko auswandern: Die Karibikküste lockt”

  1. Renate

    Also, als Rentner nach Mexico auszuwandern ist nicht so einfach wie beschrieben. Du musst ein Guthaben für 1 Jahr und laufend von über 164.000€ und ein mtl. Einkommen von über 4200€ haben. Die Information ist vom Mex.Konsulat in Frankfurt.
    Wer das Geld hat, geht sicherlich nicht nach Mexico.

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