Als Rentner nach Kroatien auswandern: Das schöne Leben an der Adriaküste

Rainer HellsternRente im AuslandKommentar verfassen

Rente in Kroatien: Ist das Land eine gute Wahl?

Als Urlaubsziel steht Kroatien schon seit Jahren hoch im Kurs. Beinahe 3 Millionen Deutsche besuchen jährlich das Land mit der traumhaft schönen Adriaküste. Da positive Urlaubserlebnisse schon häufiger zu einer Auswanderung geführt haben, Grund für mich, das Land und seine Perspektiven für Auswanderer im Rentenalter einmal genauer anzuschauen.

Beliebte Regionen für den Ruhestand

Warum ist Kroatien bei Urlaubern eigentlich so beliebt? Als Hauptgrund kann man sicherlich die 1.800 km lange Adriaküste nennen. Hier finden Urlauber Sonne, Strand und jede Menge idyllische Buchten zum Baden und Entspannen. Zu erwähnen wären auch die über 1.000 Inseln, denen Kroatien den Beinamen „Karibik Europas“ verdankt.

Bei Urlaubern besonders beliebt ist die Halbinsel Istrien im Norden, die mit seinem mediterranen Flair und den hügeligen Landschaften ein wenig an die Toskana erinnert. Istrien war bis 1947 übrigens ein Teil Italiens, über die Grenze nach Triest oder Venedig ist es nicht weit, sodass Tagesausflüge ohne Probleme möglich sind. Die Halbinsel ist bekannt für hervorragenden Wein, seine Trüffeln, Meeresfrüchte und Olivenöl. Radfahren, Wandern und Segeln sind beliebte Freizeitaktivitäten.

Weiter im Süden beginnt die dalmatische Küste. Dazu zählen die zweitgrößte Stadt Split und die Weltkulturerbestätte Dubrovnik, deren wunderschöne Altstadt im Sommer allerdings von Touristen total überlaufen ist. Entlang der 1.200 langen Küste befinden sich aber weitere malerische Städte wie beispielsweise Zadar, Primošten und Makarska. Auf den lokalen Märkten gibt es auch hier hervorragende hausgemachte Lebensmittel, von frischen Meeresfrüchten, Käse bis hin zu Olivenöl. Wassersport ist auch hier sehr beliebt. An Land bietet die Region zahlreiche Möglichkeiten für Spaziergänge und längere Wanderungen entlang der Küste.

Wer das Inselleben bevorzugt, es gibt in Kroatien mehr als 1.000 Inseln, von denen allerdings nur ca. 50 dauerhaft bewohnt sind. Brač, Krk und Hvar zählen zu den bekanntesten, wobei letztere seit langem vom internationalen Jetset besucht wird. Weinberge und Olivenbäume sind auf vielen der Inseln allgegenwärtig. Die Inseln sind touristisch gut erschlossen und in den Sommermonaten ist immer viel los. In den Wintermonaten, wenn viele der Touristen nach Hause fahren und auch viele der Einheimischen aufs Festland zurückkehren, kehrt auf den Inseln Ruhe ein. Die größeren Inseln verfügen aber ganzjährig über Fährverbindungen, die die Inseln mit dem Festland verbinden.

Egal wo man sich in Kroatien niederlässt, die Anreise ist von Deutschland aus komfortabel möglich. In den Sommermonaten fliegen zahlreiche Billigfluglinien von Deutschland aus zu verschiedenen regionalen Flughäfen (z.B. Pula / Istrien, Zadar, Split, Dubrovnik). Mit dem Auto kann man Kroatien von München aus in ca. 6 bis 7 Stunden erreichen. Für den Süden nach Dubrovnik sollte man knapp die doppelte Zeit einplanen.

Klima

Das Klima an der kroatischen Adriaküste ist hervorragend. Im Süden um Dubrovnik werden bis zu 2.600 jährliche Sonnenstunden erreicht, die adriatische Küste zählt damit zu den sonnigsten Regionen im gesamten Mittelmeerraum. Selbst in den Wintermonaten sinken die Temperaturen an der Küste selten unter den Gefrierpunkt, und auch Schneefall kommt nur selten vor. In den Sommermonaten Juli / August kann es an der Küste bis maximal 30 Grad heiß werden. Dann strömen Millionen Badetouristen aus der ganzen Welt an die Strände des Landes.

Lebenshaltungskosten

Das Statistische Bundesamt hat für das Jahr 2021 ermittelt, dass die Lebenshaltungskosten in Kroatien im Durchschnitt 36 Prozent niedriger sind als in Deutschland. Die Lebenshaltungskosten beziehen sich dabei auf einen repräsentativen Warenkorb, bestehend aus 15 Kategorien (von Nahrungsmitteln und Getränke, Energie, Restaurants und Hotels). Hotels und Gastronomie sind gut 25 Prozent günstiger als in Deutschland, für Fleisch zahlen Verbraucher 30 Prozent weniger als hierzulande. Allerdings können die Lebenshaltungskosten in Kroatien je nach Standort auch sehr unterschiedlich sein. In den touristischen Gebieten an der Küste liegen diese auf einem ähnlich hohen Niveau wie in Deutschland. Im Landesinneren ist das Leben im Vergleich dazu deutlich günstiger.

Seit dem Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union im Jahr 2013 drängen immer mehr Discounter wie beispielsweise Lidl nach Kroatien, was gut für den Wettbewerb ist und niedrigere Preise bedeutet. Auch auf lokalen Märkten kann köstliches Essen und Wein zu sehr erschwinglichen Preisen erworben werden. Je nach Saison können Sie vielleicht sogar Meeresfrüchte direkt vom Boot eines Fischers kaufen.

Öffentliche Verkehrsmittel sind in Kroatien günstig. Fähren zu den Inseln sind erschwinglich und das Busnetz im Land ist gut ausgebaut. Mitfahrzentralen wie Uber können ebenfalls genutzt werden, sind jedoch meist nur in den größeren Städten verfügbar.

Immobilienpreise: Der Tourismus ist ein wesentlicher Bestandteil der kroatischen Wirtschaft, so dass die Immobilienpreise in touristischen Hochburgen wie der dalmatischen Küste und Istrien tendenziell höher ausfallen als im Rest des Landes. Dennoch können Sie Wohnungen mit Meerblick für weniger als 150.000 Euro finden, was Kroatien zu einem erschwinglichen Ort für einen mediterranen Urlaubsaufenthalt oder einen sonnenverwöhnten Ruhestand macht.

Anmeldung

EU Bürger, die sich länger als drei Monate in Kroatien aufzuhalten möchten, sind verpflichtet, ihren vorübergehenden Aufenthalt bei der zuständigen Polizeistation spätestens acht Tage nach Ablauf des 3-monatigen Aufenthalts anzumelden. Bei der Anmeldung des Aufenthalts muss der Personalausweis oder Reisepass (+ Kopien), Unterlagen zum Zweck des Aufenthalts und einen Unterkunftsnachweis vorgelegt werden. Eine biometrische Aufenthaltskarte kann auf Antrag gegen eine Gebühr von 100,00 HRK mit einer Gültigkeitsdauer von 5 Jahren ausgestellt werden. EU-Bürger haben nach 5 Jahren ununterbrochenem Aufenthalt in Kroatien das Recht auf Daueraufenthalt.

Krankenversicherung

Aufgrund des EU weiten Sozialversicherungsabkommens können Auswanderer weiterhin Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben und am neuen Wohnort in Kroatien die Leistungen in Anspruch nehmen, die für gesetzlich Versicherte in Kroatien vorgesehen sind. Hierfür ist vorab ein Antrag bei der Krankenkasse notwendig.

Das kroatische Gesundheitssystem ist allerdings nicht das Beste und gilt als zunehmend überlastet. Viele Mitarbeiter sind aufgrund der schlechten Bezahlung in den letzten Jahren in andere EU-Länder abgewandert. Außerdem gibt das Land nicht genügend Geld für sein Gesundheitssystem aus. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt bei nur 7 Prozent. Der EU Durchschnitt ist mit 9,9 Prozent deutlich höher. In Deutschland liegen die Gesundheitsausgaben sogar bei 11,7 Prozent vom BIP.

Sprache

Kroatisch ist die offizielle Landessprache. Ein großer Teil der Bevölkerung spricht jedoch auf einem hohen Niveau Englisch. Das liegt auch daran, dass englischsprachige Filme und Serien im Originalton mit Untertiteln gezeigt und nicht in der Landessprache synchronisiert werden. Somit kommen Kinder schon früh mit der englischen Sprache in Berührung.

In den Touristenzentren sind viele Kroaten der deutschen Sprache mächtig. Zum Teil ist das auch dadurch bedingt, dass viele Kroaten früher einmal in Deutschland gelebt haben. Dennoch ist es für Einwanderer von Vorteil (z. B. im Umgang mit den Behörden) kroatische Sprachkenntnisse zu erwerben. Allerdings kann das Lernen der Sprache eine Herausforderung sein. Die Sprache ist südslawischen Ursprungs und weist im Vergleich zum Englischen oder Deutschen große sprachliche Unterschiede auf.

Rentenzahlung

Wer die deutsche Rente in Kroatien beziehen möchte, kann das Girokonto in Deutschland beibehalten oder ein neues Konto bei einer kroatischen Bank eröffnen. Die Währung in Kroatien ist der Kuna, diese soll im Jahr 2023 allerdings auf den Euro umgestellt werden. Da Kroatien Teil des SEPA- Raums ist, dauern Überweisungen von Deutschland nach Kroatien genauso lange wie Inlandsüberweisungen innerhalb Deutschlands. Auch dürfen Überweisungen von / nach Kroatien nicht mehr kosten als Inlandsüberweisungen in Deutschland. Lediglich Verluste durch Währungsumrechungen sind bis zur Einführung des Euros noch möglich. Das Bezahlen von Rechnungen mit einem deutschen Bankkonto stellt somit kein Problem dar.

Fazit

Interessant ist Kroatien für Personen, die finanziell unabhängig sind, das Mittelmeer und das angenehm mediterrane Klima schätzen und beispielsweise über den Erwerb einer Immobilie nachdenken.

über mich

Rainer Hellstern

Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Rainer und ich bin Gründer und Autor des Auswandern Handbuchs. Seit 2008 verfasse ich hier im Blog Beiträge rund um die Themenfelder Arbeiten, Leben und Rente im Ausland. Du findest hier Informationsmaterial zu über 50 Auswanderungzielen weltweit!

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