Auswandern nach Dubai – Emirat in der Krise?

Rainer21.12.2012 in Länder

Burj al Arab: Ein bekanntes Wahrzeichen von Dubai

Burj al Arab: Ein bekanntes Wahrzeichen von Dubai

Das Emirat Dubai ist eines der beliebtesten Ziele für deutsche Auswanderer. Der Hochglanzlack des Golfstaates hat allerdings in den letzten Jahren durch die weltweite Finanzkrise einige Kratzer abbekommen, viele Immobilienprojekte  (ein zentraler Wirtschaftszweig in Dubai) stehen still. Grund genug, sich näher mit dem Land und den derzeitigen Perspektiven für Auswanderer zu beschäftigen:

Der Aufstieg

Wie kaum ein anderes Land hat sich Dubai in den letzten Jahrzehnten modernisiert und wirtschaftlich entwickelt. Dieser Wandel wurde vom regierenden Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum sehr stark gefördert, weil Dubai im Gegensatz zu den reichen Nachbarländern wie Saudi Arabien über kaum nennenswerte Erdölreserven verfügt. Um für das Post-ÖL Zeitalter gerüstet zu sein, hat sich Dubai daher frühzeitig für Geschäftsfelder wie Tourismus, Dienstleistungs- und Technologiebranchen geöffnet. In den Jahren bis zur weltweiten Finanzkrise 2008 waren traumhafte Wachstumsraten von bis zu 10% jährlich nicht unüblich.

Vom Wirtschaftsboom zum Pleiteemirat

Burj khalifa - das höchste Gebäude der Welt

Burj khalifa – das höchste Gebäude der Welt

Weltweit bekannt wurde das kleine Emirat im Osten der arabischen Halbinsel vor allem durch die spektakulären Bauprojekte der vergangenen Jahre. Dazu zählt das mit 828 Metern höchste Gebäude der Welt (Burj Khalifa), das segelförmige Top-Hotel Burj Al Arab, sowie die gewaltigen künstlichen Inselprojekte vor der Küste Dubais. Allerdings erhielten Dubais Bauprojekte im Rahmen der weltweiten Finanzkrise einen gewaltigen Dämpfer. Das Burj Kalifa konnte 2010 nur dank einer Finanzspritze aus dem Nachbaremirat Abu Dhabi vor der Pleite bewahrt und fertiggestellt werden. Auf den 300 künstlich angelegten Inseln von „The World“, welche bisher über 7,6 Mrd. US-Dollar gekostet haben, wurde die Arbeit Anfang 2011 komplett eingestellt. Die Inseln drohen nun aufgrund starker Stürme und steigender Pegelstände komplett unterzugehen.

Und nun?

Seit der Finanzkrise ist es deutlich ruhiger um Dubai geworden, viele Bauprojekte liegen auf Eis und in den Medien wird kaum noch über das Emirat berichtet. Die Wirtschaft erholt sich aber momentan wieder. Nach starken Einbrüchen kommt auch Dubais Immobiliensektor 2012 wieder in Schwung, die Tourismusbranche wächst ebenfalls. Für 2012 rechnet man immerhin mit einem Wirtschaftswachstum zwischen 3-4%.

Chancen für Einwanderer?

Knapp 85% Prozent der Bewohner stammen aus dem Ausland, allen voran aus Indien, Pakistan und Bangladesch. Von Ihnen werden meist die niedrig qualifizierten Tätigkeiten z.B. im Dienstleistungs- und Bausektor ausgeführt. Da die Löhne in diesen Bereichen sehr niedrig sind und bei ca. 300-400 Euro pro Monat liegen, ist es für Europäer eigentlich nicht sinnvoll ist in diesen Bereichen nach Beschäftigung zu suchen. Chancen bieten sich daher nur für hoch qualifizierte Fachleute insbesondere aus dem Tourismus oder dem IT-Sektor.

Video – 7 Sterne für Dubai – Wo Deutsche für Luxus sorgen (Doku)

Steuerfrei leben!

Was Dubai nach wie vor sehr attraktiv für Auswanderer macht, als Arbeitnehmer zahlt man keine Einkommensteuer. Gleiches gilt für fast alle Unternehmen. Nur Firmen aus der Erdölindustrie und Banken werden besteuert.

Voraussetzungen für die Einwanderung

Ausländische Arbeitnehmer, die eine feste Anstellung haben, erhalten ungeachtet ihrer Herkunft eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Da der Arbeitgeber den Antrag für die permanente Aufenthaltserlaubnis (Resident Visa) stellen muss, benötigt man zur Einwanderung eine feste Jobzusage. Bis zur Bewilligung dauert es ca. 2-4 Wochen. Beim Verlust des Arbeitsplatzes wird man aber ebenso schnell wieder ausgewiesen.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu Deutschland in einigen Bereichen höher, in anderen wiederum niedriger:
Die Mieten in Dubai sind durchaus vergleichbar mit den Top-Preisen in deutschen Großstädten wie z.B. Frankfurt oder München. Regionale Lebensmittel sind günstig, während Produkte aus Europa gleich viel oder mehr kosten. Alkohol ist nur eingeschränkt verfügbar und teurer als hierzulande. Sehr günstig ist natürlich Benzin, beim Kauf eines Autos spart man insbesondere dank fehlender Mehrwertsteuer. Sehr günstig sind auch viele Dienstleistungen, da in diesen Bereichen auch nur geringe Löhne gezahlt werden.

Sprachkenntnisse

Auswanderer sollten fließend auf Englisch kommunizieren können. Arabischkenntnisse sind in der Regel nicht erforderlich, es schadet aber nicht, wenn man ein paar Brocken vorweisen kann.

Expat-Forum/Erfahrungsberichte

Wer sich mit anderen Auswanderern austauschen möchte, für den ist das Expat Forum von InterNations eine gute Anlaufstelle: www.internations.org/expats-in-dubai

Ramadan

Mit Einschränkungen ist im Fastenmonat Ramadan zu rechnen. Die islamischen Speiseregeln werden in Dubai sehr ernst genommen und es darf tagsüber nicht an öffentlichen Orten gegessen werden. Selbst das öffentliche Kauen eines Kaugummis ist dann untersagt.

Klima

Insbesondere das Klima macht es Auswanderern zu schaffen. In den Sommermonaten sind auch Spitzenwerte von bis zu 40/50 Grad nicht unüblich, zudem macht eine hohe Luftfeuchtigkeit Personen mit Kreislaufproblemen Schwierigkeiten. Häuser, Geschäfte und Hotels sind daher in der Regel voll klimatisiert. Die Wintermonate von Oktober bis April sind im Gegensatz dazu mit Temperaturen von 23-33 Grad sehr angenehm.

Politische Stabilität / Kriminalität

Von den Unruhen des Arabischen Frühlings ist Dubai bisher unberührt geblieben.Trotz der allgemein angespannten Situation im Nahen Osten ist Dubai eines der sichersten Länder mit einer sehr niedrigen Kriminalitätsrate. Beachten sollte man die Sitten des Landes und dass Verstöße gegen Gesetze sehr hart bestraft werden. Auf Drogenbesitz stehen selbst bei kleinsten Mengen Haftstrafen zwischen vier und 15 Jahren.

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3 Comments on “Auswandern nach Dubai – Emirat in der Krise?”

  1. Pingback: Die friedlichsten Länder zum Auswandern: Island, Dänemark und Norwegen | Auswandern Blog

  2. Den Blog finde ich sehr interessant. Vor allem den „Sicherheitslink“. Nach so etwas habe ich schon änger gesucht!

  3. Vielen Dank fuer diesen interessanten Artikel.

    Vor einigen Monaten bin ich nach Ras Al Khaimah ausgewandert, ca. 1 Autostunde von Dubai entfernt.

    Ras Al Khaimah ist etwas ruhiger und entspannter als Dubai und bietet mit hohen Bergen, einer endlosen Wueste und tollen Sandstraenden fuer mich den perfekten Arbeits- und Lebensraum.

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