Erwerbsminderungsrente im Ausland – was ist zu beachten?

Rainer31.07.2014 in Rente im Ausland

Darf man mit der Erwerbsminderungsrente ins Ausland auswandern oder wird die Rente in diesem Fall gekürzt? Über die aktuelle Rechtslage informiert der folgende Artikel:

Laut Deutscher Rentenversicherung (DRV) ist eine Kürzung abhängig vom Auswanderungsziel. Bei der dauerhaften Auswanderung ins EU-Ausland, ein EWR Land (Liechtenstein, Island oder Norwegen) oder einen Abkommensstaat (z.B. Schweiz, Israel, Marokko, Tunesien) kann die Rente wegen voller Erwerbsminderung weiter gezahlt werden. [i] Außerhalb dieser Länder sind Zahlungseinschränkungen möglich.

Wann wird die Rente im Ausland gekürzt?

Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit können von der Arbeitsmarktlage abhängig sein. Das ist der Fall, wenn die gesundheitlichen Einschränkungen noch eine Teilzeitarbeit zulassen, aber die Situation auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (in Deutschland) dafür verschlossen ist. In diesen Fällen wird eine höhere Rente gezahlt, auf die sonst nur ein Anspruch bestehen würde, wenn Teilzeitarbeit gesundheitlich nicht mehr möglich wäre. Beim Wohnsitz im Ausland besteht diese günstige Regelung grundsätzlich nicht. Das bedeutet, dass beispielsweise anstelle der bisher gezahlten Rente wegen voller Erwerbsminderung nur noch die – regelmäßig um die Hälfte geringere – Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung gezahlt werden kann. Bei Wohnsitz innerhalb der Europäischen Union, im EWR, in der Schweiz sowie in Israel, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Marokko und Tunesien kann die Rente wegen voller Erwerbsminderung weiter gezahlt werden, wenn die Lage auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt des Landes entsprechend verschlossen ist. Wenn eine Rente wegen voller Erwerbsminderung oder Erwerbsunfähigkeit gezahlt wird und eine Teilzeitarbeit wegen gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr möglichst ist, kann die Rente – wie andere Renten auch – ins Ausland gezahlt werden. Personen, die beabsichtigen ins Ausland zu ziehen, sollten sich unbedingt frühzeitig bei ihrem Rentenversicherungsträger informieren und sich dort verbindlich (am besten per schriftlichem Bescheid) beraten zu lassen.

Ärztliche Untersuchung im Ausland möglich?

Bei der Erwerbsminderungsrente wird zudem zwischen befristet und unbefristet unterschieden. Bei der befristeten Rente wird diese nur für einen festgelegten Zeitraum gezahlt. Rechtzeitig vor Ablauf müssen Rentner einen Weiterzahlungsantrag stellen. Dafür müssen auch ärztliche Befunde eingereicht werden, schließlich wird die Erwerbsminderungsrente nur weitergezahlt, wenn sich der Gesundheitszustand nicht gebessert hat. Die Rentenversicherung prüft die Unterlagen (Befunde der Ärzte, Röntgenbilder etc..) und ggf. ist auch eine ärztliche Nachuntersuchung durch externe Gutachter / in einer ärztlichen Untersuchungsstelle erforderlich. Für Auslandsrentner stellt sich hier natürlich die Frage, ob man dafür extra nach Deutschland reisen muss.

Personen die im Ausland wohnen sollen einem Antrag auf Weiterzahlungen die Unterlagen und Befunde ihrer behandelnden (ggf. ausländischen) Ärzte beifügen. Wenn nach deren Auswertung weitere Unterlagen erforderlich sind, wird der Rentenversicherungsträger prüfen, welche Möglichkeiten im Einzelfall bestehen. Auch die Einholung eines Gutachtens über den Rentenversicherungsträger des Wohnlandes ist möglich.

 

[i] http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/03_broschueren_pakete/erwerbsminderungsrente/_Paket_erwerbsminderungsrente_pub.html

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One Comment on “Erwerbsminderungsrente im Ausland – was ist zu beachten?”

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