Arbeiten in Italien

Carina13.07.2010 in Arbeiten im Ausland

Positano, Amalfiküste, Italien von Allerina & Glen MacLarty by Flickr

Eignet sich Italien auch zum Auswandern? Kann man hier überhaupt eine gut bezahlte Arbeit finden?

Der italienische Arbeitsmarkt

Schaut man sich den italienischen Arbeitsmarkt etwas genauer an, dann kann man gleich zwei Auffälligkeiten erkennen: Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die die Quote der Selbstständigen sehr hoch. Berufstätige Frauen sind dagegen selten zu finden. Natürlich wurde auch Italien von der weltweiten Krise getroffen. Gerade jüngere Arbeitnehmer unter 30 Jahre sind arbeitslos geworden. Überhaupt ist die Anzahl junger Arbeitsloser besonders hoch. Auffällig ist auch das Nord-Süd-Gefälle. Im Norden gibt es weniger Arbeitslose und der Lebensstandard ist hoch. Im Süden herrscht dagegen eine hohe Arbeitslosigkeit und die Wirtschaft entwickelt sich trotz Reformen nur schwach.
Die arbeitsrechtlichen Bedingungen in Italien müssten dringend reformiert werden. Kündigungsschutz ist ein Fremdwort und schriftliche Arbeitsverträge eine Seltenheit. Die Sozialleistungen sind schwach, die wöchentliche Arbeitszeit ist hoch und auch das staatliche Gesundheitssystem hat einen schlechten Ruf.

Große Einkommensunterschiede

Die Einkommen in Nord-Italien sind wesentlich höher als in Süd-Italien. Hier liegt Südtirol ganz vorne. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen im Norden liegt bei etwa bei 34.000 Euro. In den südlichen Regionen und auf Sizilien liegt es gerade mal bei 15.000 Euro. Gerade in den letzten Jahren sind im strukturschwachen Süden immer mehr Menschen verarmt. Wer nach Italien auswandert, sollte daher bedenken, dass er mit wesentlich weniger Geld als in Deutschland auskommen muss. Der Durchschnittslohn ist sogar noch geringer als in Griechenland und gerade Familien kommen nur schwer über die Runden.

Schlechte Zeiten für junge Arbeitnehmer

Die Löhne für junge Arbeitnehmer liegen noch weit unter dem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen. Selbst ausgebildete Fachkräfte müssen noch einen Zweitjob annehmen, um überhaupt laufende Kosten decken zu können. In Italien ist es durchaus gängig, dass man bis zum 30. Lebensjahr noch bei den Eltern wohnt. Das liegt daran, dass sich aufgrund der geringen Löhne und der hohen Mieten nur wenige Menschen eine eigene Wohnung leisten können.

Die Aussichten für Akademiker

Italien ist kein Auswanderungsland für Akademiker. Wer nach dem Studium eine Stelle antritt, erhält einen durchschnittlichen Nettoverdienst von knapp 1000 Euro. Das gilt aber nur für feste Arbeitsverträge. Befristete Stellen werden noch geringer bezahlt. Im europäischen Vergleich sind die Löhne für Akademiker sehr gering. Ein Lehrer verdient gerade mal 1200 Euro im Monat und selbst ein Hochschulprofessor muss mit knapp 1700 Euro im Monat auskommen. Lediglich Mediziner bekommen ein monatliches Einkommen, das über 2000 Euro liegt. Nur wer bei einer ausländischen Firma eine Anstellung findet, hat Chancen auf einen höheren Lohn. Leider ist Italien kein typisches Land, dass ausländische Investoren anlockt. Daher dürften diese Jobangebote beschränkt sein.

Jobs im Bereich Tourismus

Deutsche Arbeitnehmer finden in Italien nur schwer eine Anstellung. Lediglich in der Tourismusbranche bestehen Chancen. In den Wintersportorten werden jedes Jahr Saisonkräfte im Bereich Gästebetreuung, Hotel und Gastronomie gesucht. Diese Stellen sind allerdings befristet und werden nicht wirklich gut bezahlt. In den Urlaubsdestinationen am Mittelmeer sind viele internationale Hotelketten angesiedelt. Die suchen ebenfalls Saisonkräfte und Animateure.

2 Comments on “Arbeiten in Italien”

  1. Pingback: Auswandern nach Italien — Auswandern Handbuch

  2. Hallo Monika,

    vielen Dank für die ausführlichen Infos!

    Viele Grüße Carina

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