Sprachen lernen mit Tandempartner

Rainer22.05.2011 in Sprachkurse

Eine Sprache lernen, das ist mehr als Vokabeln pauken und grammatische Strukturen auswendig lernen. Wenn Sie eine Sprache wirklich beherrschen möchten, sollten Sie den Kontakt zu Muttersprachlern suchen. Denn es sind die gängigen Floskeln und kleinen Füllwörter, die eine Unterhaltung lebendig machen und Nuancen in der Bedeutung ausmachen. Auch die Aussprache trainiert sich am einfachsten mit einem muttersprachlichen Gegenüber. Am besten wäre es natürlich, einige Zeit im Ausland zu verbringen und vor Ort zu üben.

Es geht aber auch zuhause: Ein Tandempartner kann sehr erfolgversprechend sein, um die eigenen Lernergebnisse in der Realität auszuprobieren und sich soviel wie möglich von einem Muttersprachler „abzugucken“. Wenn Sie regelmäßig in einer Fremdsprache plaudern, werden Sie weit bessere Fortschritte erzielen als durch reinen Sprachunterricht.

Dieses sogenannte Sprachtandem bietet sich vor allem für Fortgeschrittene an. Schließlich soll eine lebendige Unterhaltung zustande kommen, die bestenfalls über Small Talk hinausgeht. Wenn Sie sich mit einem Tandempartner über Ihre Interessen austauschen, lernen Sie neben dem flüssigen Sprechen gleichzeitig das nötige Fachvokabular. Für einen Anfänger kann es hingegen frustrierend sein, wenn er sich nicht verständlich machen kann – dasselbe gilt natürlich für den Sprachpartner, der möglicherweise gar nichts versteht oder selbst nicht verstanden wird.

Wenn Sie in Ihrer Stadt einen Tandempartner suchen, können Sie ganz klassisch vorgehen: Universitäten, Sprachschulen oder ausländische Einrichtungen wie das Institut Francais vermitteln zuweilen Sprachpartner aus diversen Ländern. Üblicherweise müssen Bewerber dafür nicht eingeschrieben sein, sondern können online einen Antragsbogen ausfüllen und werden dann benachrichtigt. Auch der Ausländer schlägt mit einem Sprachtandem zwei Fliegen mit einer Klappe: Er kann sein Deutsch verbessern, Kontakte zu Einheimischen knüpfen und mit Glück Freunde finden. Da sich viele Austauschstudenten zur Vermittlung in ein Sprachtandem anmelden, stehen die Chancen zu Beginn eines neuen Semesters am besten, vor allem im Herbst.

Tandempartner beim Online Sprachkurs von Babbel.com

Auch im Internet können Sie fündig werden. Websites wie Erstenachhilfe.de, Babbel oder Busuu bieten die Möglichkeit, Angebote durchzusehen oder selbst eine Anzeige zu erstellen. Dasselbe gilt für Rubrikenmärkte auf den Websiten von Städten, auch eine Notiz am Schwarzen Brett im Supermarkt kann zum Erfolg führen.

Grundsätzlich gehört immer eine Portion Zufall und Glück dazu, einen Sprachpartner zu finden – denn erfahrungsgemaß gibt es mehr Deutsche als Fremdsprachler. Auch sind Muttersprachler in Weltsprachen wie Englisch, Spanisch oder Französisch sehr begehrt. Und natürlich stellt sich erst beim persönlichen Treffen heraus, ob es menschlich passt und man sich wirklich etwas zu erzählen hat. Denn beim gegenseitigen Anschweigen verbessert sich die Aussprache garantiert nicht.

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