am Strand in Florida

Rente im Ausland: am Strand in Florida

Die Rente wird auch im Ausland ungekürzt ausgezahlt. So lautet zumindest die aktuelle Gesetzgebung in Deutschland. Leider kommt die volle Rentensumme nicht bei allen Rentnern im Ausland an, denn auch die am Transfer beteiligten Banken greifen großzügig in Ihre Rentenkasse. Bei manchen Auslandsrentnern kann sich der Verlust auf bis zu 10 Prozent der Rentensumme belaufen. Erfahren Sie hier die Gründe und wie Sie das verhindern können.

Bei vielen Auslandsrentnern überweist die Rentenversicherung die monatliche Rente weiterhin auf ein Girokonto in Deutschland. Rentenempfänger können die Rente dann einfach per Kreditkarte im Ausland abheben. Weltweit gibt es schließlich Millionen Geldautomaten. Das ist bequem, kann aber sehr teuer werden! Wer im Ausland am Automaten Geld abhebt, muss mit hohen Zusatzgebühren rechnen. Ein praktisches Beispiel hat mir ein Leser aus Lateinamerika zugeschickt:

„Wenn Sie Geld am Automaten abheben wollen, erscheint ein Hinweis, dass man für die Überweisung 4 Dollar zu zahlen hat. Für jede Abhebung am Geldautomat im Ausland zahle ich von meinem deutschen Konto bei der *****bank 6,95 Euro, also zusätzlich zu den 4 Dollar, wie vorerwähnt. Die Bank rechnet einen sehr schlechten Umrechnungskurs, dadurch verliert man dann auch noch einmal ca. 4 bis 5 Prozent. Addiert sind das dann rund 8 Prozent, das sind dann bei 500 Dollar schon 40 Dollar. Und schließlich ist das deutsche Konto nicht kostenlos, es werden monatlich 9,85 Dollar Kontoführungsgebühren (*****bank) abgebucht. Macht dann pro Buchung rund 5 Euro. Gedanklich addiert, sind das bei 500 Dollar dann 9 Prozent, also insgesamt 45 Dollar.“

Wie das Beispiel verdeutlicht, kann das Geldabheben im Ausland mit Kreditkarte richtig teuer werden! Die eigene Bank nimmt hohe Gebühren, der Automatenbetreiber und auch beim Geldwechsel in eine fremde Währung gibt es erhebliche Verluste. Nur die wenigsten Rentner können auf 5 – 10 Prozent der Rentensumme im Ausland verzichten. Zum Glück gibt es aber Möglichkeiten diese Kosten zu reduzieren:

Benötigen Sie im Ausland ein Konto bei einer Filialbank?


Die meisten deutschen Filialbanken verlangen von ihren Kunden monatliche Kontoführungsgebühren zwischen 5-10 Euro. Die Gebühren werden damit begründet, dass in Deutschland ein teures Filialnetz unterhalten wird. Der persönliche Berater vor Ort ist in Deutschland auch eine schöne Sache, doch als Auswanderer haben Sie hierfür kaum Nutzen. Ihre Filialbank besitzt im Ausland in der Regel nämlich keine Filialen. Direktbanken sind häufig günstiger und bieten Girokonten ohne monatliche Kontoführungsgebühren an.

Gebühren fürs Geldabheben im Ausland (von der Bank in Deutschland erhoben)


Die meisten Filialbanken verlangen für das Geldabheben im Ausland Zusatzgebühren von mindestens 5 Euro pro Transaktion. Auch hier sind einige Direktbanken günstiger und verzichten auf die Gebühren für das Geldabheben!

Automatengebühr (von lokaler Bank/ATM Betreiber erhoben)


An einigen Geldautomaten im Ausland werden zusätzlich Entgelte vom Automatenbetreiber erhoben (z.B. Thailand, Südamerika). Einige Direktbanken garantieren, dass sie alle Gebühren, die beim Geldabheben anfallen, erstatten. Sofern eine zusätzliche Gebühr vom Automatenbetreiber erhoben wird, können Sie diese Kosten zurückfordern. Hierfür müssen Sie lediglich nach dem Geldabheben eine E-Mail an die Bank schreiben, dass eine lokale ATM-Gebühr angefallen ist. Innerhalb von wenigen Tagen wird dann das Geld auf Ihrem Konto erstattet.

Schlechter Umrechnungskurs


Wer innerhalb der Eurozone lebt, muss sich hinsichtlich Währungsumrechnungen keine Sorgen machen. Nachteile haben nur Personen, die in einem Nicht-Euro Land leben (Banken wechseln generell zu einem schlechten Kurs in die fremde Währung). Sie können Währungsverluste beim Geldwechsel im Grunde nur verhindern, wenn Sie neben dem deutschen noch ein lokales Bankkonto besitzen. Es gibt nämlich Wege das Geld zwischen den beiden Konten / Ländern zu transferieren und die Verluste durch Währungsumrechnungen deutlich zu reduzieren. Mehr zum Thema Geld sparen bei Auslandsüberweisungen.

Welche Direktbanken sind empfehlenswert?


Sofern Sie noch ein teures Konto bei einer Filialbank besitzen, sollten Sie über den Wechsel zu einer Direktbank nachdenken. Damit können Sie die Kosten wie monatliche Kontoführungsgebühren sowie die Gebühren beim Geldabheben deutlich reduzieren. Wenn Sie in der Eurozone leben, kommen Sie damit verlustfrei an Ihre Rente. Sehr beliebt bei Auslandsdeutschen sind hier die folgenden Direktbanken:

Girokonten im Vergleich
comdirect dkb
Kontoführungsgebühr kostenlos kostenlos
Bankkarten

EC-Karte und Visa-Kreditkarte (beide kostenlos)

comdirect

EC-Karte und Visa-Kreditkarte (beide kostenlos)

dkb-visacard

Geldabheben in Deutschland

kostenlos mit EC-Karte
– nur Cash Group Automaten*

kostenlos mit Visa-Kreditkarte
– alle Geldautomaten (Visa)

Geldabheben im Ausland kostenlos mit Visa-Kreditkarte
– alle Geldautomaten (Visa)
kostenlos mit Visa-Kreditkarte
– alle Geldautomaten (Visa)
Etwaige Automatengebühren (im Ausland) werden erstattet
Kontoantrag online online
Identitätsfeststellung
in Deutschland
PostIdent, VideoIdent (Webcam) PostIdent, VideoIdent (Webcam)
Konto erlaubt Auslandswohnsitz
Identitätsfeststellung
im Ausland
Notar Lokale Bank / Rechtsanwalt
Prämie bei Kontoeröffnung 100 Euro
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*9.000 inländische Geldautomaten der Cash Group Banken Deutsche Bank, Commerzbank, Hypovereinsbank und Postbank.

Bei den beiden Anbietern handelt es sich um Banken, die aufs Direkt Banking (Bankgeschäfte ohne eigenes Filialnetz) spezialisiert sind. Besonderheit bei beiden Konten ist die enthaltene Visa-Kreditkarte, mit der Sie weltweit an allen „Visa-Geldautomaten“ kostenlos Bargeld abheben können, also auch bei Fremdbanken. Bei beiden Konten erhalten Kunden eine deutsche Bankleitzahl und Kontonummer. Die Kontoführung ist kostenlos (keine Monatsgebühren/ kein Mindesteingang). Überweisungen und Daueraufträge können Sie bequem online erledigen. Auch Ihre Kontoauszüge rufen Sie im Internet ab und wenn gewünscht, können Sie diese ausdrucken. Ich selbst nutze das DKB-Konto daher bereits seit Jahren auf Reisen, die enthaltene Kreditkarte ist nämlich auch im Urlaub von großem Vorteil!

Warum Sie das Konto vor der Auswanderung eröffnen sollten!

Ich empfehle, ein solches Girokonto bereits vor der Wohnsitzverlegung ins Ausland zu eröffnen. Zur Kontoeröffnung ist nämlich die Identitätsfeststellung notwendig (Geldwäschegesetz). Mit einem Wohnsitz in Deutschland ist dies bei beiden Banken sehr einfach möglich:

In Deutschland (PostIdent): Wer in Deutschland lebt und angemeldet ist, kann die Identitätsfeststellung mittels PostIdent-Verfahren vornehmen. Dafür muss man lediglich eine Filiale der Deutschen Post aufsuchen. Hierfür erforderliche Unterlagen sind der Personalausweis bzw. Reisepass, der jeweilige Kontoantrag sowie der PostIdent Coupon. Das PostIdent Verfahren ist für den Antragssteller kostenlos.

In Deutschland (Video-Ident): Deutsche Staatsbürger mit Wohnsitz in Deutschland können sich seit Oktober 2014 mittels einer neuen Methode bei den Direktbanken legitimieren. Hierfür wird lediglich ein internetfähiger PC bzw. Tablet-Computer mit Webcam sowie der Personalausweis/Reisepass benötigt. Zur Legitimation findet ein Video-Chat mit einem Mitarbeiter der entsprechenden Bank statt. Der Chat ist täglich (auch am Wochenende) möglich.

Die Kontoeröffnung für Auslandsdeutsche ist sehr viel komplizierter


Immer wieder erhalte ich E-Mails von Auswanderern, die ein kostenloses Girokonto in Deutschland eröffnen möchten. Die Kontoeröffnung bei den oben genannten Direktbanken ist zwar auch für Deutsche mit Wohnsitz im Ausland möglich, doch der Aufwand für die Identitätsfeststellung ist dann erheblich höher:

Postident: Wer als Auslandsdeutscher in Deutschland Urlaub macht, kann ebenfalls das Postident Verfahren nutzen. Allerdings muss eine beweiskräftige Bestätigung für den Auslandswohnsitz vorgelegt werden. Hierfür bietet sich beispielsweise ein lokaler Steuerbescheid, eine aktuelle Strom, Gas oder Wasserrechnung an.

Video-Ident: Das Verfahren ist eigentlich nur für deutsche Staatsbürger mit Wohnsitz in Deutschland zugelassen. Ich habe Berichte von Auswanderern erhalten, dass die Kontoeröffnung bei der Comdirect Bank im Ausland mittels Video-Ident möglich ist! Bei der DKB ist die Kontoeröffnung laut Aussagen der Auswanderer derzeit nicht möglich.

Hinweis: Banken können die Kontoeröffnung ohne Angabe von Gründen verweigern. Mit negativem Schufa-Eintrag ist die Kontoeröffnung beispielsweise nicht möglich.

Im Ausland: Die Identitätsfeststellung ist zudem bei einem Notar (Comdirect Bank) oder einer lokalen Bank/Rechtsanwalt (DKB) möglich. Hierfür wird der Reisepass benötigt. Der Notar/Anwalt/ Bank muss das Anmeldeformular ausfüllen und direkt an die jeweilige Bank senden. Hierfür anfallende Kosten müssen vom Antragsteller selbst getragen werden. Die Möglichkeit der Legitimation durch eine Bank/Anwalt/Notar ist nicht in allen Ländern möglich.