So hoch ist die Durchschnittsrente in Deutschland wirklich!

Rainer10.08.2015 in Rente im Ausland

Durchschnittsrente in Deutschland © Jenny Sturm – Fotolia.com

Die Deutsche Rentenversicherung informiert regelmäßig über die Entwicklung der Renten in Deutschland. Hierbei fällt insbesondere der Begriff der „Standard- bzw. Eckrente“. Im Jahr 2015 lag diese bei 1.301 Euro in Westdeutschland und bei 1.202 Euro im Osten. Was viele allerdings nicht wissen, die Standardrente weicht deutlich von der Durchschnittsrente ab. Die Durchschnittsrente liegt erheblich darunter. Erfahren Sie hier, wie viel Rentner und Rentnerinnen in Deutschland tatsächlich vom Staat erwarten können.

Vom Durchschnittseinkommen zur Standardrente

Das Durchschnittseinkommen liegt laut Deutscher Rentenversicherung in Westdeutschland im Jahr 2015 bei 2.916 Euro monatlich bzw. 34.999 Euro jährlich. Die Standardrente eines abhängig Beschäftigten in Deutschland liegt währenddessen bei nur 1.301 Euro monatlich. Das entspricht einem Rentenniveau von 47,5%. Das Rentenniveau bezeichnet das Verhältnis zwischen der Standardrente und dem Durchschnittseinkommen.

Standardrente 2015
Alte Bundesländer Neue Bundesländer
1.301 Euro 1.202 Euro

Quelle: Rentenversicherung in Zahlen 2015. Online in Internet: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/6_Wir_ueber_uns/02_Fakten_und_Zahlen/02_kennzahlen_finanzen_vermoegen/1_kennzahlen_rechengroe%C3%9Fen/standardrente_rentenniveau_node.html

Da in Ostdeutschland das Durchschnittseinkommen etwas niedriger liegt, liegt auch die dortige Standardrente gut hundert Euro darunter.

Um die Standardrente von 1.301 Euro monatlich zu erhalten, muss man 45 Jahre in die Rentenversicherung einzahlen und in den 45 Beitragsjahren stets ein Entgelt in Höhe des Durchschnittsentgelts aller Versicherten bezogen haben. Und hier liegt der Hund begraben. Auf 45 Beitragsjahre kommen nur sehr wenige Rentner. Abzüge gibt es beispielsweise auch, wenn das Gehalt regelmäßig unter dem Durchschnitt liegt. Lücken im Erwerbsleben führen ebenfalls zu einer niedrigeren Rente. Insbesondere Frauen sind hiervon betroffen, die wegen Schwangerschaft und Kindererziehung häufig über Jahre aus dem Erwerbsleben ausscheiden. So kommt der Durchschnittsdeutsche auf deutlich weniger Beitragsjahre als der Standardrentner der Deutschen Rentenversicherung:

Durchschnittliche Beitragsjahre Alte Bundesländer Neue Bundesländer
Männer 40,4 Jahre 44,6 Jahre
Frauen 27,5 Jahre 39,7 Jahre

Quelle: Rentenversicherung in Zahlen 2015. Durchschnittliche Beitragsjahre laut Deutscher Rentenversicherung. Online in Internet: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/238692/publicationFile/61815/01_rv_in_zahlen_2013.pdf

www.rentengewinner.de

Betrachtet man die Statistik, fällt auf, dass fast nur die Männer in Ostdeutschland die 45 Beitragsjahre erreichen. Insbesondere Frauen in Westdeutschland liegen deutlich darunter, es fehlen im Schnitt beinahe 18 Beitragsjahre. Da Frauen für die gleiche Tätigkeit durchschnittlich auch noch 22 Prozent weniger verdienen als Männer, ist es nicht verwunderlich, dass eine Durchschnittsrentnerin deutlich weniger erhält als ein Standardrentner.

Die Durchschnittsrente von Frauen / Männern

Kommen wir nun zur Durchschnittsrente von Frauen und Männern in Deutschland (2015). Auch hierzu gibt die Deutsche Rentenversicherung im Jahresbericht „Rentenversicherung in Zahlen 2015“ – allerdings ziemlich versteckt! – Auskunft. Das Ergebnis ist ziemlich ernüchternd und Altersarmut ist in vielen Fällen vorprogrammiert:

Alte Bundesländer Neue Bundesländer
Männer 1.020 Euro 1.111 Euro
Frauen 566 Euro 824 Euro

Quelle: Rentenversicherung in Zahlen 2015. Durchschnittlicher Rentenzahlbetrag zu finden auf den Seiten 34 bis 36. Online in Internet: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/238692/publicationFile/61815/01_rv_in_zahlen_2013.pdf

Wie viel Netto von der Durchschnittsrente bleibt?

Bei den Werten zur Durchschnittsrente handelt es sich übrigens um die Bruttorente. Von der Rente gehen auch noch die Beiträge wie Steuern (sofern die Rente den jährlichen Grundfreibetrag von 8.354 Euro überschreitet) und auch Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung ab. Wer eine Durchschnittsrente von knapp 1000 Euro bezieht, bei dem dürften nur 800 – 900 Euro netto übrigbleiben.

Fazit

Der von der Deutschen Rentenversicherung häufig genannte „Standard- bzw. Eckrentner“ beschreibt ein sehr optimistisches Szenario, das längst nicht für alle Beschäftigten zutrifft. Die tatsächliche Durchschnittsrente liegt weit darunter und wird in vielen Fällen nicht zum Leben ausreichen. Deshalb sollte man frühzeitig über eine private Altersvorsorge nachdenken.

One Comment on “So hoch ist die Durchschnittsrente in Deutschland wirklich!”

  1. Die Rente ist ein Horrorthema,einfach nur gruselig der Gedanke trotz eines langen Arbeitslebens im Alter arm zu sein – unvorstellbar,aber der bittere Fakt!!Gibt es eine „großzügige“ Rentenerhöhung, wird diese fast komplett von den Steuern gefressen!!!Man muß sich langsam fragen,sind der Politik die berechtigten Sorgen seiner Bürger so egal oder warum wird nicht endlich reagiert wenn Renten und Kinderarmut in unserem Land massiv auf der Tagesordnung stehen????!!!! Es wird allerhöchste Zeit auf die Probleme der Menschen hier in Derutschland einzugehen und diese endlich ernst zu nehmen!!!! Vom Staat wird enorm viel bezuschußt in dimensen Dimensionen nur gegen die Armut im eigenen Land wird der Gürtel enger geschnallt!!!Warum werden die Rentner mit Steuern so sehr belastet,daß diese nicht mehr zum Leben reicht und dann nur das Sozialamt bleibt!????Es wäre fatal,wenn dieses Problem weiter vor sich hin dümpelt!!!

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