Auswandern – Die häufigsten Fallen

Carina2.03.2011 in Vorbereitung

Viele Menschen träumen vom Auswandern. Doch nicht immer erfüllen sich die Träume von Auswanderungswilligen. Gerade im Auswanderungs-Milieu tummeln sich eine Menge Betrüger und nicht selten werden Neuankömmlinge übers Ohr gehauen. Damit Ihre Auswanderung nicht zum Alptraum wird, sollte man die Fallen kennen.

Vertrauen Sie keinen fremden Menschen

Auswandern ist Vertrauenssache. Diesen Ausspruch sollten Sie genau nehmen. Gerade in von Korruption gebeutelten Auswanderungsländern bieten Ihnen viele Menschen bereitwillig ihre Hilfe an. Leider sind nur die wenigsten Angebote seriös. Viele wollen Ihnen nur das Geld aus der Tasche ziehen. In südamerikanischen Ländern ist besondere Vorsicht geboten. Drogenkuriere treiben überall ihr Unwesen und missbrauchen Auswanderer zum Drogentransport nach Europa. Hier werden auch mit Vorliebe Häuser gleich mehrmals verkauft oder die Verkäufer kassieren den Kaufpreis, obwohl sie gar nicht im Besitz der Häuser sind. Lassen Sie daher alle Immobiliendokumente von einer legitimierten Person prüfen. Allerdings sind auch einige Notare und Rechtsanwälte Halsabschneider. Mandatieren Sie daher nur unabhängige Personen. Eine Liste seriöser und deutschsprachiger Anwälte und Notare können Sie in einigen Ländern bei der deutschen Botschaft erfragen.

Vorsicht vor Arbeitsvermittlern

In der Welt der Auswanderung tummeln sich viele Arbeitsvermittler. Das Angebot ist nahezu unerschöpflich. Gerade in Auswanderungshochburgen versuchen unseriöse Vermittler schnell an Geld zu kommen. Daher sollten Auswanderer einige Dinge beachten. In vielen Ländern gibt es staatliche Listen, in denen seriöse Arbeitsvermittler und Agenturen eingetragen sind. Es ist ratsam den Namen des Vermittlers zu googeln. Fragen Sie nach Referenzen und prüfen Sie, ob die Referenzen echt sind. Lassen Sie grundsätzlich die Finger weg von Arbeitsvermittlern, die nur Personen mit Vermittlungsgutschein des Arbeitsamtes vermitteln. Die sind nur an der Vermittlungsprovision interessiert. Oftmals arbeiten Sie mit den Arbeitgebern zusammen. Ein langfristiger Arbeitsvertrag kommt hier nicht zustande. Gebühren sollten nur bis maximal 20% vorab bezahlt werden und das auch nur nach genauer Prüfung. Nicht selten verbirgt sich hinter der Adresse nur eine Scheinfirma mit Bankverbindung. Überweisen Sie niemals die komplette Summe, wenn Sie den Arbeitsvertrag noch nicht unterzeichnet haben.

Flugzeug von Blogwiese by Flickr.com

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Vom Umgang mit Auswanderungsberatern

Ob man einen Auswanderungsberater engagiert hängt ganz von den persönlichen Vorstellungen und vom Auswanderungsziel ab. Grundsätzlich ist eine Auswanderung auch ohne Auswanderungsberater möglich. In einigen Ländern, wie zum Beispiel Südafrika oder Paraguay ist ein Berater sinnvoll. Leider gibt es auch unter den Beratern zahlreiche schwarze Schafe. Arbeiten Sie daher nur mit großen oder namhaften Beratungsstellen zusammen. Auch hier sollte unbedingt nach Referenzen gefragt werden. Erkundigen Sie sich auch nach dem Lebenslauf des Beraters. Wie lange lebt er selber in dem Land? Spricht er die Sprache? Macht er einen seriösen Eindruck? Sämtliche Dinge sollten Sie kritisch hinterfragen. Ein guter Berater beantwortet auch eine Flut von Fragen sehr genau. Vorsicht ist geboten, wenn der Berater Ihren Fragen ständig ausweicht oder vorgibt sich zunächst selber erkundigen zu müssen. Ein Auswanderungsberater sollte immer am Zielort leben und arbeiten. Es ist völlig unrealistisch, dass ein Auswanderungsberater von Deutschland aus agiert. Das geht nur mit seriösen Partnern vor Ort. Vorab sollten nur geringe Gebühren bezahlt werden. Erst nach erbrachter Leistung wird der volle Betrag fällig.

Vorsicht beim Kauf einer Immobilie

Immobilien sollten grundsätzlich nie von Privatpersonen gekauft werden. In einigen Ländern werden Besitzpapiere gefälscht. Selbst der seriös wirkende Notar ist in Wirklichkeit ein Betrüger. Am Ende ist Ihr Geld weg und das Traumhaus gehört einem anderen Besitzer. Sie selber besitzen dann nur gefälschte Papiere und Schlüssel die nicht passen. Es gibt Auswanderungsländer in denen keine Immobilien an Ausländer verkauft werden dürfen. Hier agieren Betrüger als Mittelsmänner. Im schlimmsten Fall kaufen Sie eine Immobilie für eine andere Person. Haus und Geld sind weg. Arbeiten Sie nur mit namhaften oder staatlich geprüften Maklern zusammen. Prüfen Sie die Referenzen. Ist das Traumhaus gefunden, sollten Sie sich noch Zeit lassen mit der Kaufvertragsunterzeichnung. Befragen Sie die Nachbarn. Wem gehört das Haus? Warum will der Besitzer verkaufen? Klären Sie solche Fragen vorab. Gehen Sie niemals auf das Angebot einer Besichtigungsreise ein. Die Anbieter lassen Sie keine Minute aus den Augen. Sie werden förmlich zum Kauf einer Immobilie gezwungen. Der Makler schirmt Sie dabei so von der Außenwelt ab, dass Sie keine Preisvergleichsmöglichkeiten haben. Erst nachdem Kauf werden Sie merken, dass Sie eine überteuerte Immobilie erworben haben.

Arbeitserlaubnis, Aufenthaltsgenehmigung und andere wichtige Dokumente

Nicht in jedem Land kann ohne weiteres eine Tätigkeit aufgenommen werden. Es nützt Ihnen das beste Jobangebot nichts, wenn Sie keine Arbeitserlaubnis haben. Betrüger sind hier ganz pfiffig. Auswanderer werden mit lukrativen Jobangeboten ins Land gelockt und unterzeichnen sogar Arbeitsverträge. Erst vor Ort wird klar, dass man zur Jobaufnahme eine Arbeitsgenehmigung benötigt. Diese kann dann gegen ein hohes Entgelt sofort besorgt werden. Der Auswanderer ist noch immer von dem Jobangebot geblendet und zahlt bereitwillig größere Bargeldsummen. Am Ende gibt es dann weder einen Job noch die benötigten Papiere. Bei fehlenden Papieren sollten Sie sich immer direkt an die Botschaft, an die Polizei, an die Einwanderungsbehörde oder die örtliche Verwaltung wenden. Bei fehlenden Sprachkenntnissen sollten Sie einen Dolmetscher engagieren. Das kostet zwar Geld, aber ist immer noch besser als von Betrüger reingelegt zu werden.

Eröffnung eines Bankkontos

Ein Bankkonto sollte nur bei einer großen und renommierten Bank eröffnet werden. Seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen Menschen kleine Banken empfehlen. Sie locken oft mit leeren Versprechungen, wie zum Beispiel „hier geht alles schneller“, „es ist sehr familiär und Gebühren sind niedrig“ oder „hier weißt Du Dein Geld in guten Händen“. Hinter der Bank verbirgt sich dann ein betrügerischer Verein. Kommen hohe Geldüberweisungen aus Deutschland werden die Konten schnell abgeräumt und die angeblichen Bankmitarbeiter sind verschwunden. Selbst wer eindeutige Beweise vorlegt, hat mit einer Anzeige nur selten Erfolg. Korrupte Polizisten sorgen schon dafür. Prüfen Sie unbedingt ob Sie überhaupt ein Konto im Ausland benötigen: Girokonto im Ausland.

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