Als Rentner nach Brasilien auswandern: Das Leben genießen am Zuckerhut

Rainer HellsternRente im Ausland9 Kommentare

Rio de Janeiro - Brasilien

Brasilien ist als Auswanderungsziel auch für Rentner und Pensionäre interessant. Von den gelockerten Einreisebestimmungen profitieren vor allem wohlhabende Rentner:

Beliebte Regionen für den Ruhestand

Brasilien ist gut 24-mal so groß wie Deutschland. Entsprechend bietet das Land für Auswanderer unzählige Möglichkeiten.

Das beliebteste Ziel in Brasilien ist Rio de Janeiro. Die weltberühmten Strände Copacabana und Ipanema sollte man sich in Rio de Janeiro auf keinen Fall entgehen lassen. Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten der zweitgrößten Stadt des Landes sind der sogenannte Zuckerhut, ein fast 400 Meter hoher Granitfelsen und die riesige Christusstatue, die mit ausgebreiteten Armen scheinbar über die Stadt wacht. Eine der Hauptattraktionen in der Stadt ist der Karneval, der offiziell am Freitag vor Aschermittwoch beginnt. Dabei gehört die Parade der Sambaschulen zu den größten Umzügen der Welt.

Ebenfalls beliebt bei Rentnern ist der Süden Brasiliens im Bundesstaat Santa Catarina. Rund um die Städte Florianópolis und Blumenau leben sehr viele Deutschstämmige Auswanderer. In Blumenau gibt es sogar jährlich ein Oktoberfest!

Wer sich vor allem für Strandurlaub interessiert, die Küsten- und Hafenstadt Recife im Osten Brasiliens zeichnet sich durch seine weitläufigen Atlantikstrände aus, die jährlich tausende Badetouristen aus der ganzen Welt in ihren Bann ziehen.

Lebenshaltungskosten

Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in Brasilien beträgt nur ca. 650 Euro im Monat, entsprechend liegen auch die Lebenshaltungskosten deutlich unter denen von Deutschland. Mit einer Rente von 1.000 Euro würde man ein Drittel mehr als ein brasilianischer Durchschnittsbürger verdienen. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten auch von Ort zu Ort sehr verschieden. In Rio de Janeiro ist das Leben überraschend teuer. In einer guten Gegend liegen die Mietpreise in etwa auf dem Niveau europäischer Großstädte. Außerhalb der Metropole ist das Leben deutlich günstiger.

Lebenshaltungskosten in Brasilien
Lebenshaltungskosten in Brasilien

Klima

Brasilien ist gesegnet mit fast 7.500 km Küste, tollen Sandstränden mit warmem Atlantikwasser und einem fantastischen tropischen Klima. Die Temperaturen sind das ganze Jahr über warm, aber in weiten Teilen der Küste weht eine angenehme Brise, die für angenehmes Wetter und saubere, gesunde Luft sorgt. Wer das tropische Klima nicht mag, im Süden besitzt das Land außerdem ein gemäßigtes Klima.

Krankenversicherung

Da zwischen Deutschland und Brasilien kein Sozialversicherungsabkommen existiert, sollten Auswanderer eine private Krankenversicherung in Brasilien oder vor der Abreise in Deutschland eine Langzeit-Auslandsreisekrankenversicherung abschließen.

Die brasilianische Verfassung garantiert allen Einwohnern unabhängig von ihrem Einkommen den Zugang zum Gesundheitswesen. Diejenigen, die es sich nicht leisten können, für die Gesundheitsversorgung in Brasilien zu bezahlen, können das kostenlose öffentliche Gesundheitssystem der Regierung nutzen. Städtische Krankenhäuser sind weit verbreitet und bieten eine kostenlose Behandlung, einschließlich Notfalldienste für jedermann. Das öffentliche Gesundheitssystem steht im Grunde jedem zur Verfügung, der sich legal in Brasilien aufhält, also auch Auswanderern und Auslandsrentnern. Wer sich keine private medizinische Versorgung leisten kann, kann auf das Sicherheitsnetz der kostenlosen nationalen Gesundheitsversorgung zurückgreifen.

Wer eine Gesundheitsversorgung auf europäischem Niveau in Brasilien wünscht, ist im privaten Gesundheitssystem allerdings besser aufgehoben. Dieses bietet eine deutlich bessere Versorgung mit kürzeren Wartezeiten. Die wohlhabenderen Brasilianer (etwa 20 % der brasilianischen Bevölkerung) nutzen in der Regel das private Gesundheitssystem. Menschen, die eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben, erhalten Zugang zu diesem System.

Visum

Rentner und Pensionäre mit einer monatlichen Rente von mindestens R$ 6.000,- (dies entspricht ca. 1.000 Euro) können ein Dauervisum für Brasilien beantragen. Wer die R$ 6.000 nachweisen kann, kann dann auch zwei Angehörige (wirtschaftlich abhängige Personen) mitnehmen. Diese erhalten dann ebenfalls ein Dauervisum. Für jede weitere Person muss man zusätzlich R$ 2.000,- monatlich nachweisen. Der Visumsantrag muss beim nächsten brasilianischen Konsulat gestellt werden. Für den Antrag erforderlich ist die Rentenbescheinigung der Behörde des Heimatlandes sowie eine Bescheinigung der Bank, in der die monatliche Summe von R$ 6.000 Euro bestätigt wird.

Seit dem 01.10.2012 existiert ein Abkommen zwischen der EU und Brasilien, touristische Aufenthalte von bis zu drei Monaten sind für deutsche Staatsbürger ohne Visum möglich. Voraussetzung ist der noch mindestens sechs Monate gültige Reisepass. Wer also nur in Brasilien überwintern möchte, benötigt nicht unbedingt ein Visum. Erst bei Aufenthalten von über 90 Tagen ist ein Visumsantrag notwendig.

Rentenzahlung

Die Deutsche Rentenversicherung kann die Rente direkt auf ein Konto in Brasilien überweisen. Die Auslandsüberweisung nach Brasilien ist allerdings nicht gebührenfrei und kann sich bedingt durch Bankgebühren und Wechselkursverluste auf bis zu 5 Prozent der Transfersumme belaufen. Diese Kosten sind immer vom Rentenempfänger zu tragen und werden nicht von der Rentenversicherung übernommen.

Da der brasilianische Real in den letzten 10 Jahren gegenüber dem Euro zwei Drittel seines Wertes verloren hat, sollte man sich gut überlegen, ob man nicht besser ein Konto in Deutschland behält und die Rente dorthin überweisen lässt. Größere Vermögenbeträge sind auf einem Konto in Deutschland mit Sicherheit besser aufgehoben. Benötigt man Bargeld in Brasilien, kann man dies kostengünstig mit der Kreditkarte an einem Geldautomaten abheben. Möchte man Geld auf ein Konto in Brasilien überweisen, kann man günstige Überweisungsdienste wie beispielsweise Wise nutzen, bei denen die Bankgebühren und Wechselkursverluste deutlich niedriger sind als bei Banküberweisungen

Der brasilianische Real verliert langfristig gegenüber dem Euro an Wert

Sprache

Lernen Sie unbedingt Portugiesisch, wenn Sie in Brasilien leben möchten. Portugiesisch ist zwar nicht die einfachste Sprache, die man lernen kann, aber es braucht nicht viel, um im Alltag zurechtzukommen. Die Brasilianer sind außerdem sehr geduldig und hilfsbereit, wenn man es versucht. Gute und günstige Online-Portugiesisch Kurse gibt es beispielsweise bei Babbel und Mondly.

Kriminalität

Die hohe Kriminalitätsrate in Brasilien ist sicher ein Thema, was viele potenzielle Auswanderer abschreckt. Zwar liegt der Schwerpunkt der Kriminalität häufig in den “Favelas” (Armenvierteln) und weit entfernt vom täglichen Leben in den besseren Gegenden. Überfälle sind jedoch nicht so selten und obwohl sie in den meisten Fällen nicht gewalttätig sind, ist es natürlich frustrierend, wenn einem das Smartphone oder Bargeld gestohlen wird.

Fazit

Brasilien ist ein Riesenland mit vielen Facetten. Wer dorthin auswandern möchte, sollte die dortigen Lebensverhältnisse unbedingt mit eigenen Augen betrachten und nach Möglichkeit im Vorfeld einen längeren Zeitraum dort verbringen (z.B. Überwintern).

über mich

Rainer Hellstern

Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Rainer und ich bin Gründer und Autor des Auswandern Handbuchs. Seit 2008 verfasse ich hier im Blog Beiträge rund um die Themenfelder Arbeiten, Leben und Rente im Ausland. Du findest hier Informationsmaterial zu über 50 Auswanderungzielen weltweit!

9 Kommentare bei “Als Rentner nach Brasilien auswandern: Das Leben genießen am Zuckerhut”

  1. andré hermann basile gubelmann

    Ich lebe schon über 10 Jahre in Belmonte (kleinere Stadt) in Bahia in der Nähe von Porto-Seguro.Bin Rentner habe mit einer jungen Frau auch ein Kind das 6 J. alt wird.Alles in Allem gesehen ist Bahia ein Schrottland.Die Menschen dort sind im denken noch stehengeblieben wie zur Kolonialzeit.Betrug, stehlen und lügen ist schon ein Teil deren Kultur.Wenn ich einem Menschen was Schlechtes wünsche,sage ich Ihm,wandere nach Brasilien aus.Ich bin noch dort,weil ich meine Familie liebe und für einen Neuanfang mit bald 71 J. eben schon zu alt bin.Ich seber kann nicht klagen,aber das rundherum ist katastrophal.

  2. Germano

    Ein unsinniger Bericht der wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat. Wer einen falschen Wohnplatz ausgesucht hat und dort nicht zurrecht kommt ,sollte lieber Selbstkritik üben,als das Gastland zu beschimpfen.
    Ich selbst kenne Bahia seit 50 Jahren,bin immer gerne dort gewesen,auch in Porto Seguro und in anderen kleinen Städten.
    Man kann Brasilien nicht mit Europa vergleichen,es ist vieles anders.Manches ist sehr schlecht,aber einiges viel besser,speziell für Senioren.
    Für europäische Rentner ist der Süden Brasiliens ein idealer Ruhesitz und nur zu empfehlen.
    Ich würde ihnen raten einmal die Serra Gaucha in Rio Grande do Sul zu besuchen,dann würden Sie schnell ihre Meinung ändern.Hier leben viele deutsche Rentner und alle sind sehr zufrieden.

  3. Rudolf Thomi

    Ich lebe seit rund 2 Jahren in Arraial d’Ajuda – Porto Seguro und meiner Meinung nach haben sowohl André Hermann als auch Germano nicht unrecht. Die Gegend hier ist zwar wunderschön, aber was mich hier am meisten stört, ist die fehlende Sicherheit und die ständige Zunahme der Gewalt. Unser Haus wurde bereits von einem Räuber heimgesucht, und die anschließende Unterstützung resp. Fahndung durch die Policia Civil war gleich null. Nun machte ich, was ich eigentlich ursprünglich nicht wollte: mich einmauern und das Grundstück und Haus mit Alarmanlagen ausstatten. Leider funktioniert der Staat Brasilien nicht als Staat. Die Korruption resp. der Raub öffentlicher Gelder ist so groß, dass die Sicherheit, Ausbildung und Infrastruktur in den Kinderschuhen
    stecken geblieben ist. Ich weiss dass man nicht verallgemeinern sollte, aber zumindest in Bahia entspricht dies leider der Realität. Ich und meine Lebenspartnerin werden unser Haus vermieten und in Gramado, der Serra Gaucha einen Neuanfang versuchen. Wir hoffen dort weltoffenere und ehrliche Menschen mit einer etwas differenzierten Lebenseinstellung zu treffen
    … und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

  4. Germano

    Hallo Rudolf
    Gute Idee,die SERRA Gaucha ist bei Europäern viel beliebter als Bahia,nur würde ich nicht gerade Gramado wählen,ist zwar wunderschön,aber total überlaufen und sehr sehr teuer! Wer Ruhe und Natur liebt ,ist in anderen Kleinstädten besser bedient.Gramado ist nach Rio und Bahia das beliebteste Touristenziel.Für einen Wochenendbesuch sehr schön,aber dort wohnen,ist nicht mehr jedermanns Sache.
    Wünsche viel Glück für die vermietung eures Hauses in Bahia.Mit meinen Häusern hatte ich meistens wenig Miete, aber viel Ärger und Reparaturen.
    Für irgendwelche Fragen stehe ich gerne zur Verfügung

  5. Germano

    Wer auswandern will,sollte auf jeden Fall die verhaeltnisse im Zielland mit eigenen Augen betrachten und nach Moeglichkeit mehrere Laender besuchen.Hier ein Vorschlag :Flugreise Lissabon-Porto Alegre mit der TAP,Direktflug in 11 Stunden.Nach Besuch der Serra Gaucha ,nach Rio und Bahiadie beliebteste Turistengegend in Brasilien empfiehlt sich eine Fahrt nach Montevideo,im bequemen Reisebus von Porto Alegre ca.150 Euro hin u.zurueck.Von Uruguay kommt man fuer wenige Euros mit dem Tragflaechenboot nach Buenos Aires,wo der Euro Gold wert ist.Weiter mit Bus oder billiger Flugreise zu den Iguaçu Wasserfaellen,der schoenste Teil gehoert
    zu Argentinien,Dann mit Taxi ueber die gruene Grenze auf die brasilianische Seite,von wo es nicht weit nach Paraguay ist.Fuer Kandidaten die sich in Paraguay niederlassen wollen,wegen deneinfachen Bedingungen fuer Einwanderer empfehle ich einen laengeren Aufenthalt dort,die eigenen Erfahrungen erlauben eine bessere Entscheidung als alle Propaganda.Fuer die Rueckreise nach Porto Alegre,gibt es eine bequeme Buslinie durch die drei Suedstaaten Brasiliens,Paraná,Santa Catarina u.Rio Grande do Sul,man kann natuerlich auch fliegen.Fuer weitere Informationen stehe ich gern zur Verfuegung.

  6. Uwe Dengler

    Möchte nach Fortaleza Übersiedeln bin mit einer Brasilianerin Verheiratet wer hat Erfahrung mit der Stadt und dem Umland. Bin erst seit kurzer Zeit Verheiratet. Stehe kurz vor der Rente und bin mir noch nicht sicher was ich machen soll.

  7. Joachim H.

    Ich lebe seit 2008 in Belo Horizonte/Minas Gerais…..bin inzwischen mit meiner bras. Frau verheiratet…..sind im Urlaub in ganz Brasilien unterwegs….vom Süden…..von Foz do Iguaçu bis hoch im Norden Amazonien/Manaus….im Osten Forteleca…Recife… aber was dieser Herr….. andré hermann basile gubelmann….wird diesem herrlich schönen Land Brasilien nicht Gerecht…natürlich wenn er mit seiner Familie in einer Favella lebt….ist seine Schilderung richtig…!!

  8. Peter-Michael Feist

    Da ich seit 20 jahren als Deutscher in Brasilien lebe meine ich einen realistischen Beitrag zu leisten. Brasilien ist ein liebenswertes Land mit vielen Facetten .Immerhin ist es 24 mal so groß wie Deutschland u.hat auch keine vergleichbare Entwicklung wie Europa.Wer als Pensionär nach Brasilien einwandern will und nicht nur Meer u. Strand will kommt im Süden gut zurecht speziell in Santa- Catarina mit seiner Hauptstadt Florianopolis (500 000 Einwohner) oder im landesinneren wie Blumenau Pomerode um nur einiges zu nennen, Zu beachten ist das hier der höchste Lebensstandart Südamerikas ist und man sehr sicher lebt.
    Auch muss man hier nicht auf Luxus verzichten ,im Supermarkt gibt es alles was man so möchte auch deutsches Bier oder Brot -hat aber eben seinen Preis.
    Ein Ehepaar sollte schon gemeinsam 2000 Euro haben – das sind zZ ca 8000 Real da kann man sich viel leisten .Eine Wohnung im guten Zustand kostet ca ab 500 Euro /monat .Günstig ist es sich ein Appartement 112 000 Euro zu kaufen auch gibt es ansprechende Häuser 150 000 Euro -natürlich auch zu mehr je nach Lage Grösse u.Ausstattung. Wer als Rentner hier leben möchte sollte sich vorher hier gute Kontakt verschaffen und das Land per Urlaub besuchen.Ich selbst bin gegenwärtig dabei Pensionären bei der Einwanderung zu helfen und suche Partner für den Bau einer Seniorresidenz da müssten sich ca 10 Paare /Personen finden die 250 000 für ein Appartment als Eigentum investieren – es würde dann auch ein betreutes Wohnen involviert incl Essenversorgung wenn gewünscht ,Appartmentreinigung ,kulturelle Betreuung in deutscher Sprache – Interesenten können sich hier melden

  9. Georg Schmitz

    Hallo Peter,

    wie weit bist Du mit deiner Seniorenresidenz?
    Meine brasilianische Ehefrau und ich sind im Grossraum Floripa beheimatet und würden dich gerne zu dem Thema kontaktieren.

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