Langzeitsprachreisen

Carina24.01.2011 in Sprachkurse

Sprachen sind für den beruflichen Erfolg sehr wichtig. Gerade für Auswanderer oder Auslandstätige sind Sprachen von großer Bedeutung. Leider wird in der Schule oft nur Basiswissen  vermittelt. Die dort erworbenen Sprachkenntnisse reichen für den Alltag nicht aus. Wer eine Fremdsprache schnell und effizient erlernen will oder bereits erworbene Kenntnisse auffrischen möchte, sollte eine Langzeitsprachreise buchen. Hier erfahren Sie, was Sie bei einer Langzeitsprachreise beachten sollten und welche Vor- und Nachteile es gibt.

Langzeitsprachreise – Die Vorteile
Eine Langzeitsprachreise richtet sich an Personen, die nicht nur die Sprache lernen möchten, sondern auch intensive Kontakte zu anderssprachigen Menschen knüpfen möchten.  Wer lange Zeit im Ausland lebt und die dortige Sprache gleichzeitig erlernt, wird diese auf Dauer wie eine Muttersprache beherrschen. Die Sprachschule vor Ort bindet Alltagssituationen in den Lehrplan ein, so dass die erlernten Vokabeln sofort eingesetzt werden können. Neben der sprachlichen Feinheit werden auch Grammatik und Aussprache berücksichtigt. Es ist in Deutschland kaum möglich, eine Sprache so intensiv zu erlernen. Aus rein sprachlicher Sicht bringt eine Langzeitsprachreise nur Vorteile.

Langzeitsprachreise – Nachteile
Eine Langzeitsprachreise hat auch Nachteile. Diese basieren aber nicht auf das Erlernen der Sprache. Meist sind die Kosten enorm hoch. Neben dem Sprachkurs fallen noch Kosten für die Unterkunft und die An- und Abreise an. Diese können, je nach Reiseziel, sehr hoch sein. Auch die Kosten für Übernachtung und Verpflegung  müssen zusätzlich aufgebracht werden. Da kommt man schnell auf Summen von mehreren tausend Euro. Wer in Deutschland in einem festen Arbeitsverhältnis steht, muss mit Verdienstausfall rechnen. Ein Langzeitsprachaufenthalt richtet sich in erster Linie an Singles. Wer Familienmitglieder mitnehmen möchte, muss mit noch höheren Kosten rechnen. Gerade junge Leute unterschätzen häufig die Dauer. 6 Monate oder ein Jahr können lang sein. Freunde und Verwandte sind weit weg. Findet man vor Ort keinen Anschluss kann es zu Heimweh kommen. Ein weiterer Nachteil ist die fehlende Sprachpraxis. Wird die Sprache nach dem Aufenthalt nicht mehr angewandt, ist oft ein erneuter Auffrischungskurs nötig.

Langzeitsprachreise – Der richtige Zeitpunkt
Es gibt keinen bestimmten Zeitpunkt für eine Langzeitsprachreise, da diese immer durchgeführt werden kann. Idealerweise sollte man aber das Erlernen der Sprach in die Beruf- oder Studienwahl mit einfließen lassen. Nach dem Abitur oder vorm Einstieg in Beruf oder Studium ist ein guter Zeitpunkt. Dadurch kann man auch die Zeit zum Überbrücken sinnvoll nutzen. Auch während des Studiums kann eine Langzeitsprachreise eingebunden werden. Eventuell kann die Reise auch mit einem Auslandsemester oder Auslandspraktikum kombiniert werden.

Langzeitsprachreise – Dauer
Die Dauer der Langzeitsprachreise kann vom Schüler frei bestimmt werden. Es gibt aber einige Sprachinstitute, die Kernzeiten zwischen 12 und 36 Wochen vorschreiben. In dieser Zeit kann man viel Wissen erwerben. Wer gleich mehrere Sprachen erlernen will kann auch ein „Multi Language Year“ buchen. Generell sollte der Aufenthalt nicht unter 12 Wochen liegen, da sonst nur Grundkenntnisse erworben werden können.

Langzeitsprachreise – Das „Multi Language Year“
Das „Multi Language Year“ bietet erstklassige Voraussetzungen, um mehrere Sprachen gezielt an verschiedenen Orten zu erlernen. Hierbei werden mehrere Sprachkurse kombiniert und en bloc unterrichtet. Dieser Kurs eignet sich auch für Menschen, die eine Sprache neu erlernen möchten und eine andere Sprache auffrischen wollen. Das könnte wie folgt aussehen: Person X lernt in Madrid Spanisch als neue Sprache. Anschließend fliegt sie weiter nach London, um dort die Englischkenntnisse aus der Schulzeit aufzufrischen und zu intensivieren.
Langzeitsprachreise- Reiseziele und Sprachangebote
Meist können nur die vier gängigen Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch oder Italienisch erlernt werden. Regionale Institute bieten auch andere Sprachen an. Englischkurse finden in verschiedenen Städten in den USA, in Kanada, in England, auf Malta, in Australien und Neuseeland statt. Spanisch kann man in Spanien und in einigen Ländern Südamerikas erlernen. Wer Französisch lernen möchte findet in Frankreich, in Kanada und in einigen afrikanischen Ländern Gelegenheit dazu. Italienische Sprachkenntnisse werden ausschließlich in Italien vermittelt.

Deutsch-Englisch (c) DailyPia by Flickr.com

Deutsch-Englisch (c) DailyPia by Flickr.com

Langzeitsprachreise – Gütesiegel
Es gibt etliche Anbieter von Sprachreisen. Gerade wer im Internet auf die Suche geht, verliert schnell den Überblick. Leider gibt es auch hier einige schwarze Schafe. Damit Ihre Langzeitsprachreise auch von Erfolg gekrönt ist, sollten Sie auf Prüfsiegel und Referenzen achten. Verlassen Sie sich nicht nur auf Referenzen, die im Internet veröffentlicht werden, sondern stellen Sie gezielte Kontakte her. Achten Sie auch auf die Prüf- und Gütesiegel. DIN-geprüfte Sprachreisen-Veranstalter erfüllen internationale Qualität-Standards. Die Siegel sollte auf Ihre Echtheit geprüft werden. Lassen Sie sich die Dokumente zeigen! Auch die Sprachschulen vor Ort sollten lizensiert sein oder ein Qualitätssiegel vorweisen können.

Langzeitsprachreisen – Der richtige Kurs
Natürlich sollte bei einer Langzeitsprachreise die Wahl der Sprache im Vordergrund stehen. Nicht jeder Sprachkurs ist für den einzelnen Teilnehmer geeignet. Renommierte Sprachinstitute und Sprachreise-Veranstalter  bieten sogenannte Einstufungsprogramme an. Dadurch wird sichergestellt, dass der Teilnehmer basierend auf seinem vorhandenen Niveau, neue Kenntnisse erlernt. Unter Umständen sind Einstufungstests erforderlich. Basierend auf den Testergebnissen werden Lerngruppen nach verschiedenen Kenntnissen gebildet. In der Regel wird der Test vorab in Deutschland durchgeführt. Bei Problemen kann die Einstufung am Zielort meist geändert werden.

Langzeitsprachreisen – Die Wahl der Schule
Die Reiseveranstalter arbeiten meist direkt mit den örtlichen Schulen zusammen. Die Wahl der Schule ist nur in Einzelfällen möglich. Deshalb sollten Sie auch hier das Angebot genau prüfen. Es ist wichtig, dass die Schule Mitglied in nationalen und internationalen Qualitätsverbänden ist.  Damit der Lernerfolg einsetzt, sollten Sie auch auf gut ausgebildete Lehrer und moderne Lernmethoden achten. Sprachlabore und Computer sollten zur Grundausstattung der Schule gehören.

Langzeitsprachreise – Klassen und Schüler
Bedenken Sie, dass sich die Klasse aus Schülern unterschiedlicher Nationen zusammensetzt. Oftmals ist die zu erlernende Sprache auch die einzige Kommunikationsmöglichkeit. Englisch kann beim Erlernen anderer Sprachen als Kommunikationssprache zum Einsatz kommen. Ein internationaler Klassenverband ist kulturell sicherlich eine Bereicherung. Allerdings kann das Unterrichtstempo langsamer sein. Die Lehrer vermitteln meist Kontakt zu Einheimischen, so dass die neuen Kenntnisse sofort zum Einsatz kommen. Auch gemeinsame Ausflüge und Exkursionen stehen auf dem Programm.

Langzeitsprachreisen –  Lehrer
Namhafte Institute arbeiten nur mit sehr gut ausgebildeten und engagierten Lehrern zusammen. Der Unterricht wird vom ersten Tag an in der jeweiligen Fremdsprache abgehalten. Die Lehrer unterrichten nur in ihrer Muttersprache. Achten Sie darauf, dass die Lehrer über eine zusätzliche Sprachausbildung im pädagogischen Bereich verfügen. Auch nach Zusatzqualifikationen sollte gefragt werden. Zumindest sollten die Lehrer eine Bescheinigung vorweisen, die es ihnen erlaubt die Sprache zu unterrichten. Die Lehrer namhafter Schule nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil.

Langzeitsprachreisen – Die Wahl der Unterkunft
Der Schüler kann meist aus verschiedenen Unterbringungsmöglichkeiten auswählen. Je nach Ausstattung der Schule wird die Unterkunft auch vorgegeben. Eine Unterbringung in einem Hotel oder in einer Ferienanlage ist nicht unbedingt empfehlenswert, da hier internationales Personal beschäftigt ist und das erlernte Wissen so nicht direkt angewandt werden kann. Ein Ferienapartment eignet sich nur für Menschen, die mit Personen gemeinsam reisen, die nicht an einem Sprachenprogramm teilnehmen.  In einigen Ländern kann man auch direkt in der Schule in einem Schulhotel oder Schulapartment übernachten. Dadurch ist man unabhängiger. Experten empfehlen bei Langzeitsprachreisen die Übernachtung in einer Gastfamilie. Diese sollte möglichst keine Kenntnisse der Muttersprache haben, da so die erlernte Sprache schneller und effizienter zum Einsatz kommt. Die praktische Anwendung manifestiert das Sprachwissen. Zudem lernt der Schüler andere Essgewohnheiten und Bräuche kennen.

Langzeitsprachreise – Freizeitangebot
Gerade junge Menschen vermissen bei einer Langzeitsprachreise ihre Familie und ihre Freunde. Deshalb sollen sie auch in der unterrichtsfreien Zeit unterhalten werden. Das ist besonders wichtig für Schüler, die nicht in Gastfamilien untergebracht sind. Die meisten Schulen bieten ein umfangreiches Sport- und Freizeitangebot an. Auch der gemeinsame Besuch von Veranstaltungen, Museen, Zoos, Konzerten oder Restaurants stehen auf dem Programm. Die Auswahl ist groß, aber die Kosten für die Teilnahme sind nicht im Reisepreis enthalten. Diese müssen zusätzlich einkalkuliert werden.

Langzeitsprachreise als Bildungsurlaub oder Weiterbildungsmaßnahme
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Langzeitsprachreise als Bildungsurlaub oder als Weiterbildungsmaßnahme anerkannt werden. In den Bundesländern Hamburg, Sachsen-Anhalt, Saarland, Rheinland-Pfalz, Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg –Vorpommern haben Arbeitnehmer das Recht auf fünf Tage Bildungsurlaub pro Jahr. Es ist möglich in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Bildungsurlaub am Stück zu nehmen. Damit hat man zehn Tage, die als Teil einer Langzeitsprachreise genutzt werden können.

Langzeitsprachreise und Steuern
Die Kosten für eine Langzeitsprachreise können grundsätzlich beim Finanzamt geltend gemacht werden. Der Teilnehmer muss aber verdeutlichen, dass die Reise kein reiner Urlaub war. Ferner sollte die Teilnahme aus beruflichen Gründen erfolgt sein. Manche Finanzämter verlangen eine schriftliche Erklärung vom Arbeitgeber, aus der hervorgeht, dass die bei der Langzeitsprachreise erworbenen Sprachkenntnisse beruflich notwendig waren. Handelt es sich bei der Sprachreise um eine Fortbildung, dann muss diese im ausgeübten Beruf erfolgen. Ein Langzeitsprachaufenthalt wird vom Finanzamt nur als Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme anerkannt, wenn der Beruf in naher Zukunft gewechselt werden soll.

3 Comments on “Langzeitsprachreisen”

  1. Gibt es die Langzeitsprachreise als Bildungsurlaub mittlerweile auch in NRW? Interessanter Artikel!!!

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