20 interessante und teils skurrile Fakten über die Schweiz

Rainer7.09.2015 in Schweiz

Davos, Switzerland Foto: Robert J Heath unter CC BY 2.0

Beim Nachbarland Schweiz denken viele an das schöne Alpenpanorma, leckere Schokolade und häufig auch an die guten Verdienstmöglichkeiten. Doch es gibt noch viel mehr, was man über die Schweiz wissen sollte, insbesondere dann, wenn man dorthin auswandern möchte.  Diesen Themen widmet sich der folgende Artikel.

1. Warum wird die Schweiz mit „CH“ abgekürzt?

Natürlich kennen wir das Länderkennzeichen und die Domainendung CH. Doch anders als bei FR, UK oder DE lässt sich die Abkürzung nicht so leicht aus dem Ländernamen ableiten. Hier die Auflösung: Der offizielle lateinische Name der Schweiz lautet „Confoederatio Helvetica“, was übersetzt „Schweizerische Eidgenossenschaft“ bedeutet.

2. Landessprachen

In der Schweiz herrscht Sprachenvielfalt und es gibt vier Landessprachen. Deutsch ist mit ungefähr 74% die meistgesprochene Sprache. Dahinter folgen Französisch (23%), Italienisch (8%). Die drei genannten Sprachen sind die Amtssprachen auf Bundesebene. Eine weitere regionale Amtssprache ist Rätoromanisch (0,6%), diese wird vor allem im Kanton Graubünden gesprochen.

Karte Schweizer Sprachgebiete 2015

Schweizer Sprachgebiete cc Wikipedia

3. Die Schweiz besitzt keine Hauptstadt

Die Schweiz besitzt offiziell keine Hauptstadt. Bei der Gründung des Schweizerischen Bundesstaates 1848 konnte man sich nicht entscheiden, ob die Schweiz überhaupt eine Hauptstadt benötigt und wenn ja, welche das sein sollte (Bern, Luzern und Zürich standen seinerzeit zur Auswahl). Man einigte sich letztendlich auf einen Kompromiss: Bern wird „Bundessitz“ und wichtige Staatsorgane wie die Bundesregierung, Bundes­­versammlung und Bundesverwaltung bekommen dort ihren Sitz. Damit ist Bern auch de-facto Hauptstadt der Schweiz, aber nach geltendem Recht (de-jure) eben nicht. (Quelle)

4. Staatsoberhaupt

Die Schweiz besitzt auch kein Staatsoberhaupt. Der siebenköpfige Bundesrat bildet de facto das kollektive Staatsoberhaupt der Schweiz. (Quelle)

5. Volksabstimmungen

Die Schweiz ist eines der wenigen Länder mit direkter Demokratie. Das heißt, jeder Bürger kann sich an der Gesetzgebung beteiligen und Änderungen an der Verfassung vorschlagen. Voraussetzung für eine Volksabstimmung sind auf Bundesebene mindestens 50.000 Unterschriften von Stimmberechtigten. Diese müssen zudem in einem Zeitraum von 100 Tagen gesammelt werden. Dann wird eine Volksabstimmung veranlasst, bei der die einfache Mehrheit entscheidet. (Quelle)

6. Spätes Frauenwahlrecht

Die Schweizer Demokratie wird häufig als vorbildlich angepriesen. Dabei wurde das vollständige Frauenwahlrecht (auf Bundesebene) erst sehr spät und nach zähem Widerstand am 7. Februar 1971 eingeführt. Das ist noch hinter Ländern wie dem Iran, Marokko, Afghanistan und Jemen. (Quelle)

7. Neutralität

Die Schweiz hält sich seit knapp 200 Jahren erfolgreich aus bewaffneten Konflikten heraus. Die Neutralität der Schweiz gehört zu den wichtigsten Grundsätzen der Schweizer Außenpolitik.

P.s. Die sonst so neutrale Schweiz ist 2007 aus Versehen ins kleine Nachbarland Liechtenstein einmarschiert. Soldaten der Schweizer Armee hatten sich während einer Übung bei schlechtem Wetter verlaufen. Nachdem der Fehler bemerkt wurde, haben sich die Schweizer Invasoren aber umgehend aus Liechtenstein zurückgezogen. (Quelle)

8. Bunker für die gesamte Bevölkerung

Die Schweizer sind sehr sicherheitsorientiert. Im Falle eines Nuklearkrieges besitzt die Schweiz als einziges Land weltweit eine ausreichende Zahl an Bunkern, um die gesamte Bevölkerung darin unterzubringen. (Quelle)

9. Militärdienst und Waffenbesitz

Militärdienst ist in der Schweiz verpflichtend für Männer zwischen 17 und 25 Jahren. Alle Soldaten können nach Abschluss des Wehrdiensts die Waffen zuhause lagern, um im Ernstfall eine schnelle Mobilisierung zu ermöglichen. Laut Schätzungen gibt es daher zwischen 2,3 bis 4.5 Millionen Waffen bei einer Gesamtbevölkerung von 8 Millionen Einwohnern. Die Waffendichte ist damit eine der höchsten der Welt.

10. Kriminalität

Die Schweiz ist sicher und trotz der vielen Waffen hat das Land eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt. Im Jahr 2010 gab es nur 0,5 Tote durch Schusswaffengebrauch pro 100.000 Einwohner. Im Vergleich dazu lag die Mordrate in den USA bei 5 pro 100.000 Einwohner. (Quelle)

11. Schweizer Garde

Schweizer Bürger dürfen nicht in einer fremden Armee dienen. Einzige Ausnahme sind Angehörige der Schweizer Garde. Die Schweizer Garde wurde 1506 durch Papst Julius II. gegründet und hat die Aufgabe den Papst sowie die Zugänge zur Vatikanstadt zu schützen. Für die Aufnahme in die Schweizer Garde gibt es eine Reihe von Aufnahmebedingungen: Nur katholische männliche Schweizer zwischen 19 und 30 Jahren, die in der Schweiz den Armeedienst absolviert haben, kommen für den Dienst in Frage. Zudem müssen die Bewerber mindestens 1,74 m groß und sportlich sein.

12. Ausländeranteil

Die Schweiz hat einen sehr hohen Ausländeranteil. Fast jeder Vierte (Ende 2014: 24,3%) der gut acht Millionen Schweizer Einwohner ist kein Eidgenosse, sondern zugezogen.

13. Schweizer Schokolade

Das Stereotyp stimmt! Die Schokoladenherstellung ist mit einem Umsatz von jährlich 1,7 Milliarden Schweizer Franken ein wichtiger Wirtschaftszweig. Jährlich exportiert die Schweizer Schokoladenindustrie 115.000 Tonnen ins Ausland. Wichtigster Abnehmer ist übrigens Deutschland, dorthin gehen 21% der Exporte. (Quelle)

14. Schweizer Käse

Auch wer Käse mag, ist in der Schweiz richtig. Die Schweiz ist die Heimat von über 450 Käsesorten (von weich bis extrahart) mit schwer auszusprechenden Namen wie Sbinz, Mutschli, Formaggini und Tomme Vaudoise.

15. Paarhaltung von Meerschweinchen

In der Schweiz ist es illegal ein einzelnes Meerschweinchen zu halten. Man muss sie immer als Paar besitzen. Stirbt eines davon, müsste man umgehend ein neues Meerschweinchen kaufen, da man sonst mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Doch es gibt Alternativen: In der Schweiz gibt es für diesen Fall Agenturen, bei denen man Meerschweinchen mieten kann. (Quelle)

16. Bußgelder

Die Höhe eines Bußgeldes kann sich in der Schweiz nach dem Einkommen richten. Im Jahr 2010 wurde ein Ferrarifahrer wegen Geschwindigkeitsüberschreitung zu einer Geldbuße von 290.000 Dollar verurteilt. Der Fahrer eines Ferrari Testarossas ist seinerzeit mit 137 km/h durch ein Dorf gebrettert. Weil der Raser Millionär und mehrfacher Wiederholungstäter war, musste dieser über eine Viertelmillion an Bußgeld bezahlen. (Quelle)

Luxusleben in der Schweiz

Ferrari cc Damian Morys / Flickr

17. Schweizer Berge

Die Schweiz besitzt 208 Berge mit mehr als 3.000 Metern Höhe und 24 über 4.000 Metern Höhe. Über 70% der Fläche der Schweiz können als gebirgig bezeichnet werden.

Schweizer Berge

Schweizer Berge cc Tobiasvde / Flickr

18. Nicht nur Berge

Die Schweiz besteht aber nicht nur aus Bergen. Die Schweiz besitzt auch über 1.500 Seen. Das erklärt, warum in der Schweiz ein See niemals mehr als 16 km entfernt ist.

19. Schweizer Banken

Die Schweiz ist bekannt für seine Banken und das Schweizer Bankgeheimnis galt lange Zeit als so unumstößlich wie das Matterhorn. Doch das hat sich dank diverser Datenlecks und von den deutschen Finanzämtern gekaufter Steuer-CDs geändert. Die Schweiz und die EU-Länder haben mittlerweile ein weitreichendes Steuerabkommen geschlossen und ab 2018 bekommen die EU-Staaten auf legalem Wege von der Schweiz die Daten der Kontoinhaber.

P.s. In der Schweiz gibt es mehr Banken als Zahnärzte – eine pro 1.400 Einwohner. (Quelle)

20. Stecklikrieg

Im Jahre 1802 wurde ein kurzer Bürgerkrieg, genannt Stecklikrieg, geführt. Das Lustige daran? Die Schweizer verwendeten nur Knüppel, weil Napoleon ihnen zuvor alle Waffen genommen hatte. (Quelle)

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