Bewerbung im Ausland: Kontaktaufnahme telefonisch oder per E-Mail?

Rainer1.09.2014 in Arbeiten im Ausland

Um mit einer Auslandsbewerbung erfolgreich zu sein, sind ganz andere Formalien erforderlich, wie bei einer Bewerbung innerhalb Deutschlands. Im Folgenden findet Ihr ein paar Tipps zur Kontaktaufnahme mit dem Arbeitgeber. Häufig ist es nämlich besser zunächst telefonisch nachzufragen, bevor man sich auf eine Stelle bewirbt.

Kontaktaufnahme telefonisch oder per Email?

Bewerbungen per Email sind natürlich auf den ersten Blick bequemer. Zudem stellen sie bei Auslandsbewerbungen die kostengünstigste Option dar. Doch Vorsicht. Die Rücklaufquote bei E-Mail-Bewerbungen ist extrem niedrig! Meist steht auf der Website kein direkter Ansprechpartner, sondern nur eine Sammeladresse (z.B. info@irgendwas.com). Wenn Ihr euch dort bewerbt, landet die E-Mail möglicherweise erst beim Administrator, der die Bewerbung weiterleitet (selten) oder direkt als SPAM aussortiert (häufig). Aber auch wenn die E-Mail an den richtigen Ansprechpartner weitergeleitet wurde, ist nicht gewährleistet, dass dieser auch antwortet. Mit jedem Bewerber aus dem Ausland ist ein deutlich höheres Risiko verbunden (ggf. Visum, Was tun, wenn der Bewerber nicht passt? Wie wird man ihn wieder los? etc..) , welches Arbeitgeber zunächst einmal abschreckt.

Daher ist es gerade bei Initiativbewerbungen sinnvoll, vorab mal anzurufen und sich vorzustellen. Damit zeigt Ihr auch, dass Ihr über gute Sprachkenntnisse verfügt. Wer bedenken hinsichtlich eines Telefongesprächs auf Englisch hat, in speziellen Business-Englisch Kursen können die dafür erforderlichen Kenntnisse problemlos erworben werden.

Was Ihr beim Telefonat beachten solltet:

  • Informiert euch vorab genau über die Firma und bereitet Fragen vor.
  • Bereitet eine persönliche Kurzvorstellung inklusive der von euch angestrebten Tätigkeit vor.
  • Fragt nach, ob eine Stelle zu vergeben ist und wer der Ansprechpartner ist. Lasst euch gegebenenfalls weiterverbinden. Falls der Ansprechpartner nicht erreichbar notiert euch zumindest Name und die E-Mail Adresse.
  • Habt keine scheu, lasst Euch den Namen buchstabieren, wenn Euer Gegenüber einen etwas exotischeren Namen hat (z.B. Kajol Devgan Mukherjee – Indischer Schauspieler)
  • Beachtet die Zeitverschiebung, wenn Ihr in Ländern wie den USA, Kanada, Australien oder Neuseeland anruft.
  • Verwendet günstige Auslands-Vorwahlnummern

Nach dem Telefonat folgt die Email-Bewerbung. Da Ihr nun kein Fremder aus einem fernen Land mehr seid, ist die Chance auf eine Antwort sehr viel höher. Ihr solltet eine möglichst seriöse E-Mail-Adresse verwenden (keine Kosenamen wie z.B. highlander@irgendwas.de). Die E-Mail-Adresse sollte immer euren Vor- und Nachnamen enthalten (vorname.nachname@irgendwas.de).

Anschreiben & Lebenslauf

Verschickt zunächst einmal nur ein Anschreiben (Cover Letter) und einen Lebenslauf (CV / Resume). Zeugnisse werden auf Wunsch nachgeschickt. Aufgrund unterschiedlicher Anforderungen ist es allerdings nicht ausreichend die deutschen Bewerbungsunterlagen eins zu eins zu übersetzen. Hier findet Ihr Beispiele für den….

Also, viel Glück mit dem bewerben!!

14 Comments on “Bewerbung im Ausland: Kontaktaufnahme telefonisch oder per E-Mail?”

  1. Hallo,
    vielen Dank für den tollen Beitrag. Hab mich auch schon im Ausland beworben und mich immer gefragt, warum ich keine Antworten bekommen habe. Aber wie ich in deinem Beitrag gelesen habe, habe ich wohl einige Fehler bei der Bewerbung gemacht, die mir jetzt wohl nicht mehr passieren werden. Aber eine Frage hab ich noch: Wenn man sich im Ausland beworben hat und erfolgreich war, was für Möglichkeiten gibt es sich die Reise zu finanzieren. Bezahlt der zuküntige Arbeitgeber die anfallenden Kosten (z.B. Flug) oder besteht die Möglichkeit Fördergelder zu bekommen? Hoffe du kannst mir dazu eine Antwort geben. Ich habe nämlich leider nicht den finanziellen Background, um das aus eigener Tasche zu finanzieren.
    Vielen Dank schon einmal im Voraus.
    LG, Denise

  2. Hallo,
    gerade bin ich über deinen Beitrag gestolpert und da ich in ferner Zukunft ebenfalls Auslandsbewerbungen schreiben werde, habe ich schon gute tipps erhalten.
    Mein Ziel ist es mich in Kanada zu bewerben. Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung als Fachinformatiker vorzuweisen und deshalb kann ich durch mein Berufsbild einige Abkürzungen in den bürokratischen Formalien in Anspruch nehmen, mein Problem ist daher eher grundsätzlicher Natur.
    Kannst du mir einen Tipp geben im Ausland an Stellenausschreibungen zu gelangen? Einfach im Internet die örtlichen Jobbörsen durchforsten? Oder gibt es eine Methode, die einen direkteren Kontakt zu Firmen, die Interesse an ausländischen Arbeitskräften haben, ermöglicht?

    Viele Grüße

    Alexander

  3. Hi, ja die regionalen Stellenbörsen sind ein guter Anfang. Jobbörsen für Kanada sind z.B. http://www.jobshark.ca, http://www.jobbank.gc.ca, http://www.workopolis.com oder http://www.jobs.ca.
    Solltest du Schwierigkeiten bei der Suche nach einem festen Job haben, empfehle ich dir auch nach Praktikumsstellen zu suchen. Ein Praktika erhältst du meiner Ansicht nach leichter und wenn du deinen Job gut machst stehen die Chancen gut, dass Sie dir im Anschluss einen festen Job anbieten. (=> werf auch mal einen Blick auf die ganzen Praktikumsbörsen wie praktikum.de, prabo.de usw… , dort sind gelegentlich auch Auslandsjobs drin)
    Dann würde ich noch die ganzen Internationalen Business Netzwerke wie z.B. Xing, Linkedin und auch Facebook durchsuchen bzw. eigene Inserate aufgeben

  4. Hallo ,
    danke erstmal für den tollen beitrag und meine frage ist jetzt wäre es vielleicht nicht sinnvoll oder besser eine video-bewerbung abzuschicken, hatte nämlich vor ein paar tagen mal davon gelesen das man auch eine video-bewerbung machen kann, wäre eigentlich doch sinnvoll die dann in englisch zu verfassen oder wenn man es kann in der jeweiligen landessprache oder nicht ?

  5. Hallo, wenn du ein Video erstellst, dann schick es im Anhang mit. Ganz auf schriftliche Unterlagen zu verzichten halte ich für sehr gewagt (außer du suchst einen Job in der Unterhaltungsbranche).

    Ein gut gemachtes Bewerbungsvideo kann einen positiven Effekt auf deine Bewerbungen haben! Du hebst dich damit deutlich von anderen Bewerbern ab und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
    Nachteil ist, ein „professionelles Video“ zu erstellen ist aus meiner Sicht nicht so einfach. Im Vorfeld solltest du dir zur inhaltlichen Konzeption Gedanken machen und du musst auch lernen wie man sich vor Kamera & Mikrofon professionell verhält. (das ganze soll ja nicht lächerlich wirken!) Daneben benötigst du ein halbwegs anständiges Kameraequipment & und auch Themen wie die richtige Beleuchtung (z.B. im Studio) sind für eine professionelles Video nicht unerheblich. Insgesamt betrachtet kann das Video dann schnell mal etwas teurer werden.

    Einen ganz interessanten Link zu dem Thema hab ich noch gefunden. Schau am besten mal rein: http://www.focus.de/jobs/bewerbung/videoclips_aid_26815.html

  6. Ich weiß nicht, wie es in anderen Länder ist, aber in Australien sind Beziehungen das A und O. Die besten Jobs gehen oft „unter der Hand“ weg. In vielen Unternehmen bekommen die Angestellten Prämien für die Vermittlung von neuen Kräften und die sind mitunter nicht gering.

  7. Das einem Vitamin B bei der Jobsuche hilft, gilt vermutlich überall.

  8. Hallo,

    zu den Möglichkeiten von „Fördergeldern“ für Outgoings, sei unbeding noch das Leonardo Stipendium und Erasmus erwähnt. Gerade das Leonardo da Vinci Stipendium bietet einen recht komfortablen Betrag, welcher in der Regel in drei Stufen ausgezahlt wird. Die Zulassung zum Stipendium ist üblicherweise von den Noten und dem entsprechenden Bedingungen im Praktikum abhängig.

  9. Gute Kenntnisse der Sprache im Land des Praktikums und soziales Einfühlungsvermögen für andere Länder und Sitten sind die Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches Praktikum im Ausland. Zur Übung kann man sich die eigenen Zeugnisse in die jeweilige Landessprache selbst übersetzen. Dabei ist die Formatierung des Originals soweit als möglich zu übernehmen. Dann das Original und die Übersetzung des Zeugnisses zusammenheften. Beglaubigte Übersetzungen der Zeugnisse werden eher selten von einem Praktikanten verlangt.

  10. Hallo,
    in meiner Schule – bin aus Österreich – muss man mit 16 oder 17 Jahren ein 3-monatiges Praktikum machen und ich möchte es gerne in den USA versuchen. Ich bin gerade dabei die Bewerbung zu erstellen und nun sind ein zwei Fragen aufgetaucht:

    * Was schreibe ich, wenn keine direkte Ansprechperson zu finden ist bei der Anrede?

    * Habe ich bei der Gestaltung für eine Werbeagentur freien Spielraum?

    vielen dank im voraus

    *

  11. Hallo Nina,
    ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass unpersönliche Anreden, wie z.B.: Dear Sirs nicht gut ankommen und Deine Bewerbung gleich im Papierkorb landet. Du solltest daher in jedem Fall versuchen eine Ansprechperson ausfindig zu machen. Sollte es online nicht gehen, dann ruf dort an und frage an wen Du eine Bewerbung senden kannst. Es ist sehr wichtig, dass alle Titel und Zusätze, wie z.B.: „Jr“ in der Anrede zu finden sind. Beachte bitte auch, dass man in den USA üblicherweise einen Doppelpunkt hinter die Anrede setzt. Gute Bewerbungstipps findest Du auch in dem Buch: „der amerikanische Traum“ ISBN 3-86040-096-7.
    Viel Erfolg in den USA und viele Grüße
    Carina

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