Auswandern in die Karibik: Unter 7.000 Inseln die Richtige finden

Rainer27.09.2014 in Länder

Dominikanische Republik

Sonne, Palmenstrand und azurblaues Meer – wer von einem Leben in der Karibik träumt, hat als Auswanderer die Wahl zwischen über 7.000 Inseln (zumindest theoretisch!). Die gewaltige Auswahl der karibischen Inselwelt lässt sich nämlich schnell reduzieren, nur knapp 2% der Inseln sind auch tatsächlich bewohnt. Wer also kein Robinson Crusoe Dasein führen möchte, dem bleiben nur noch knapp 100 Inseln. Schon besser, oder? Um die Auswahl der richtigen Insel noch ein wenig zu erleichtern, habe ich hier ein paar harte Fakten zur Karibik gesammelt:

Wo kann ich in der Karibik günstig leben?

Gleich vorneweg: das Leben in der Karibik ist nicht günstig. Die meisten Inseln leben vom Tourismus und es gibt nur wenig produzierendes Gewerbe. Fast alle Güter von Elektrogeräten über Autos bis hin zu Möbeln und Werkzeugen müssen mit dem Schiff oder Flugzeug importiert werden und sind entsprechend teuer.

Auch das Wohnen in der Karibik ist nicht unbedingt preiswert. Da die Inseln auf natürliche Weise durch das Meer begrenzt sind, können sich die Städte und Gemeinden nicht unbegrenzt ausdehnen. Zahlreiche Inseln wie z.B. Barbados, Haiti (Hispaniola), Grenada, Puerto Rico oder Jamaica haben bereits heute eine höhere Bevölkerungsdichte als Deutschland. Wer also von einer Wohnung in schöner und ruhiger Lage mit Meerblick träumt, muss mitunter mit Preisen wie in Deutschland (oder höher) rechnen.

Wer in der Karibik möglichst günstig leben möchte, für den ist Dominikanische Republik sicher ein guter Tipp. Neben den Traumstränden ist die Insel vor allem durch das günstige Preis- / Leistungsverhältnis bekannt und daher auch das beliebteste Pauschalreiseziel der Deutschen in der Karibik. Auch Rentner zieht es zum Überwintern gerne hierhin. Als Auswanderer sollte man mit einem Monatsbudget von mindestens 1.000 Euro planen. Wer dies allerdings durch eigene Arbeit finanzieren möchte, muss bedenken, dass die Löhne niedrig sind (Tourismus eben), man Spanischkenntnisse benötigt und es bei einer Arbeitslosenrate von ca. 30% fast unmöglich ist, einen adäquaten Job zu finden. Es gibt aber noch weitere Schattenseiten in der Dominikanischen Republik, so klagen immer mehr Auswanderer über die hohe Kriminalität und Korruption.

Wo ist die Kriminalitätsrate niedrig?

Arbeitslosensraten von 15-20% sind in der Karibik der Durchschnitt. Entsprechend sind auch Armut, Drogenmissbrauch und Kriminalität weitverbreitete Probleme. Als Tourist im abgesperrten all-inclusive Hotel bekommt man davon in der Regel nichts mit, wer allerdings dauerhaft in der Karibik leben möchte, kann das Thema nicht so einfach ausblenden.

Laut einer Studie des Wirtschaftsmagazins Forbes auf Basis diverser Kriminalitätsstatistiken zählen die niederländischen ABC Inseln Aruba, Bonaire und Curacao zu den sichersten Inseln der Region. Was die Inseln zudem interessant macht, auch die Arbeitslosenzahlen auf den ABC Inseln liegen im Durchschnitt bei unter 5%. Zudem findet man auf den Inseln eine gut ausgebaute (fast schon europäische) Infrastruktur.

Curacao Willemstad

Curacao Willemstad cc Susan Renee / Flickr

Niedrige Kriminalitätsraten weisen auch die kleinen und wohlhabenden Inseln/Inselgruppen wie Montserrat, Cayman Islands, St. Barts, Bermuda, British Virgin Islands und Dominica auf.

Auf der anderen Seite gibt es auch zahlreiche Inseln mit sehr hohen Kriminalitätsraten, die deutlich über denen der USA liegen. Dazu zählen beispielsweise Jamaica, Antigua, Bahamas, Haiti, Trinidad &Tobago und die Dominikanische Republik. Insbesondere die englischsprachigen Inseln sind davon betroffen. Mehr dazu beim Economist.

Wo ist die Gefährdung durch Wirbelstürme (Hurrikans) niedrig?

Die durch den Klimawandel immer stärker auftretenden Wirbelstürme sind eine regelmäßige Bedrohung für die Karibik. Allerdings sind nicht alle Inseln gleichermaßen davon betroffen.

Hervorzuheben sind die „Inseln unter dem Winde“, da diese zu weit südlich vor der Küste Südamerikas liegen, sind sie von Hurrikanen nur sehr selten betroffen. Die bekanntesten Inseln sind übrigens auch hier ABC – Aruba, Bonaire und Curacao :-). Die Inseln unter den Winden haben ein weitaus trockeneres Klima als die übrigen Karibikinseln. Entsprechend ist die Vegetation dort nicht so üppig.

Aruba

Aruba cc VideoVik / Flickr

Welche Insel hat die höchste Lebensqualität?

Laut einer Studie der Financial Times haben die British Virgin Islands gefolgt von Bermuda und den Cayman Islands die höchste Lebensqualität. Die Lebensqualität wurde anhand einer Reihe von Faktoren ermittelt. Dazu zählen beispielsweise die Lebenserwartung, Kindersterblichkeit, BIP pro Kopf, Arbeitslosigkeit, Kriminalität und der durchschnittliche Bildungsstand. Bei den Siegern handelt es sich allesamt um wirtschaftlich erfolgreiche Steueroasen, also Länder, die nicht einseitig vom Tourismus abhängig sind. Die Inseln sind aufgrund des nachsichtigen Steuer- und Bankenrechts und hoher Lebenshaltungskosten vor allem für wohlhabende Auswanderer interessant.

British Virgin Islands

British Virgin Islands cc Banana Custard / Flickr

Auf welche Inseln kann ich am einfachsten auswandern?

Guadeloupe, Martinique, St. Barth und der nördliche Teil von St. Martin haben für europäische Auswanderer einen entscheidenden Vorteil. Die vier Inseln des Französischen Übersee Departments sind fester Bestandteil Frankreichs und entsprechend in der EU. Dank europäischer Personenfreizügigkeit kann man leicht einwandern, d.h. Visum, Daueraufenthalts- und Arbeitserlaubnis kann man sich bei der Auswanderung sparen. Auf den Inseln ist das Leben allerdings sehr teuer, wobei St. Martin (53 km²) und St. Barth (21 km²) zudem sehr klein sind. Insbesondere St. Barth gilt als die teuerste Insel der Karibik und hat den Ruf eine sehr exklusive Insel der Schönen und Reichen zu sein. Deutlich größer, vielseitiger und ein Traum für Naturliebhaber sind die beiden Inseln Guadeloupe und Martinique. Wer sich ein wenig auf die Inseln einstimmen möchte, die großartige BBC Fernsehserie „Death in Paradise“ wurde fast ausschließlich auf Guadaloupe gedreht.

Guadekoupe

Guadeloupe cc TachRed_GoldGreen/ Flickr

Allerdings auch hier gibt es Schattenseiten: Das Leben ist teuer und die Arbeitslosigkeit ist hoch (ca. 20% Arbeitslosenrate). Überdies wurde auf beiden Inseln bis in die späten 90er Jahre mit verbotenen Pflanzenschutzmitteln hantiert und das Trinkwasser gilt noch auf Jahre als Pestizid belastet.

Was die anderen Karibikinseln betrifft, so sind die Einwanderungsbestimmungen natürlich von Insel zu Insel bzw. Land zu Land verschieden. Man kann aber sagen, das Geld häufig die Türen öffnet. Wer beispielsweise nach Curacao einwandern möchte, kann sich durch den Kauf einer Immobilie im Wert von mindestens 200.000 Euro ein Aufenthaltsrecht erwerben. In der Dominikanischen Republik müssen Auswanderer offiziell nachweisen (oder inoffiziell korrumpieren), 200.000 US-Dollar im Land zu investieren.

Fazit

Es ist nicht einfach, das richtige Auswanderungsziel in der Karibik zu finden. Zwar locken eigentlich überall gutes Wetter und Traumstrände, aber fast überall findet man auch Argumente, die die gegen eine dauerhafte Auswanderung sprechen (zu klein, zu teuer, hohe Arbeitslosigkeit & Kriminalität). Beste Möglichkeiten sehe ich für Touristikfachleute, Rentner (die Überwintern), Selbstständige, die nicht unbedingt im Land arbeiten müssen (z.B. Internet-Arbeiter) oder Menschen die finanziell gut ausgestattet sind. Wer ernsthaft mit dem Gedanken spielt in die Karibik auszuwandern, dem empfehle ich ein paar Monate mit Touristenvisum in die Karibik zu fliegen und die Lebens- und Arbeitsbedingungen (z.B. Jobsuche) vor Ort genau zu erkunden.

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5 Comments on “Auswandern in die Karibik: Unter 7.000 Inseln die Richtige finden”

  1. Bin vor einiger Zeit mehrere Wochen in der Karibik im Urlaub gewesen und fand es einfach wunderschön. Wir haben damals eine Tour mit dem Boot gemacht und unsere Route führte uns sowohl zu vielen karibischen Inseln (u.a. zu den oben erwähnten), aber auch nach Venezuela und Panama, wo man ja durchaus auch noch karibischen Flair spürt.

    Hatte mir dann auch Gedanken über Auswandern gemacht, mich dann aber dagegen entschieden, denn wie du es schon aufgezeigt ist. Ganz so schön und einfach und leicht wie im Urlaub ist der karibische Alltag nicht!

  2. Ich spiele mit dem Gedanken 6 Monate im Jahr in der franz. Karibik zu verbringen. Wie teuer ist denn ca. eine kleine Mietwohnung oder ein Studio auf St. Barth, St. Martin, Guadeloupe?

  3. Hallo Nina,

    am besten googlest du mal nach Themen wie „Ferienwohnungen auf Guadeloupe“ etc… Dort findest du zahlreiche Angebote inkl. den Preisen.

    Viele Grüße

    Rainer

  4. Ich gehe schon fast 15 Jahre nach Kuba und bin da das zweite mal verheiratet.
    Zur Zeit ist das da so ein Umschwung. Du kannst mit einer ( oder einen ) Kubaner jezt alles machen,wenn du verheiratest bist. ein Auto kaufen oder ein Haus, oder irgend ein Geschäfft aufmachen,gleich welcher Art oder ein Haus bauen.Zur Zeit ist das vergleichbar wie Deutschland nach dem Krieg. Eine Meldeadresse habe ich noch in Deutschland und kann meine Rente somit mit einer Visakarte in jeder größeren Stadt am Geldautomat abheben ohne hohe Überweisungskosten. Kriminalität ist fast auf null durch extrem hohe Strafen. Kaufen kannst du auch fast alles wenngleich nicht jeden Tag. Der verdienst der Kubaner liegt immer noch so um die 15 Euro ( umgerechnet ) und da kannst du leben mit einer Rente von 700 Euro wie ein Millioner. Nun kommen ja bald auch die Amerikaner wieder und da gehts noch weiter aufwärts mit der Wirtschaft.Viele große Unternehmen haben schon investiert oder sind noch dabei. Kanada,China,Frankreich,Italien und noch einige mer. Nur Deutschland verschläfts mal wieder. In Havanna ist eine Freihandelszone entstanden. In Varadero wird der Hafen ausgebaut für Kreuzfahrtschiffe. Usw. usw. Ich könnte noch so viel schreiben. Landwirtschaft hatt so viel freies Brachland und da könnten die im Jahr 2 bis 3 Ernten abreumen. Aber ohne Maschinen?, nur mit ihren Ochsen? Allso ich bin da zufrieden mit dem Leben und wenn jemand Fragen hatt, ruig melden.

    Salut Hans

  5. Hi hans,
    will als deutscher Rentner in dreieinhalb Jahren in die Caribic gehen.
    Cuba war meine erste Idee, dann laß ich, das man als Einwanderer keine Rechte hat und orientierte mich nach Saint Maarten. Doch eigentlich suche ich Rückzugsmöglichkeiten und südamerikanische Musik. Cuba war immer schon ein gewolltes Reiseziel ohne es zu glorifizieren. Da ich 20 Jahre in den USA abeitete, weiß um die medizinischen Versorgungsmöglichkeit auf Cuba für weniger betuchte US-Citizens. Ich sah mir die Welt auf meinen Reisen genauer an also kaum als Tourist und mir sind gute Freunde egal wo, wichtiger als alles andere.
    Bist Du der Meinung, das ich auf Cuba aufgehoben wäre.
    In den USA leben meine allerbesten Freunde, deren Freundschaft mit mir seit 1991 besteht und ich von Cuba aus auch besuchen möchte. Heiraten auf Cuba ist für mich nur wegen Konsequenzen der potenziellen Scheidung fragwürdig.
    Grüße Felix

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