Altersvorsorge im internationalen Vergleich: Das sind die besten Länder

Rainer Hellstern3.12.2017 in Rente im Ausland

Dänemark, Leuchtturm Bovbjerg Fyr, busch63 by flickr

Wie aus einer neuen Studie des Beratungsunternehmens Mercer hervorgeht, sind Dänemark und die Niederlande die Spitzenreiter in Sachen Altersvorsorge. Deutschland liegt auf Platz 13 von 30 analysierten Ländern und ist im Vergleich zum Jahr 2016 um einen Platz zurückgefallen. Die letzten Plätze nehmen Japan, Indien und Argentinien ein. Untersucht wurden die Altersvorsorgesysteme der Länder im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit, Angemessenheit und Integrität. Eine Skala von 0 bis 100 diente der Benotung jedes einzelnen Punktes des jeweiligen Landes. Berücksichtigt wurden nicht nur staatliche Rentensysteme und betriebliche Altersversorgung, sondern auch private Vorsorgemaßnahmen.

Was machen Länder wie Dänemark besser?

Die beiden Spitzenreiter im Rankingsystem sind Dänemark und die Niederlande – was machen diese Länder hinsichtlich der Altersvorsorge besonders gut? Nun, der wichtigste Punkt ist die Nachhaltigkeit. Die Länder Japan, Italien, Österreich und Frankreich zum Beispiel verfügen über Rentensysteme, die nicht auf einem nachhaltigen Modell beruhen, das die derzeitige Bevölkerung sowie nachfolgende Generationen mittragen kann.
Hierbei spielt die Demografie eine wichtige Rolle. Niedrige Geburtenraten und eine gleichzeitig höhere Lebenserwartung stellen für die Gesundheitspolitik und die sozialen Sicherungssysteme der meisten Länder künftig gewaltige Herausforderungen dar. Aber auch Faktoren wie Rückdeckung, Finanzierung, Staatsverschuldung und reales Wirtschaftswachstum spielen eine Rolle bei der Beurteilung dieses Faktors. Dänemark erreichte hier die höchste Punktzahl, nämlich 79,8. In dieser Hinsicht schnitt Dänemark nahezu doppelt so gut ab wie Deutschland, das nur mit 40,9 Punkten bewertet wurde und damit nur im Mittelfeld landet. Daher muss das Thema Nachhaltigkeit als wichtigster Vorteil des dänischen Rentensystems gegenüber dem deutschen angesehen werden, auch wenn die Gewichtung nur mit 35 % berücksichtigt wurde (der Faktor Integrität wurde mit 25 %, der Faktor Angemessenheit mit 40 % gewichtet).

Auch bei der Beurteilung hinsichtlich des Faktors Integrität schnitt Dänemark ebenfalls besonders gut ab. Dieser Faktor untersucht die Privatvorsorge auf Vertrauenswürdigkeit und Beständigkeit. Staatliche Aufsicht, Risikosteuerung und auch die Kommunikation spielen für die Beurteilung dieses Faktors eine Rolle. Schließlich erreichte Dänemark auch beim Faktor Angemessenheit den Höchstwert. Dieser betrifft die Versorgungsleistungen und wesentliche Gestaltungsmerkmale. Zu diesen gehören etwa das Versorgungsniveau, die steuerlichen Anreize, die Sparquote und Gestaltung der Versorgungsmodelle. Zudem wurde die freiwillige betriebliche Altersvorsorge berücksichtigt.

Vor- und Nachteile des deutschen Rentensystems

Deutschland könnte im Ranking aufsteigen, wenn es einige Punkte im Rentensystem weiter verbessert. Zu den als verbesserungswürdig einzustufenden Punkten gehört die Rente für Niedriglöhner. Die Mindestrenten müssten hier weiter angehoben werden. Des Weiteren müssten mehr ältere Arbeitnehmer am Erwerbsleben teilhaben. Auch die Teilnehmerzahl der betrieblichen Altersversorgung müsste erhöht werden. Fraglich ist, ob das Betriebsrentenstärkungsgesetz etwas bringt. Die Doppelbeiträge bei Betriebsrenten und den Direktversicherungen müssten aufgehoben werden, denn ansonsten könnten sich die Krankenkassen die Renditen abschöpfen. Eine Entgeltumwandlung würde sich auch bei höheren Zuschüssen nicht lohnen, da über 18 Prozent der Auszahlung an die Krankenkasse fließen. Mit einem Blick auf den Beurteilungswert „Angemessenheit“ kann jedoch festgestellt werden, dass Deutschland in dieser Hinsicht mit Dänemark gleichzieht. Beide Länder erreichten den gleichen Wert, nämlich 76,5. In Sachen Integrität der Rentensysteme lag Deutschland mit 74 Punkten nur 7,3 Punkte hinter Dänemark.

Wie schneiden unsere Nachbarländer wie die Schweiz und Österreich ab?

Auch die Schweiz schneidet mit 67,6 Gesamtpunkten und dem achten Platz besser ab als Deutschland. Österreich hingegen liegt hinter Deutschland auf Platz 21 mit 53 Punkten. Ebenfalls hinter Deutschland liegen die anderen Nachbarländer Frankreich (Platz 16), Polen (Platz 19) und Italien (Platz 22).

Der vollständige Studienbericht steht auf der Website von Mercer zum Download zur Verfügung: www.mercer.com.au/globalpensionindex

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