Umzug in die USA: Die Checkliste für Ihren Umzug

Rainer26.04.2014 in Länder

Golden Gate Bridge cc Wilson Hui / Flickr

Wer in die USA auswandern will, benötigt ein finanzielles Polster. Die höchsten Kosten werden für Umzug und Flüge fällig. Nachfolgend finden Sie einen Umzugsratgeber für die USA, der Ihnen hilft Ihre Auswanderung zu organisieren.

Was kommt mit? Was bleibt daheim?

Der Umzug in die USA ist teuer und bereits das Anmieten/der Transport eines (kleinen) Containers kostet mehrere Tausend Euro. Deshalb sollte man so wenig Umzugsgut wie möglich mitnehmen. Im ersten Schritt sollte alles Überflüssige aussortiert werden. Idealerweise beginnen Sie mit der Auswahl bereits 4-6 Monate vor dem Umzug. Dann bleibt genügend Zeit für den Verkauf überflüssiger Güter:

Elektro- und Fernsehgeräte

In den USA herrscht ein anderes Stromversorgungssystem mit 110 Volt Wechselstrom.  Die Frequenz liegt bei 60 Hertz. In Deutschland gibt es 220 Volt Wechselstrom. Das bedeutet, dass Ihre Elektrogeräte in den USA nur nutzbar sind, wenn Sie einen Umschalter besitzen. Oft ist ein zusätzlicher Adapter erforderlich. Zur Nutzung von Haushaltsgeräten, wie zum Beispiel Staubsauger oder Waschmaschinen benötigt man sogar einen Transformator. Daher sollten elektrische Geräte grundsätzlich nicht mit in die USA genommen werden. Wer sich trotzdem dafür entscheidet das ein oder andere Elektrogerät mitzunehmen, der sollte sich im Klaren darüber sein, dass man im Fall einer Reparatur kaum Ersatzteile findet. Viele Betriebe lehnen einen Reparaturauftrag ab, da sie mit den ausländischen Geräten nicht wirklich vertraut sind. Auch Fernsehgeräte können Sie getrost zurücklassen, denn die amerikanische Fernsehnorm ist von der europäischen abweichend. In Deutschland gilt das sogenannte PAL-System, während in Amerika das NTSC-System gängig ist. Bedenken Sie, dass manche Geräte im Container viel Platz wegnehmen. Ein Neukauf in den USA ist hier die bessere Alternative.

Computer / Laptop  / Drucker

Den Computer können Sie natürlich mitnehmen. Sie benötigen allerdings für die Nutzung einen Reisestecker/ Adapter. Der Drucker bleibt besser in Deutschland, da in Amerika das Papier ein anderes Format hat als DIN A4-Papier hierzulande.

Auto mitnehmen?

Gegen die Mitnahme eines Autos und/oder Motorrads sprechen die amerikanischen Einfuhrbestimmungen. Für die Zulassung entsprechend der amerikanischen Straßenverkehrsordnung sind aufwendige technische Modifikationen erforderlich (u.a. hinsichtlich Emissionswerten, Stoßstange etc.). Diese Modifikationen müssen noch vor dem Umzug durchgeführt werden, da der Spediteur den Transport des Autos ansonsten ablehnt.

Mobiliar und Haushaltsgegenstände

Die amerikanischen Häuser und Wohnungen sind häufig mit einer Einbauküche inklusive Geräte ausgestattet. In den USA nimmt niemand beim Umzug die Küche mit. Daher können Sie Ihre gesamte Kücheneinrichtung in Deutschland zurücklassen. Amerikanische Schlafzimmer sind immer mit Schränken ausgestattet, die zum Teil fest installiert und begehbar sind und ebenfalls nicht beim Umzug mitgenommen werden. Die Betten haben andere Maße als in Europa. Bettwäsche und Matratzen sind daher in den USA unbrauchbar. Selbst wenn Ihr Bett kostbar und teuer ist, wird von einer Mitnahme abgeraten. Der Kosten-Nutzen-Aufwand lohnt sich nicht. Eine passende Matratze werden Sie in den USA ebenfalls nicht erhalten. In vielen Gegenden der USA besteht ein hoher Grundwasserspiegel. Das hat zur Folge, dass die meisten Häuser ohne Keller gebaut werden. Es besteht daher keine Unterstellmöglichkeit. Auch Apartments haben keine Keller oder Dachböden. Weit verbreitet sind Storage-Unternehmen. Hier kann man Umzugsgut gegen eine Gebühr unterstellen. Amerikanische Garagen von Einfamilienhäusern sind größer als in Deutschland. Sie bieten zusätzlichen Platz für Waschmaschine oder Tiefkühltruhe.

Hinweis: Übrigens gibt es in den USA mittlerweile auch IKEA. Das beliebte Einrichtungshaus hat landesweit bereits über 40 Filialen.

Persönliche Dinge / Sammlerstücke

Persönliche Dinge und Erinnerungen gehören auf jeden Fall zum Umzugsgut. Auch Kristallglas und hochwertiges Porzellan, wie zum Beispiel Hummel-Figuren, sollten sie mit nach drüben nehmen. Die sind in den USA sehr begehrt und in der Anschaffung sehr teuer.

Haustiere (Hund, Katze etc..)

Haustiere dürfen ebenfalls mit in die USA umziehen. Benötigt wird bei Hunden beispielsweise ein Gesundheitszeugnis sowie eine Bescheinigung über die Tollwutimpfung. Eine detaillierte Auskunft hinsichtlich der Einfuhrbestimmungen von Hunden liefert die Website des Center of Disease Control and Prevention. Für die Einfuhr von Katzen gelten andere Bestimmungen: http://www.cdc.gov/animalimportation/cats.html

Die Transportmöglichkeiten bei Haustieren sind abhängig von der jeweiligen Fluggesellschaft. Bei vielen Fluggesellschaften dürfen Tiere mit einer Transportbox im Passagierraum mitreisen. Hier gilt allerdings häufig ein Maximalgewicht von 8 Kilogramm (inklusive Transportbox), so dass dies nur für kleinere Hunde/Katzen möglich ist. Die Alternative ist die Beförderung im Frachtraum.

Lebensmittel

Hinsichtlich der Einfuhr von Lebensmitteln bestehen in den USA sehr strenge Grenzen. Fleisch, Wurstwaren sowie Tiernahrung sollten auf keinen Fall ins Umzugsgepäck. Beim US-Landwirtschaftsministerium findet man eine Übersicht der Lebensmittel, die eingeführt werden dürfen.

Packliste für den Zoll anfertigen (Goods to Follow)

Damit Ihr Umzugsgut in die USA transportiert werden kann, benötigen Sie eine Packliste (Goods of Follow). Diese Liste muss in englischer Sprache angefertigt werden und es ist das gesamte Umzugsgut aufzulisten. Die Auflistung erfolgt nach Zweckbereichen. Die Liste sollte mehrmals kopiert werden, da sie unter anderem an die Spedition und die Zollabfertigung weitergegeben werden muss. Zusätzlich müssen Sie selber ein Exemplar mit sich führen, dass Sie nach der Ankunft Ihres Umzugsgutes bei der Zollabfertigung des zuständigen Hafens vorlegen müssen. Falls möglich sollten Sie persönlich vor Ort sein. Wird die Zollabfertigung von einer anderen Person abgewickelt, müssen Sie dieser Person eine Vollmacht ausstellen. Nicht jede Behörde erkennt diese an. Am Hafen erhalten Sie von der Spedition eine weitere Liste (Bill of Landing), die Sie ebenfalls zur Zollabfertigung benötigen. Sie sollten das Umzugsgut gleich in Empfang nehmen, denn oftmals werden Unterstellkosten erforderlich.

Einfuhrbestimmungen

Die Einfuhr von Umzugsgut in die USA ist zollfrei, wenn Sie über ein entsprechendes Visum / gültige Aufenthaltsgenehmigung verfügen. Ein Besuchervisum ist hierfür allerdings nicht ausreichend.

Spedition, Containergröße und Umzugskosten

Der Umzug mittels Container in die USA kostet mehrere Tausend Euro. Eine genaue Preisangabe für einen Umzug in die USA kann nur von einer Spedition gemacht werden, da sich die Kosten aus verschiedenen Kriterien zusammensetzen. Die Größe des Containers spielt eine zentrale Rolle. Im internationalen Frachtverkehr sind als Standardcontainer insbesondere „20 Fuß Container“ (Volumen: 33,1 m³), „40 Fuß Container“ (67,5 m³) oder „45 Fuß Container“ (86,1 m³) möglich. Zudem spielt die Entfernung zwischen Deutschland und dem Zielhafen eine wichtige Rolle. In der Regel wird der Container nur bis zum Zielhafen transportiert. Soll die Spedition die Sachen direkt zum Zielort bringen, wird es noch teurer. Es ist ratsam, die Umzugsgegenstände gleich am Hafen umzuladen oder eine amerikanische Spedition für den Weitertransport zu beauftragen. Das spart Kosten. Viele amerikanische Umzugsfirmen verlangen eine Vorauszahlung. Weitere Kosten entstehen durch Versicherungen. Es ist sehr wichtig, dass die ausgewählte Spedition einem internationalen oder zumindest einem deutschen Spediteurverband angehört. Dadurch wird sichergestellt, dass Ihr Umzugsgut auch Im Falle eines Bankrottes ankommt. Bevor Sie eine Spedition beauftragen, sollte Sie einen Kostenvoranschlag machen lassen und die Preise genau vergleichen. Ein Umzugsberater kommt zur Preisfeststellung zu Ihnen nach Hause und schätzt das Umzugsgut. Nach dieser Schätzung wird dann die Größe des Containers bestimmt. Für die Kostenbestimmung entscheidend ist auch die Frage, ob Sie den Container in Eigenregie Be- und Entladen. Ist das der Fall, benötigen Sie dies- und jenseits des Atlantiks fleißige Helfer. Das kann gerade in den USA zum Problem werden, da in den meisten Fällen noch keine Freundschaften aufgebaut wurden.

Kleinkram mit DHL verschicken

Sofern Sie den Haushalt komplett aufgelöst/verkauft haben und nur noch Kleinkram in die USA mitnehmen möchten, können Sie auf die Anmietung eines Containers verzichten. Bei der DHL (Deutsche Post) können Sie beispielsweise Päckchen mit den Maßen 120 x 60 x 60 cm und einem Maximalgewicht von bis zu 31,5 kg in die USA schicken. Die Kosten belaufen sich dafür auf 93,99 Euro.

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