Die meisten Reisekrankenversicherungen sichern nur kurze Auslandsaufenthalte von bis zu sechs Wochen (42 Tagen) ab. Wer für längere Zeit ins Ausland gehen möchte, beispielsweise als Student, Expat, Rentner oder im Rahmen einer Weltreise, sollte eine spezielle Langzeit-Auslandskrankenversicherung abschließen. Mit einer solchen Versicherung lassen sich Auslandsaufenthalte von bis zu fünf Jahren absichern. Im folgenden Testbericht vergleiche ich günstige Versicherungstarife (u.a. ADAC, HanseMerkur, STA Travel und TravelSecure) und beantworte zudem die wichtigsten Fragen rund um die Auslandskrankenversicherung.

Vorteile der Langzeit-Auslandskrankenversicherung

Langzeit Auslandskrankenversicherung schützt bei längeren AuslandsaufenthaltenVerzichtet man auf den Auslandskrankenschutz, kann dies im Krankheitsfall sehr teuer werden. Gerade bei langen Auslandsaufenthalten steigt die Wahrscheinlichkeit, irgendwann mal einen Arzt aufsuchen zu müssen. Die Kosten müssen ohne Versicherungsschutz dann aus eigener Tasche bezahlt werden und das kann je nach Land sehr teuer werden. Ein einziger Tag im Krankenhaus kann in den USA über 2.000 Euro kosten. Ein Krankenrücktransport mit dem Ambulanzflieger kann je nach Land und Entfernung bis zu 100.000 Euro kosten. Eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung übernimmt diese Kosten im Ernstfall. Der Zusatzschutz ist in vielen Fällen nicht mal teuer und ist bereits ab knapp einem Euro täglich erhältlich. Ausschlaggebend für die Beitragshöhe sind vor allem drei Faktoren: die Reisedauer, das Alter des Versicherten sowie das Reiseziel (mit / ohne USA).

Versicherungstarife im Vergleich

In der folgenden Übersicht werden fünf Tarife von Langzeit-Auslandskrankenversicherungen (HanseMerkur, ADAC, STA Travel und Travel Secure) gegenübergestellt. Preislich beginnen die Langzeit-Auslandskrankenversicherungen bereits bei knapp einem Euro täglich. Um den Preisvergleich zu ermöglichen, habe ich bei den Versicherungsgesellschaften online einen identischen Tarif abgefragt (drei Monate Reisedauer / Reiseziel ohne USA & Kanada). Da auch das Alter des Reiseteilnehmers eine wichtige Rolle bei der Tarifberechnung spielt, habe ich die Abfrage für Personen im Alter von 20 Jahren, 35 Jahren und 67 Jahren durchgeführt (Stand Februar 2016):

TravelSecure[1] HanseMerkur ADAC STA Travel Hanse Merkur
Tarifname AR-365 RK 365 Auslands-Krankenschutz LANGZEIT Reise-Krankenschutz RKL
Preis pro Monat
Alter des Reisenden: 20 Jahre
ab 34 Euro ab 34 Euro ab 40 Euro ab 34 Euro ab 60 Euro
Preis pro Monat
Alter des Reisenden: 35 Jahre
ab 34 Euro ab 34 Euro ab 46 Euro ab 34 Euro ab 60 Euro
Preis pro Monat
Alter des Reisenden: 67 Jahre
ab 100 Euro ab 106 Euro ab 119,50 Euro ab 46 Euro ab 236 Euro
Maximale Reisedauer 1 Jahr

1 Jahr

2 Jahre

5 Jahre 5 Jahre
Altersgrenze Keine Altersbegrenzung Keine Altersbegrenzung 65 Jahre, darüber maximal 1 Jahr Reisedauer 69 Jahre, darüber maximal 1 Jahr Reisedauer 75 Jahre, darüber maximal 1 Jahr Reisedauer
Notfall-Service: 24-Stunden-Hotline
Medizinisch sinnvoller Rücktransport im Krankheitsfall
Selbstbehalt kein Selbstbehalt kein Selbstbehalt maximal 50 Euro kein Selbstbehalt maximal 25 Euro
Erstattung bei vorzeitiger Rückreise
mit Gebühren verbunden (10% des Versicherungsbeitrags)
Stiftung Warentest Testsieger bei Stiftung Warentest
(Note 1,1 – 09/13)
Sehr gut bei Stiftung Warentest
(Note 1,2 – 09/13)
nicht getestet – neuer Tarif nicht getestet – neuer Tarif
Urlaubsreisen sind versichert
Berufliche Reisen & Auslandsaufenthalte sind versichert
Einschränkung: Nur Work & Travel

Einschränkungen für Berufssportler
Produktinfos herunterladen Produktinfo AR-365 Produktinfo RK365 Produktinfo ADAC Langzeit Produktinfo STA Travel Produktinfo RKL
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[1] Online-Versicherungstarif der Würzburger Versicherungs-AG

Fazit

Im Bereich der Langzeit-Auslandskrankenversicherungen ist es nicht einfach, einen Testsieger zu ermitteln. Wer jung ist und für maximal ein Jahr ins Ausland geht, hat die Qual der Wahl. Sowohl HanseMerkur, STA Travel und Travel Secure bieten fast identische Versicherungstarife zum gleichgünstigen Preis. Lediglich wer beruflich ins Ausland geht, für den schränkt sich die Auswahl ein wenig ein (Travel Secure fällt weg). Mit steigendem Alter des Versicherungsnehmers und bei längeren Auslandsaufenthalten (> 1 Jahr) nehmen die Preisunterschiede zu. Positiv überrascht hat mich hier insbesondere der Tarif von STA Travel. Wer STA Travel bisher nicht kennt, dabei handelt es sich um einen auf Studenten spezialisierten Reiseveranstalter. Zwar hat man sich bei STA Travel auf eine sehr junge Zielgruppe spezialisiert, doch insbesondere die Tarife für ältere Versicherungsnehmer (+60 Jahre) sind preislich äußerst attraktiv. Wer über STA Travel bucht, schließt übrigens eine Auslandskrankenversicherung beim Versicherungspartner Allianz Global Assistance ab. Die Allianz bietet zwar auch eigenständige Auslandskrankenversicherungen (unter der Marke Elvia), diese sind aber erheblich teurer. Für den Langzeit-Auslandsaufenthalt lohnt sich daher der Umweg über STA Travel.

Häufige Fragen zur Langzeit-Auslandskrankenversicherung

Für wen empfiehlt sich eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung?

Die Langzeit-Krankenversicherung ist ideal für temporäre Auslandsaufenthalte von mehr als sechs Wochen. Je nach Versicherungsanbieter lassen sich damit Auslandsaufenthalte von bis zu fünf Jahren absichern. Dies ist beispielsweise geeignet für ein…

  • Studium, Auslandssemester oder Schulbesuch im Ausland
  • Praktikum im Ausland
  • Sabbatical / Auszeit / Weltreise
  • Au Pair Aufenthalt (z.B. USA)
  • Work & Travel Aufenthalt (z.B. Australien, Neuseeland oder Kanada)
  • Langzeiturlauber
  • Rentner / Senioren, die im Ausland überwintern (z.B. Florida, Türkei oder Thailand)
  • Firmenentsendung / Expatriates

Hinweis: Für Auswanderer ist die Langzeit-Auslandskrankenversicherung nicht ausreichend. Diese bietet nämlich auf Dauer keinen ausreichenden Schutz (u.a. keine Vorsorgeuntersuchungen enthalten, Vorerkrankungen sind nicht mitversichert) und kann auch nicht beliebig verlängert werden. Die maximale Versicherungsdauer liegt bei fünf Jahren. Für dauerhafte Auslandsaufenthalte ist daher eine Krankenversicherung im neuen Wohnsitzland oder eine Internationale Krankenversicherung besser geeignet. In der Übergangsphase, wenn noch nicht absehbar ist, ob der Lebensmittelpunkt dauerhaft ins Ausland verlegt wird oder nicht, kann die Langzeit-Auslandskrankenversicherung genutzt werden. Spätestens nach fünf Jahren sollte man dann aber zu einer Versicherung im neuen Wohnsitzland / bzw. einer Internationalen Krankenversicherung wechseln.

Ist eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung bei Europaaufenthalten sinnvoll?

Die europäische Versicherungkarte

Die europäische Versicherungskarte

Für gesetzlich Versicherte besteht im Prinzip Versicherungsschutz innerhalb der Europäischen Union (und darüber hinaus in einigen Ländern mit Sozialversicherungsabkommen). Bei Arztbesuchen sollte man die europäische Versicherungskarte dabeihaben, die auf der Rückseite der hiesigen Gesundheitskarte zu finden ist. Dann kann der Arzt die Behandlung direkt mit der hiesigen Krankenversicherung abrechnen. Die europäische Versicherungskarte wird allerdings nicht von allen Ärzten akzeptiert. Gerade in den Touristengebieten Südeuropas gibt es einige Ärzte / Krankenhäuser, die nur privat abrechnen und von den Patienten zudem Vorkasse verlangen. Zwar kann man die Rechnung dann in Deutschland bei der Kasse einreichen, doch diese wird die Kosten nur zum Teil übernehmen. Eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung würde im Gegensatz dazu auch die höheren Kosten einer privaten Behandlung übernehmen (sofern die Preise ortsüblich sind). Die Auslandskrankenversicherung enthält zudem den Rücktransport nach Deutschland im Krankheitsfall. Die gesetzlichen Kassen kommen dafür grundsätzlich nicht auf.

Hinweis für Kunden einer privaten Krankenversicherung: Private Krankenversicherungen bieten häufig weltweiten Schutz, allerdings nur für die ersten sechs Wochen des Auslandsaufenthalts. Hier sollte man sich vorab unbedingt die Versicherungsbedingungen prüfen.

Warum sind Versicherungstarife für die USA deutlich teurer?

Das amerikanische Gesundheitssystem ist das teuerste der Welt. Wer sich beispielsweise zu einer Behandlung in ein Krankenhaus begibt, muss mit täglichen Krankenhauskosten von mindestens 2.000 Euro rechnen. Ein Tag auf der Intensivstation kostet bis zu 13.000 Euro und selbst eine einzelne im Krankenhaus verabreichte Aspirin-Tablette kann bis zu zwei Euro kosten. Aufgrund des extrem teuren Gesundheitssystems besitzen die meisten Versicherungsgesellschaften spezielle Tarife für die USA, die in der Regel mehr als das Dreifache im Vergleich zu anderen Ländern kosten.

Hinweis: Kunden sind in der Regel verpflichtet den teuren USA-Versicherungstarif abzuschließen, selbst wenn das Reiseziel gar nicht die USA ist, allerdings der Flug über die USA führt und man dort lediglich den Flieger wechselt (Umsteigeverbindung über die USA). Das ist beispielsweise bei vielen Flügen nach Süd- und Mittelamerika der Fall. Sonderfall bei STA-Travel: Bei reinen Umsteigeverbindungen in den USA oder Kanada mit jeweils max. 1 Übernachtung, kann bei STA Travel der Tarif „EXKLUSIVE USA & Kanada” gebucht werden. Das spart zwei Drittel der Kosten.

Warum ist die Langzeit-Auslandskrankenversicherung günstiger als die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland?

Für die gesetzliche / private Krankenversicherung in Deutschland zahlen Normalbürger in der Regel mehrere hundert Euro im Monat. Eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung ist im Gegensatz dazu in vielen Fällen richtig günstig (Ausnahme bei Reisen in die USA und bei hohem Alter!). Preislich beginnen die Versicherungen bereits ab ca. 1 Euro pro Tag, sofern man die USA und Kanada als Reiseziel ausschließt und jünger als 40 Jahre ist. Für die niedrigen Kosten gibt es eine Vielzahl von Gründen. So ist beispielsweise der Leistungsumfang geringer (keine Kuren, keine Vorsorgeuntersuchungen, Vorerkrankungen sind nicht mitversichert). Die Langzeit-Auslandskrankenversicherung ist im Grunde eine Notfallversicherung, die nur bei Unfällen und Krankheiten im Ausland einspringt. Bei schwerwiegenden Erkrankungen findet zur weiteren Behandlung häufig der Rücktransport ins Heimatland statt. Für die weitere Behandlung in Deutschland muss dann nicht mehr die Auslandskrankenversicherung aufkommen, sondern die gesetzliche / private Krankenversicherung.

Sind Vorerkrankungen mitversichert?

Vorerkrankungen sind vom Leistungsumfang der Langzeit-Auslandskrankenversicherung in der Regel ausgeschlossen, wenn bereits vor dem Reisebeginn feststand, dass bei planmäßiger Durchführung des Auslandsaufenthalts eine Behandlung erforderlich wird. Das betrifft beispielsweise chronische Krankheiten wie Diabetes oder Asthma.

Gibt es eine Gesundheitsprüfung beim Abschluss?

Bei Vertragsschluss sind in der Regel keine Gesundheitsangaben zu machen. In Einzelfällen kann es zu einer Antragsprüfung kommen, bei der auch ein Gesundheitsfragebogen ausgefüllt werden muss.

Muss ich die Versicherung vor Reisebeginn abschließen?

Die Langzeit-Auslandskrankenversicherung muss in der Regel vor Reisebeginn und für die gesamte Reisedauer abgeschlossen werden. Damit versuchen die Versicherungen einen möglichen Missbrauch (Abschluss erst nach Schadenfall) zu unterbinden. In den Versicherungsbedingungen der Langzeit-Auslandskrankenversicherungen findet man zudem in der Regel die Klausel, dass nur Personen mit Wohnsitz in Deutschland diese abschließen können. D.h. man muss sich zu der Zeit des Neuabschlusses in Deutschland aufhalten und auch hier seinen Wohnsitz angemeldet haben.

Benötige ich während des Auslandsaufenthalts einen deutschen Wohnsitz?

Bundesmeldegesetz (BMG): Wer aus einer Wohnung auszieht und keine neue Wohnung im Inland bezieht, hat sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Auszug bei der Meldebehörde abzumelden.§ 17 Anmeldung, Abmeldung
Große Verwirrung herrscht auch hinsichtlich der Frage, ob während des Auslandsaufenthalts ein Wohnsitz in Deutschland benötigt wird. Schließlich dürfen nur Personen mit Wohnsitz in Deutschland die Auslandskrankenversicherung abschließen. Rein rechtlich gesehen ist es in vielen Fällen allerdings gar nicht möglich, den deutschen Wohnsitz während des Auslandsaufenthalts zu behalten. Wer beispielsweise vor dem Auslandsaufenthalt die bisherige Wohnung in Deutschland aufgibt und auszieht, ist laut Bundesmeldegesetz sogar verpflichtet, sich bei den hiesigen Meldebehörden abzumelden. Gerade bei jungen Leuten ist es vor der dem Auslandssemester, Praktikum oder der Weltreise nicht unüblich, die Wohnung aufzugeben und den gesamten Besitz bei den Eltern einzulagern.

Da die Versicherungs-AGBs diesbezüglich sehr schwammig formuliert sind, habe ich bei einigen Gesellschaften nachgefragt. Vom ADAC, STA Travel und der HanseMerkur wurde mir per Email bestätigt, dass es ausreicht zum Abschluss einen deutschen Wohnsitz zu haben. Während des Auslandsaufenthalts wird kein Wohnsitz in Deutschland verlangt.

Hinweis: Beim Versicherungsabschluss sollte man allerdings eine deutsche Adresse angeben (z.B. die der Eltern), über die man auch während der Reise kontaktiert werden kann.

Für welche Dauer kann ich mich maximal versichern?

Die Langzeit Auslandskrankenversicherung kann je nach Anbieter über mehrere Jahre abgeschlossen werden. Der Anbieter TravelSecure erlaubt beispielsweise Auslandsaufenthalte von bis zu 365 Tagen / 1 Jahr. Die längste Versicherungsdauer bietet derzeit STA Travel und die HanseMerkur, bei denen ein Zeitraum von bis zu 5 Jahren versichert werden kann. Die Langzeit Auslandskrankenversicherung ist somit primär für Personen gedacht, die nach einer gewissen Zeit im Ausland wieder nach Deutschland zurückkehren.

Gibt es eine Altersgrenze für die Langzeit Auslandsversicherung?

Ja, die gibt es. Die Altersgrenze hängt ganz vom Anbieter ab. Bis zum Alter von 65 Jahren findet man bei den meisten Versicherungen entsprechende Tarife. Darüber hinaus nimmt das Angebot deutlich ab. Bei der HanseMerkur wird die maximale Versicherungsdauer für Personen ab 75 Jahren verkürzt. Bei STA Travel gibt es die Altersgrenze bereits ab 69 Jahren. Statt bis zu fünf Jahren kann man dann nur noch maximal ein Jahr Auslandsaufenthalt versichern.

Was bedeutet Selbstbehalt?

Der Selbstbehalt bezeichnet den Geldbetrag, den ein Versicherter bei Eintreten eines Schadenfalles selbst bezahlen muss. Beim Abschluss der Langzeit-Krankenversicherung sollte man darauf achten, dass der Selbstbeteiligung möglichst niedrig ist bzw. kein Selbstbehalt verlangt wird.

Was muss ich beim Rücktransport im Krankheitsfall beachten?

Standard bei eigentlich allen Versicherungsanbietern ist mittlerweile der Rücktransport im Krankheitsfall. Bei den Krankenversicherungen wird allerdings zwischen einem „medizinischen sinnvollen“ und „medizinisch notwendigen“ Rücktransport unterschieden. Bei medizinisch notwendigem Rücktransport wird der Rücktransport von der Versicherung nur gezahlt, wenn die Klinik im Reiseland einen nicht behandeln könnte, weil diese beispielsweise nicht über die entsprechende Ausrüstung verfügt. Beim medizinisch sinnvollem Rücktransport wird der Rücktransport auch gezahlt, wenn eine Rückführung in die Heimat die Heilung aus psychischen oder sozialen Gesichtspunkten fördern oder beschleunigen kann. Besser ist daher der medizinisch sinnvolle Rücktransport.

Werden zu viel gezahlte Kosten bei vorzeitiger Rückreise erstattet?

Das hängt ganz von den Versicherungsbedingungen des jeweiligen Anbieters ab. In den Versicherungsbedingungen sollte stehen, dass bei Nichtantritt bzw. einer vorzeitigen Heimreise der nichtverbrauchte Teil des Beitrages zurückerstattet wird. Als Nachweis muss hierfür das Rückflugticket beim Versicherer eingereicht werden.

Kann ich die Langzeit-Auslandskrankenversicherung während der Reise verlängern?

Einige Versicherer erlauben die nachträgliche Verlängerung (z.B. STA Travel, HanseMerkur), sofern die maximale Höchstversicherungsdauer (je nach Tarif zwischen 1 bis 5 Jahren) durch die Verlängerung nicht überschritten wird. Die meisten Versicherungsanbieter schließen die nachträgliche Verlängerung allerdings aus. Nach Ablauf der maximalen Versicherungsdauer ist es im Prinzip möglich, diese mittels eines Neuabschlusses zu verlängern. Es kann aber passieren, dass dies die Versicherung nicht zulässt, wenn die Versicherung während des Aufenthalts stark in Anspruch genommen wurde und/ oder neue Krankheiten hinzugekommen sind. Hier ist dann beispielsweise ein Versicherungswechsel denkbar. Da die Versicherungen in der Regel zum Zeitpunkt der Antragsstellung einen deutschen Wohnsitz verlangen, muss man sich zum Zeitpunkt des Neuabschlusses in Deutschland aufhalten und auch dort gemeldet sein.

8 Comments on “Langzeit Auslandskrankenversicherung im Vergleich & Test 2016”

  1. Wende

    Ich habe mich über den Krankenversicherungsschutz von der Hanse-Merkur informiert und auch mal die Bedingungen gelesen. Dort steht, dass diese Versicherungsschutz nur für Personen, die in Deutschland gemeldet sind, auch den vereinbarten Schutz genießen.

    Diese Bedingung wurde von den Mitarbeitern zwar anders interpretiert, aber auf weitere Anfragen diesbezüglich erhielt ich keine verbindliche schriftliche Zusage.

    Das gefällt mir überhaupt nicht.

  2. Rainer

    Hallo Wende,

    die Frage bezüglich Wohnsitz während des Auslandsaufenthalts habe ich der Hanse Merkur ebenfalls gestellt und die folgende Rückmeldung erhalten (Stand: Juni 2015).

    „Für den Versicherungsschutz ist es unerheblich, wo eine versicherte Person während des Auslandsaufenthaltes einen vorübergehenden Wohnsitz anmeldet, sofern bei Vertragsabschluss der Wohnsitz in Deutschland bestanden hat. Sollte es sich bei der Wohnsitznahme im Ausland jedoch nicht mehr um einen vorübergehenden Wohnsitz handeln, sondern um einen Daueraufenthalt, so greift der Versicherungsschutz der Auslandsreise-Krankenversicherung nicht mehr.

    Viele Grüße

    Rainer

  3. Jörg

    Hallo Wende,
    hallo Rainer!

    Es gestaltet sich schwer eine befriedigende Lösung bzgl. AKV zu erhalten. Ich selbst beschäftige mich bereits seit 9 Monaten mit diesem Thema.
    Ich möchte nach meiner Pensionierung für die nächsten Jahre meinen Lebensmittelpunkt nicht im europäischen Ausland verbringen. Anfangen werde ich mit Koh Samui, Thailand. Was dann kommt – mal sehen, vielleicht auch nichts anderes??!!
    Gemäß deutschem Meldegesetz muss man sich abmelden wenn man länger als 6 Monate seinen Wohnsitz nicht in der BRD hat. Nachprüfbar laut Eintragungen im Reisepass.
    Die Hanse-Merkur bietet eine bis zu 5 Jahre AKV an. Der ADAC für 2 Jahre. Bei beiden muss bei Vertragsabschluss der Wohnsitz in der BRD liegen. Ab Reisebeginn ist dies nicht von Bedeutung. Kann ja auch nicht -siehe Meldegesetz.
    Die wichtigste Frage ist von Rainer angesprochen worden. Wann bin ich auf Reisen und wann bin ich Ausgewandert. Auf Nachfrage sagte die Hanse-Merkur, dass man nicht mehr auf Reisen ist wenn man nicht beabsichtigt seinen Auslandaufenthalt zu beenden.
    Für mich ergibt sich daraus:
    1. Solange ich nicht sage ich bin ausgewandert befinde ich mich auf Reise
    2. Ohne Wohnsitz in der BRD kann ich die Versicherung sowieso nicht verlängern da ein Wohnsitz bei Abschluss erforderlich ist.
    3. Die Versicherung gilt nur bis zu 5 Jahre/ 2 Jahre ADAC
    4. Bei Immobilienerwerb im Ausland könnte man auf die Idee kommen, dass der Versicherungsnehmer nicht zurückkommen möchte.
    Mein Fazit:
    Ich werde die Versicherung bei der Hanse-Merkur abschließen. Spätestens nach 5 Jahren entscheide ich mich was weiter passieren soll. Wandle also dann evtl. meine Reise in eine Auswanderung um und nehme mir eine internationale Versicherung oder ich aktiviere nach Rückkehr meine Anwartschaft. Auf alle Fälle habe ich so den Druck aus dem Thema genommen und kann weitere Erfahrungswerte sammeln.

    Gruß
    Jörg

  4. Rainer

    Hallo Jörg,

    vielen Dank für deine hilfreichen Ergänzungen! Die Abgrenzung zwischen einem vorübergehenden / ständigen Wohnsitz ist bei einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt in der Tat sehr schwierig, wenn man nicht gerade auf Weltreise ist und ständig den Aufenthaltsort wechselt.

    Viele Grüße

    Rainer

  5. Ralf Weller

    Gute und übersichtliche Zusammenfassung! Was ich bei all diesen Informationsseiten und leider auch hier vermisse. Wie sieht es mit Kostenübernahmezusagen im Fall der Fälle aus, wenn man im Krankenhaus ist. Bei „Bagatellen“ sicherlich kein Thema aber wenn es har auf hart kommt, möchte man schon vorher wissen, wie die Gesellschaften reagieren, insbesondere wie zeitnah! Es gibt Länder in denen kein Handschlag gemacht wird bevor die Finanzierung nicht steht. Schnell kann es um 5-6 stellige Beträge gehen, die man ja nicht unbedingt selber sofort Vorort vorstrecken kann.…

    Gruß Ralf

  6. Rainer

    Hallo Ralf,

    guter Einwand! Die in der Übersicht genannten Versicherungstarife besitzen alle eine 24-Stunden Hotline für solche Notfälle (habe ich in der Tabelle ergänzt).

    Viele Grüße

    Rainer

  7. Anja

    Hallo Rainer,
    ich finde die Seite mit all ihren Infos super, habe aber noch mal eine Nachfrage: Wenn man tatsächlich längere Zeit im Ausland ist z. B. für ein Praktikum als Rentner und man eine solche Auslandskrankenversicherung abgeschlossen hat, würde dann eine gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland zusätzlich weiterhin zu zahlen sein oder eher nicht? Ich bin nicht mal sicher, ob das überhaupt geht wenn man gar nicht in Deutschland gemeldet wäre, was man ja nicht sein darf wenn man dort nicht dauerhaft wohnt….
    Was aber würde passieren wenn man im Ausland verunglückt und durch die Auslandsversicherung, aus den genannten Gründen, ein Rücktransport nach Deutschland vorgenommen würde? Wer käme dann – zurück in Deutschland – für die entstehenden Kosten im Krankenhaus auf, insbesondere wenn man selbst gar nicht in der Lage wäre sich zu kümmern oder, wenn die vorhandene Rente gar nicht ausreicht, um eine gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland zu zahlen?

    Viele Grüße,
    Anja

  8. Rainer

    Hallo Anja,

    ein äußerst komplexes Thema, das du im Vorfeld der Ausreise unbedingt mit deiner gesetzlichen Krankenversicherung klären solltest.

    Im außereuropäischen Ausland hast du bei der gesetzlichen Krankenversicherung keinen Leistungsanspruch im Krankheitsfall. Daher ist es verständlich, dass du diese während eines längeren Auslandsaufenthalts nicht behalten und bezahlen möchtest.

    In Deutschland gibt es eine Krankenversicherungspflicht und gerade bei kürzeren Aufenthalten (von bis zu sechs Monaten) kann die Versicherung Probleme bei der Abmeldung machen. Hier wird beispielsweise argumentiert, dass der gewöhnliche Aufenthalt trotz Auslandsaufenthalt in Deutschland ist und daher weiterhin Krankenversicherungspflicht in DE besteht. Mir sind aber auch Fälle bekannt, wo die Abmeldung problemlos möglich war. Daher besprichst du das ganze am besten im Vorfeld mit der Versicherung. (Hinweis: Wer in Deutschland den Wohnsitz abmeldet, ist hierzulande nicht mehr krankenversicherungspflichtig).

    Alternative zur Abmeldung: Während des Auslandsaufenthalts bieten viele Versicherungen auch die Möglichkeit einer Anwartschaft an. Dann wird die GKV nicht gekündigt sondern ruht lediglich (kein Leistungsanspruch während dieser Zeit). Für die Anwartschaft bezahlt man dann monatlich nur noch einen viel geringeren Betrag – aktuell sind es ca. 50 Euro (Details weiß dein Versicherer). Nach der Rückkehr muss man dann lediglich das Flugticket bei der Versicherung einreichen und du bist ab dem Tag der Rückkehr wieder versichert.

    Theoretisch ist der Auslandsaufenthalt auch ohne Anwartschaft möglich, denn die gesetzliche Krankenversicherung muss dich aufgrund der Versicherungspflicht in Deutschland nach der Rückkehr wieder aufnehmen, sofern du vorher gesetzlich versichert warst. Falls du aus gesundheitlichen Gründen zur Wiederanmeldung nicht in der Lage bist, solltest du eine Vertrauensperson in der Heimat mit einer Vollmacht ausrüsten. Diese muss einen dann wieder anmelden.

    Details klärst du aber am besten mit deiner Versicherung.

    Viele Grüße

    Rainer

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