Auswandern nach Namibia

Carina25.06.2009 in Länder

Die Sonne scheint über 300 Tage im Jahr und Namibia hat eine einzigartige Tier-und Pflanzenwelt. Zudem ist die Kriminalität im Vergleich zu vielen anderen afrikanischen Ländern sehr gering. Namibia ist seit eh und je her ein klassisches Auswanderungsland. Das haben auch staatliche Stellen erkannt und haben die Einwanderungsregeln drastisch geändert.

So leicht wie früher ist es längst nicht mehr. Wer in Namibia leben und arbeiten will, muss eine Genehmigung beantragen. Die Bearbeitung kann unter Umständen lange dauern. Zunächst benötigt man den Nachweis über eine Arbeitsstelle. Hier muss allerdings sichergestellt werden, dass sich für diese Tätigkeit kein Namibier findet. Alle offenen Stellen müssen von Namibiern besetzt werden. Wer dennoch eine Beschäftigung findet, der muss sich um eine Arbeitserlaubnis kümmern. Dazu benötigt man zunächst ein Antragsformular das unter www.namibia-botschaft.de heruntergeladen werden kann. Der Antrag wird mit dem Nachweis der Beschäftigung (Kopie des Arbeitsvertrages) bei der namibischen Botschaft eingereicht. Die Unterlagen werden an das Innenministerium in Windhoek weitergeleitet. Jetzt erfolgt eine genaue Prüfung und erst wenn sicher gestellt wird, dass sich kein Namibier für den Arbeitsplatz findet, wird die Genehmigung erteilt.

Road to Namibia von coda by Flickr

Road to Namibia von coda by Flickr

Um aber nun endgültig in Namibia einzureisen ist ferner noch ein Arbeitsvisa erforderlich. Antragsvordrucke kann man ebenfalls bei der namibischen Botschaft herunterladen. Die Unterlagen müssen in zweifacher Ausführung und vollständig ausgefüllt sein. Dem Antrag beigelegt werden müssen ein gültiger Reisepass, 2 Passfotos und ein Nachweise über die bevorstehende Tätigkeit. Auch ein frankierter Rückumschlag gehört zum Antrag. Für die Ausstellung wird je nach Dringlichkeit eine Gebühr zwischen 45 und 70 Euro fällig.
Das Sozialversicherungssystem ist bei weitem nicht so geregelt wie in Deutschland. Es gibt keine Arbeitslosenversicherung. Eine private Absicherung muss in Eigenregie erfolgen. Nur Staatsbedienstete sind in Namibia rentenversichert. Alle anderen Beschäftigten müssen sich privat versichern. In Einzelfällen gibt es auch eine betriebliche Altersvorsorge deren Kosten vom Arbeitgeber getragen wird. Es existiert keine staatliche Krankenversicherung. Um die ärztliche Versorgung sicherzustellen sollte man sich privat versichern. Ein Beispiel findet man unter www.methealth.com.na . Allerdings zahlt jeder, der in Namibia lebt in das „Social Security System“ ein. Die Höhe des Beitrages ist vom Einkommen abhängig. Dieses System greift bei Arbeitsunfällen, Lohnausfall durch Krankheit und Mutterschutz.
Namibia gehört laut einer UNDP-Studie zu den Ländern mit den weltweit größten Einkommensunterschieden. Daher ist es kaum möglich eine genaue Einkommensliste zu erstellen. Zu den Gehältern kommen zudem noch weitere Zahlungen dazu, die vom Beruf und vom Arbeitgeber abhängig sind. Die sogenannte „fringe benefits“ ist eine freiwillige Zahlung.

Das Umzugsgut kann in der Regel ohne Probleme eingeführt werden. Auch Hunde und Katzen können mitgenommen werden. Allerdings ist eine Bescheinigung des deutschen Veterinäramtes nötig.
Die Gesundheitsversorgung innerhalb der größeren Städte liegt durchaus auf europäischen Niveau. Es gibt sehr gute Krankenhäuser und in einigen Städten auch deutschsprachige Ärzte. In den ländlichen Gebieten gibt es allerdings keine flächendeckende Versorgung. Hochkompliziert Operationen werden im südafrikanischen Kapstadt oder Johannesburg durchgeführt. In vielen Teilen Namibias besteht die Gefahr an Malaria zu erkranken und auch Lungentuberkulose ist weit verbreitet. Im Norden kommt es auch vereinzelt noch zu Lepra-Erkrankungen.

Namibia ist ein multilinguales Land und auch die Deutsche Sprache ist aufgrund der kolonialen Vergangenheit neben Afrikaans, Otjeherero, Oshivambo und Englisch (heutige Amtssprache in Namibia) eine anerkannte „Minderheitensprache“. Ca. 30.000 der 2 Millionen Namibier sprechen Deutsch als Muttersprache, daneben gibt es noch mehrere zehntausend Menschen die Deutsch als Fremdsprache in der Schule gelernt haben. In einigen Regionen (z.B. Swakopmund) kommt man mit Deutsch ganz gut zurecht, wer nach Namibia auswandert sollte sich aber auch zumindest auf Englisch verständigen können, da diese die weit verbreitetste Verkehrssprache des Landes ist (Englisch lernen, aber wie?).

[note color=“#eeeeee“] Video – Namibia-Luxus der Weite
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3 Comments on “Auswandern nach Namibia”

  1. Ich bin Ingenieur und habe selbst eine Zeit lang in Namibia gelebt. Es ist ein wundervolles Land, zum Auswandern einfach traumhaft. Toll, daß mal jemand darüber berichtet hat. Michael

  2. na, kannst du denn mal was „berichten“ – hier steht ja fast nichts!

    also, wer wird/wird überhaupt jemand für namibia gesucht, welche art ausbildung ist von vorteil?

    wie finde ich dort einen job – jobbörsen? usw usw. erzähl doch mal, michael und danke!

  3. Jobbörsen … Ich musste lachen, als ich das las. Namibia ist doch nicht Deutschland. Wir könnten hier zwar viele Leute gebrauchen, insbesondere Handwerker, aber auch sonstiges ausgebildetes Personal vom Automechaniker bis zur Krankenschwester oder Buchhalterin, aber die Regierung ist nicht an weißen Einwanderern interessiert. Hier in dem Artikel wird das falsch dargestellt. So als ob alles nur eine Frage der Zeit wäre und einer objektiven Beurteilung. So ist es aber in Afrika nirgendwo, und in Namibia auch nicht. Hier zählen ganz andere Dinge als das, was in Papieren steht.

    Namibia ist ein wunderbares Land, aber wenn man eine weiße Hautfarbe hat, nicht unbedingt ein geeignetes Ziel für eine Auswanderung.

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